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Deutsche Helfer ziehen wieder ab

THW-Einsatzteams Deutsche Helfer ziehen wieder ab

Yvonne Ozek aus dem Gladenbacher Stadtteil Weidenhausen war in der Erdbebenregion im Norden Japans als Helferin des THW im Einsatz.

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Der Biedenkopfer THW-Ortsbeauftragte Titus Weiss brachte die Weidenhäuserin Yvonne Ozek zum Sammelpunkt der Helfer in Simmern.

Quelle: Privatfoto

Weidenhausen. Die 31-Jährige arbeitet hauptberuflich als Rettungsassistentin beim DRK Mittelhessen und gehört seit einem Jahr dem THW-Ortsverband Biedenkopf an. Sie zählt zu den 44 Helfern des THW-Einsatzteams „Seeba“ (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland), das etwa 400 Kilometer nördlich von Tokio mit sechs Suchhunden in den Trümmern nach Überlebenden sucht und diese medizinisch versorgt.

Nach Auskunft ihres Lebensgefährten Axel Beyer ist ihr Einsatz bislang „nach Plan verlaufen“. Yvonne Ozeks Aufgabe besteht darin, sich in Zusammenarbeit mit einem Arzt vor Ort um die medizinische Versorgung geretteter Menschen zu kümmern.

„Wir sind täglich in Kontakt, es geht ihr gut“, sagt Axel Beyer. Natürlich sei die Anspannung hoch, alle seien schon nach dem ersten Tag ziemlich erschöpft gewesen und litten unter Schlafmangel, größere Probleme habe es im Helferteam aber offensichtlich noch nicht gegeben.

Am Freitagvormittag erreichte Yvonne Ozek der Voralarm, also die Benachrichtigung, dass es möglicherweise zu einem Einsatz kommen könnte. Am Freitagnachmittag dann der entscheidende Alarm und die Gewissheit, dass ein Einsatz folgen sollte. Nun hieß es, sich schnellstmöglich fertig für die Abreise zu machen. Nach einer kurzen Zusammenkunft der Helfer in Rüsselsheim erfolgte
am Samstag der Abflug von Frankfurt nach Tokio.

Einen Tag verbrachten die Helfer zunächst in der japanischen Hauptstadt, bevor sie in ihr Einsatzgebiet 400 Kilometer weiter nördlich in der Gegend der Stadt Tome ausrückten.
Zuletzt habe sich seine Lebensgefährtin im September während einer Übung auf den Ernstfall vorbereitet, sagt Axel Beyer.
„Jeder weiß, was er im Einsatz zu tun hat.“ Er ergänzt zugleich: „Man kann sich tausend Sachen, die einen womöglich erwarten, vorstellen. Und trotzdem kann man sich im Vorfeld nicht ausmalen, was auf einen zukommt.“
Angesichts der großen seelischen Belastung, der die Helfer ausgesetzt seien, wirke es sich sicherlich positiv aus, auch im Beruf regelmäßig in der medizinischen Versorgung von Menschen und der Rettung von Leben tätig zu sein, sagt Axel Beyer, der selbst hauptberuflich bei einem Rettungsdienst arbeitet. Wie seine Lebensgefährtin, so seien auch viele andere „Seeba“-Helfer in ihren Berufen mit Bergen, Retten oder medizinischer Versorgung beschäftigt, berichtet er.

Obwohl das THW ausdrücklich erklärt hat, seine Helfer nicht in radioaktiv verseuchte Gebiete zu schicken und zusätzlich ein ABC-Experte mit dem „Seeba-Team entsandt wurde, habe die Möglichkeit einer atomaren Katastrophe bei den Helfern und ihren Angehörigen ein beunruhigendes Gefühl ausgelöst, sagt Axel Beyer.
Zunächst werden die THW-Helfer zur US-Airbase in Misawa/Nordjapan gebracht, von wo aus sie dann in den nächsten Stunden oder Tagen ihre Rückreise antreten werden.

von Björn-Uwe Klein

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