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Die Waldschule nimmt Formen an

Camp Lachenwald Die Waldschule nimmt Formen an

Nun kann es im nächsten Jahr wirklich mit dem für Deutschland einmaligen Schulprojekt im Ex-US-Camp losgehen. Dazu müssen die Gemeindevertreter nur noch einer Änderung des Bebauungsplanes zustimmen.

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Die offene Form des Platzes zum Tal bleibt ebenso wie das Hauptgebäude des Camp Lachenwald (rechts) erhalten.

Quelle: Gianfranco Fain

Hommertshausen. Die Vorzeichen stehen günstig. Am Dienstag endete die Offenlage zur Änderung des Bebauungsplanes „Naturschule Camp Lachenwald“.

Wenn beim ausführenden Planungsbüro ebenso wie bei der Gemeinde keine schwerwiegenden Einwände eingingen,­ 
kann die Gemeindevertretung am 19. Dezember den Satzungsbeschluss treffen. Damit wäre­ der Weg geebnet, den die ­Gemeindevertreter im März ­angingen.

Ein Baubeginn im nächsten­ Frühjahr scheint nun realistisch. Die weiteren Voraussetzungen dafür vereinbarte Bürgermeister Bernd Schmidt schon mit dem Investor. „Die Verträge sind abgestimmt und im Großen und Ganzen unterschriftsreif“, sagt Schmidt. Liege der Satzungsbeschluss vor, könne der Investor einen Bauantrag stellen und wahrscheinlich im nächsten Jahr mit der Realisierung beginnen. Die Pläne liegen vor.

Walden School: einmaliges Projekt in Deutschland

„Das Projekt nimmt Formen an“, freut sich Schmidt über ­diese „für unsere Region einmalige Sache“. Eine Aufwertung für Dautphetal versprach Schmidt, als er die Ideen von ­Investor Günther Hoffmann vor einem Jahr erstmals vorstellte.­ Dieser will auf dem Gelände des ehemaligen Girlscout-Camps der US-Army eine „Walden School“ einrichten.

Angelehnt ist diese Schulform an das „Outdoor College“, welches der gebürtige Biedenkopfer in Norwegen betreibt. Die „Waldschule“ in Dautphetal wäre die erste ihrer Art in Deutschland. In dieser sollen bis zu 32 Absolventen der neunten Klassen für sechs Monate mit ihren Lehrern und Outdoor-Trainern wie in einem Internat leben und sich selbst versorgen. Neben den Grundfächern wird es auch andere Lehrinhalte, zum Beispiel aus der Forstwirtschaft geben.

Der Wald sei der Rote Faden, zitierte die OP Hoffmann ( Archivfoto) in einem früheren Bericht und: „Zudem geht es darum, dass die ­Jugendlichen einen respektvollen Umgang mit der Natur und der Umwelt lernen.“

Dies spiegelt sich auch in den Plänen des Investors wider: Der Lehrbetrieb erfolgt analog zum Halbschuljahr von August bis Januar, danach ist eine Betriebspause vorgesehen, in der sich „das Gelände und die Gebäude erholen können“.

Für den Zeitraum ab Mitte März sind anderweitige Nutzungen möglich, zum Beispiel Seminare der Globetrotter-Akademie, deren Geschäftsführer Hoffmann ist, oder auch durch kommunale oder private Nutzer. Wodurch das Gelände aber nicht zur Event-Location werden soll, betont Hoffmann.

Bis das Gelände wieder genutzt werden kann, wird aber noch einige Zeit vergehen. Vorausgesetzt, die Gemeindevertreter stimmen dem Satzungsbeschluss zur Änderung der Bauleitplanung zu, würde es im nächsten Frühjahr losgehen.

Bauarbeiten könnten im März starten

Aus der ursprünglichen Absicht, schon im August des nächsten Jahres den Schulbetrieb aufzunehmen, wird aber nichts. Das könnte „zu eng“ werden. Es sollen nicht am Tag der Eröffnung, die letzten Bauarbeiten zu erledigen sein, erklärt Hoffmann die Terminverschiebung für die Aufnahme der Lehrtätigkeit auf das Jahr 2018.

Doch im März 2017 könnten die Bauarbeiten auf dem Camp-Gelände beginnen. Entgegen der ursprünglichen Planung wird es nun weniger aber dafür größere Hütten geben. Statt der beabsichtigten sieben Einzel-Hütten, werden vier Doppel-Hütten entstehen, wobei das Hauptgebäude so bestehen bleibt, wie es derzeit ist. „Dort werden nur ein paar Wände eingezogen“, erklärt Hoffmann.

Wichtig sei auch, dass die ­offene Form des Platzes zum Tal hin erhalten bleibt. Insgesamt rund eine halbe Million­ Euro wird Hoffmann in das Camp ­Lachenwald investieren und sich damit den Wunsch der Rückkehr in seine alte Heimat erfüllen.

Das hatte er schon mit ­anders gearteten Projekten für das Camp Freedom und auf der Sackpfeife versucht. Nun hofft er, dass es mit Camp Lachenwald klappt. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Schon den Beschluss, die Änderung der Bauleitplanung auf den Weg zu bringen, traf das Dautphetaler Parlament einstimmig.

  • Die Gemeindevertreter-Sitzung im Bürgerhaus Dautphe beginnt am Montag, 19. Dezember, um 19 Uhr.

von Gianfranco Fain

 
 
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