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Die Anklage lautet auf Mord

Aus dem Landgericht Die Anklage lautet auf Mord

Auf vier Tage ist die Verhandlung angesetzt, während der ab Dienstag voraussichtlich 11 Zeugen und drei Sachverständige gehört werden. Ein zur Tatzeit 24-Jähriger steht wegen Mordes an seiner Ex-Freundin vor Gericht.

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Bluttat von Bottenhorn: Ehemaligem Freund wird vorgeworfen, eine 18-Jährige erstochen zu haben.

Quelle: Johannes Eisele / dpa

Marburg. Die Tat stellte einen ganzen Ort unter Schock und löste eine Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme aus. Auf Facebook verfolgten Hunderte Menschen nicht nur den Überlebenskampf der 18-jährigen Bottenhornerin in einer Essener Spezialklinik, vor allem folgten sie dem Aufruf, für das Opfer zu beten.

Doch aller Einsatz war vergebens, 71 Tage nach den Ereignissen am 16. Februar dieses Jahres in einem Einfamilienhaus unweit der Hauptstraße des Bad Endbacher Ortsteils starb die junge Frau an den Folgen ihrer vielen erlittenen Stichverletzungen in Oberkörper und Bauch.

Diese, so die Überzeugung der Marburger Staatsanwaltschaft, wurden ihr vom ehemaligen Freund mit einem Messer zugefügt. Der damals 24-Jährige ließ sich knapp eine Stunde nach dem Eingang des Notrufs in der Marburger Rettungsleitstelle von Polizisten in Dernbach, einem anderen Ort der Großgemeinde, widerstandslos festnehmen.

Angeklagter hatte wohl 2,17 Promille

Der 24-Jährige saß seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Während dieser Zeit habe der Tatverdächtige kein Geständnis abgelegt, erklärt Dr. Marco Herzog. Laut dem Sprecher des Landgerichts wurde ein Keramikmesser sichergestellt, das die Tatwaffe sein soll. Zudem sei unter den elf Zeugen, die im Laufe der Verhandlung gehört werden sollen, eine Tatzeugin. Weitere Prozess-Beteiligte sind drei Sachverständige.

Laut Mitteilung von Herzog soll der Angeklagte angekündigt haben, seine ehemalige Freundin zu töten, wenn diese einen neuen Freund habe. Am Tattag habe der mutmaßliche Täter zudem „nach dem Genuss von Alkohol eine Blutalkoholkonzentration von etwa 2,17 Promille aufgewiesen“ und sei nach der Tat mit dem Auto davongefahren.

Wie die OP damals von den Ermittlungen berichtete, sei der Angeklagte an jenem Montagnachmittag mit einem Messer in der Hosentasche zu dem Haus in Bottenhorn gefahren, in dem die 18-jährige Schülerin der Käthe-Kollwitz-Schule in Marburg wohnte. Ein Familienmitglied habe ihm die Tür geöffnet und als der 24-Jährige seine Ex-Freundin sah, sei er mit dem Messer auf sie losgegangen und habe auf sie eingestochen. Dann sei er geflüchtet.

Während das Opfer erst vom Notarzt in einem Rettungswagen der nahe gelegenen Wache versorgt und später mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert wurde, lief die Fahndung nach dem Täter an. An der Suche in der hügeligen Gegend war auch ein Polizeihubschrauber beteiligt und knapp eine Stunde nach Eingang des Notrufes hatte die Polizei den Tatverdächtigen gestellt.

  • Der Prozess beginnt am Dienstag, 15. September, und wird am 18. und 24. sowie dem 6. Oktober fortgesetzt. Beginn ist jeweils um 9 Uhr im Saal 101 des Landgerichts. Den Vorsitz der 6. Strafkammer hat der Vizepräsident des Landgerichts Dr. Carsten Paul.

von Gianfranco Fain

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