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Die Tafel öffnet am Jahrestag ihre Türen

Zehnjähriges Bestehen Die Tafel öffnet am Jahrestag ihre Türen

Die Biedenkopfer Tafel besteht seit zehn Jahren. Für den Einsatz gab es Lob von vielen Seiten. Doch die Ehrenamtlichen sind am Rande ihrer Kapazität angekommen.

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Beim Sortieren der angelieferten Lebensmittel aus den grünen Kisten arbeiten (von links) Brigitte Speitel, Tayfar Salar und Barbara Baumann.

Quelle: privat

Biedenkopf. Zum zehnjährigen Bestehen der Biedenkopfer Tafel planen die ehrenamtlichen Helfer, einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Das verkündete Helmut Kretz als Vorsitzender des Vereins während der Mitgliederversammlung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Wallau.

Am Samstag, 2. Juli, können Interessierte im Auweg 2 von 11 bis 15 Uhr hinter die Kulissen der Tafelwelt schauen und von den Ehrenamtlichen mehr über den Betrieb erfahren.

Mit dem Vorsatz „Verteilen statt vernichten“ eröffnet die Biedenkopfer Tafel im Jahr 2006 ihre erste Ausgabestelle in einer Garage. „Durch die Tafel wird eine große Menge genießbarer Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt und für viele Menschen ist das Angebot eine bedeutende Stütze zur Existenzsicherung“, erklärte Kretz.

Zudem habe die Tafel mittlerweile eine sozial integrative Bedeutung, sowohl für Schüler und für Menschen die Sozialstunden leisten müssen, als auch für Flüchtlinge, die durch ihre 
Mithilfe etwas zum Gemeinwohl beitragen möchten. Sie kommen dadurch in Kontakt mit Deutschen und können ihre Sprachkenntnisse verbessern.

Nachfrage steigt stetig

Mit dem Wachsen zog die 
Tafel in größere Räume und richtete sich in Bad Laasphe, Breidenbach, Dautphe und Steffenberg ein. Doch die steigende Kundenzahlen bringt auch ein Problem mit sich: die Ausgabe ist in der vorhandenen Zeit kaum noch zu bewältigen. Mit wöchentlich durchschnittlich 760 Kunden versorgt die Biedenkopfer Tafel in diesem Jahr so viele Menschen, wie nie zuvor.

Anfang des Jahres wurde ein Spitzenwert von 825 Bedürftigen erreicht. Erstmals gibt es eine Warteliste. Im Vorjahr kamen 680 Kunden pro Woche zur Tafel, im Jahr 2014 waren es noch 540 Menschen.
40 Geschäfte spenden laufend, Qualität variiert

Aus rund 40 Lebensmittelmärkten und Bäckereien holen ehrenamtliche Fahrer die Waren ab. Bei manchen Abholstellen müssten sie eigentlich schon an der Laderampe einen Großteil aussortieren, berichten sie. Sortiert werden die Spenden in der Annahmestelle in Biedenkopf. Die Vorgaben dafür machte Beisitzer Helmut Bonacker eindeutig klar: „Was ich noch weitergebe, muss so sein, dass ich es selbst noch essen will.“

301 Mitglieder hat die Biedenkopfer Tafel, darunter rund 120 Aktive. „Verlässliche Mitarbeiter sind das A und O“, machte Kretz deutlich. Vor der Vorstandswahl gab er bekannt, dass sich die beiden Beisitzerinnen Dörthe Hochdörffer und Alexandra Graff-Thiemig nicht mehr antreten. Hochdörffer engagiert sich aber weiterhin in der Ausgabestelle in Bad Laasphe. Graff-Thiemig begründete und pflegt den Internetauftritts der Biedenkopfer Tafel.

Ein großes Lob erhielten die Tafelmitglieder von Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig. „All das zu organisieren und zu bewerkstelligen ist schon eine Herausforderung“, so Thiemig. Und: Die steigende Kundenzahl zeige, wie wichtig das Angebot weiterhin sei.

Der neue Vorstand mit Bürgermeister (von links): Helmut Bonacker, Helmut Kretz (Vorsitzender), Manfred Masla (Stellvertreter), Sibille Hermann, Ewald Michel, Gerda Spies (Schriftführerin), Joachim Thiemig (SPD), Tanja Mankel-Schmidt, Gerhard Blöcher und Willy Welsch (Kassenwart). Privatfoto
 
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