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Der Vordenker gibt den Vorsitz ab

Kultur- und Förderverein „Jeegels Hoob“ Der Vordenker gibt den Vorsitz ab

Die Erfolgsgeschichte des Dorfzentrums „Jeegels Hoob“ ist eng verbunden mit Hermann Bamberger. Er führte den Kultur- und Förderverein fast 13 Jahre lang. Am Freitag ist für ihn in der Leitungsfunktion Schluss.

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Hermann Bamberger, derzeit noch Vorsitzender des Kultur- und Fördervereins „Jeegels Hoob“, ist maßgeblich und eng mit der Erfolgsgeschichte des Dorfzentrums verbunden.

Quelle: Helga Peter

Hartenrod. Nach fast 13 Jahren wird Hermann Bamberger nicht mehr für den Vorsitz des Kultur- und Fördervereins „Jeegels Hoob“ kandidieren. Am Freitag wird in der Jahreshauptversammlung sein Nachfolger bestimmt. Dennoch will sich Bamberger weiter in die Vereinsarbeit einbringen.

„Das Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ ist unseren Kindern und unserer Obhut anvertraut“, sagt Bamberger 2013 in einer Rede 
zum zehnjährigen Bestehen 
des Fördervereins. Von dieser Feststellung weicht der 1939 in Hartenrod geborene Pädagoge 
nicht ab. Nach seiner Pensionierung als Schulleiter der Mittelpunktschule „Oberes Perftal“ in Niedereisenhausen hat er die „Geburtswehen“ des Dorfzentrums von Anfang an ebenso miterlebt und getragen wie die in den folgenden Jahren geschriebene Erfolgsgeschichte.

„Es war eine schwere Geburt“

Auf die Frage, welcher Aspekt ihn zu diesem Projekt geführt hat, berichtet er von der ab dem Jahre 2001 stattgefundenen Dorferneuerung in Hartenrod, bei der das Dorfzentrum an erster Stelle rangierte.
Jeegels Hoob „war
eine schwere Geburt“

„Es war eine schwere Geburt“, sagt Bamberger. Die Auflage für die Schaffung eines Dorfzentrums sei vordringlich die Gründung eines Fördervereins gewesen. Denselben hoben 21 Mitglieder am 17. Juli 2003 aus der Taufe. In der Entstehungsphase sei das Dorfzentrum Irrungen, Wirrungen, Missverständnisse und Feindseligkeiten ausgesetzt gewesen.

Dennoch sei durch das tatkräftige Engagement der Mitglieder und dem eisernen Willen für die Umsetzung der Vereinsziele dieses Projekt zum Erfolg geführt worden. Mitgeschrieben an der Erfolgsgeschichte hätten sicherlich maßgeblich Willi Arnold und Helmut Brodt, sagt Bamberger.

Marktort seit 1684

Das Dorfzentrum sorge auch dafür, dass Hartenrod mit einem kulturellen Angebot bereichert werde. Nicht zuletzt werde das Foyer durch die Wechselausstellungen heimischer Künstler (bis jetzt ausschließlich Frauen) 
aufgewertet, die dort eine Plattform finden. Auch die Vortragsveranstaltungen, die sich überwiegend mit der Heimatgeschichte befassen, würden sehr gut angenommen, berichtet Bamberger, der dabei auch auf den jährlich erstellten Heimatkalender verweist, dessen 14. Auflage ansteht.

„Hartenrod ist Marktort und dies seit 1684“, darauf weist Bamberger hin und stellt dabei fest, dass die mit dem Marktgeschehen gekoppelten Veranstaltungen im Dorfzentrum die Märkte sehr stark aufgewertet hätten. Dies zeige sich sowohl beim Johannismarkt als auch bei dem Weihnachtsmarkt, wobei Letzterer traditionell im Dorfzentrum seinen musikalischen Abschluss findet.

Ein weiterer Aspekt sei folgender: „Dorfzentrum gleich Versorgungszentrum“, denn von dort würden täglich etwa 25 Mittagessen sowohl an den 
benachbarten Kindergarten als auch die Mittelpunktschule 
ausgegeben. Bamberger freut sich, dass das Dorfzentrum für Veranstaltungen und Hochzeiten angenommen wird, und der Radius und damit das Interesse 
für dieses Haus sich bis in die benachbarten Landkreise ausdehnen. Dennoch habe sich gerade in der jüngsten Vergangenheit gezeigt, dass auch mit dem bei Veranstaltungen gegebenen Geräuschpegel zu kämpfen sei.

Bamberger will Platz für den Nachwuchs machen

Die Frage, wie es weitergehen soll, hat sich Bamberger auch gestellt. Er wollte nie ein Einzelkämpfer sein und hat die Teamarbeit im Vorstand allem vorangestellt. Doch der Verein mit seiner Alters- und Geschlechterstruktur lasse Zukunftssorgen aufkommen.

Die Gründergeneration sei derzeit noch an Bord, doch der Nachwuchs fehle. Sein Appell richte sich daher an die Hartenroder Bürger, sich für das Dorfzentrum im eigenen Interesse zu engagieren, damit dieses erhalten werden kann. Er jedenfalls ist sich für seine Person sicher: „Wir machen weiter, solange es geht.“

Hermann Bamberger engagiert sich zudem in der evangelischen Kirchengemeinde. So verfasst er regelmäßig Beiträge 
 für den Gemeindebrief. Außerdem ist er seit 58 Jahren akti­ves Mitglied der SPD. Als 
heimischer Kommunalpolitiker hat er vor und nach der Gebietsreform sowohl Gemeinde- als auch Kreispolitik nahezu vier Jahrzehnte mitgestaltet. Vielseitig und interessiert besucht er als Seniorhörer Vorlesungen für den Fachbereich „Theologie“ der Uni Marburg und ist aktiver Sänger des Gesangvereins 1875 Hartenrod.

Für seine ehrenamtliche 
Tätigkeit wurde ihm 1985 der Landesehrenbrief verliehen und die Ehrenmedaille der Gemeinde Bad Endbach. Außerdem erfolgt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande im Jahre 2012. Mit seiner Gattin Ellen beging er bereits das Fest der goldenen Hochzeit.

von Helga Peter

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