Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Die Villa bleibt dem Stadtbild erhalten

Denkmalschutz Die Villa bleibt dem Stadtbild erhalten

Der Discounter Lidl lässt einen neuen Plan für den Neubau des Marktes in Gladenbach entwerfen. Wann dieser präsentiert wird, ist noch unbekannt.

Voriger Artikel
18 Neue im Sozialverband
Nächster Artikel
Drei Youngster übernehmen Ortsbeirat in Allendorf

Die Denkmalschutzbehörde genehmigt nur einen Teilabriss der Villa Wehrenbold.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Freude und Sorge halten sich bei Marion Lange die Waage, als die Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins „Amt Blankenstein“ von der OP die Neuigkeit erfährt. Die Denkmalschutzbehörde erlaubt nur einen Teilabriss der „Villa Wehrenbold“, nämlich den der bergseitig gelegenen Anbauten. Das erklärte Markus Morr, Pressesprecher des Landkreises auf Anfrage der OP.

Die Zukunft der Villa ist das größte Anliegen des Heimatvereins, seitdem die Firma Lidl das Grundstück samt Gebäude kaufte, um Filiale und Parkplatz zu vergrößern. Dazu sollte die Villa weichen.
Diese Möglichkeit ist zwar nun vom Tisch, aber Marion Lange ist dennoch besorgt, weil „man nicht weiß, wer sich um den Erhalt der Villa kümmert“.

Ihr Wunsch ist, dass „Lidl dazu beiträgt, ein Stück Stadtgeschichte zu erhalten“, indem mit dem Discounter eine „vernünftige 
Nutzung“ für das ehemals prächtige Gebäude gefunden wird, das den Eingang zur Gießener Straße mit ihren Gründerzeit-Häusern bildet. Alt und Neu sollten ihren Platz finden, meint Lange, für die das Schlimmste wäre, „dass gar nichts passiert“.

Wie es weitergeht, war am Mittwoch von Lidl nicht zu erfahren, weil das Unternehmen aufgrund der geänderten Lage erneut plant. Das ist auch der Kenntnisstand von Bauamtsleiter Ulrich Weber. Wann Lidl der Stadtverwaltung den neuen Plan vorlegen wird, ist ihm nicht bekannt. Weber hält es aber für wenig wahrscheinlich, dass eine erneute Änderung des Bebauungsplans nötig werden könnte.

Lidl baut an

Einen solchen stimmte die Stadtverordnetenversammlung nach langen Diskussionen in den Ausschüssen schon in der zweiten Hälfte des vorigen Jahres zu. Sie waren sich zwar einig, dass Lidl in der Gladenbacher Kernstadt bleiben soll und auch modernisieren darf. Einzig das mögliche Abriss-Schicksal der Villa zögerte die Beschlussfassung hinaus, aber darüber hatte letztlich die Denkmalschutzbehörde zu entscheiden.

Die Änderung des Bebauungsplanes machte aus dem Mischgebiet ein sogenanntes Sondergebiet „Großflächiger Einzelhandel“. Das ermöglicht Lidl, die Fläche des Marktes durch ein neues Gebäude auf rund 1200 Quadratmeter zu vergrößern. Ziel ist nicht vorrangig die Erweiterung des Sortiments, sondern des Wohlfühlfaktors für die Kunden.

Das Konzept sieht breitere Gänge und etwas niedrigere Regale vor. Für den größeren Markt soll es auch eine bessere Erreichbarkeit durch Lieferfahrzeuge geben sowie mehr Parkplätze. Doch die Lastwagenzufahrt sollte über den Grund und Boden führen, auf dem die Villa steht. Wie Lidl dieses Problem lösen wird, ist deshalb mindestens ebenso spannend, wie die Frage nach einer sinnvollen Nutzung für die Villa.

Denkbar ist aber auch noch eine weitere Option, die ein Lidl-Vertreter vor dem Bauausschuss äußerte. Der Discounter kann vom Kaufvertrag zurücktreten, falls es keine Abrissgenehmigung für die Jugendstilvilla gibt. Das dürfte aber den Plänen der Discounterkette am ungelegensten kommen. Schließlich wurden jüngst im Hinterland zwei Märkte geschlossen, in Gladenbach und Dautphetal soll es aber Erweiterungen geben.

von Gianfranco Fain

 
Die Denkmalschutzbehörde genehmigt nur einen Teilabriss der Villa Wehrenbold, nämlich den der bergseitig gelegenen Anbauten (oben). Der Discounter Lidl wollte statt der Villa eine Lastwagenzufahrt zur Belieferung ihres geplanten Neubaus einrichten. Fotos: Gianfranco Fain
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr