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Der Steuermann geht von Bord

Schulleiterabschied Der Steuermann geht von Bord

Das viele Lob, das der scheidende Schulleiter zum Abschied erhielt, rührten Winfried Damm und seine Ehefrau Martina zu Tränen.

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Die Schüler schenkten Winfried Damm eine Sammlung handgemachter Erinnerungen aus jeder Klasse. Schülersprecher Bekhit Wolde und seine Vertreterinnen Kristin Linzer und Katinka Stremmel (links) überreichten das Geschenk. Foto: Benedikt Bernshausen

Quelle: Benedikt Bernshausen

Bad Laasphe. Als letzter Redner betritt Winfried Damm die Bühne und richtet seine Abschiedsworte an das Auditorium. Mehrere Hundert Gäste sind gekommen, darunter aktuelle und ehemalige Kollegen, Schüler, Eltern und Freunde. Und die Familie – ihr gelten die Schlussworte: „Manche Belastung hätte ich ohne euch nicht tragen können“, betont Winfried Damm. In diesem Augenblick zittert seine Stimme, kann er die starken Gefühle in seinem Innern nicht verbergen.

Eine Ära endet: Nach 38 Jahren als Lehrer und 26 als Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe geht der Oberstudiendirektor mit dem Ende dieses Monats in den Ruhestand. „Ich habe mich in all diesen Jahren nicht als Kapitän, sondern als Steuermann gefühlt“, sagt der Schulleiter – kein strenger Vorsteher also, sondern höchstens Erster unter Gleichen. Die Fahrt auf der „MS Gymbala“ sei keine bloße Vergnügungsreise gewesen, in jedem Fall aber eine schöne Zeit.

Er würdigt das gute Miteinander innerhalb der Schulgemeinde und erinnert an viele schöne Erlebnisse und manches Abenteuer. Er dankt für die konstruktive Kritik in all den Jahren und an diesem Tag insbesondere für die große Anerkennung.

Die brachten zuvor zahlreiche Redner während der Verabschiedung zum Ausdruck. Im Namen der Laaspher Schulen und der Gymnasien des Bezirks würdigte Herbert Marczoch, Schulleiter des Gymnasiums Schloss Wittgenstein, die Leistungen Damms. „Du bist ein Teil dieser Schule und diese Schule ist ein Teil deines Lebens“, betonte Marczoch. Seinem „lieben Kollegen Winfried“ dankte er für die ausgesprochen gute, ebenso angenehme und freundschaftliche Zusammenarbeit.

Großes Engagement bescheinigte Karsten Holz als Sprecher des Lehrerkollegiums: „Er brennt für seine Schüler, die Lehre und die Schule!“ Ohne Zweifel: Das pädagogische Feuer in seinem Innern lodere besonders hell, fand Holz. Für ihn sei die tägliche Arbeit wahre Berufung gewesen, unterstrich Silke Schroeder, Vorsitzende der Schulpflegschaft. Sie bescheinigte mit Dr. Ralph Hellmig und Birgit Klinkert dem scheidenden Schulleiter, diesen besonderen „Marathon seines Lebens mit Bravur“ gemeistert zu haben. Damit künftige Läufe ähnlich erfolgreich würden, gab es zum Abschied ein besonderes Geschenk im praktischen Karton: „Laufschuhe, Kniebandage, Magnesium und Arnika-Fluid!“

Der Laaspher Oberstudiendirektor sei derzeit der dienstälteste Schulleiter in Nordrhein-Westfalen, wusste Reinhold Klüter. Der Leitende Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung Arnsberg blickte auf den Beginn der Schulleiterkarriere Damms zurück, der mit 36 Jahren ernannt wurde. „Und das war eine gute Wahl!“ Immerzu habe Damm neue Ideen in den Schulalltag eingebracht, von einem Abitur-Noten-Berechnungs-Programm in den 1980er Jahren bis zu speziellen Kursen für die Kinder von Spätaussiedlern. Und immer wieder ist auch der Planetenlehrpfad Thema.

Schülersprecher Bekhit Wolde hob hervor, dass der Schulleiter während seiner Laufbahn seinen Humor bewahrte. „Das haben Sie zwischen Formeln und Kreidestaub immer wieder bewiesen“, betonte der Niederlaaspher und richtet den Blick in die Zukunft: „Füllen Sie Ihr Leben nun mit dem, was bisher in der Warteschleife stand!“

Als Winfried Damm nach seiner Rede die Bühne verlässt, erheben sich die Gäste von ihren Plätzen, spenden lautstark und langanhaltend Beifall. In den Augen von Winfried Damm und Ehefrau Martina sammeln sich Tränen der Rührung. Derweil nehmen die Musiker des Schul-Musik-Kurses zum letzten Mal an diesem Tag die Instrumente und Mikrofone in die Hand. Mit viel Gefühl singen Iris Ntanganda, Fatma Karabalci und Lea Klinkert zum Abschluss einen Welthit von P!nk: Raise your glas, erhebe dein Glas. Diesmal zum Abschied.

von Benedikt Bernshausen

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