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"Unsere Spielplätze": Dautphetal Der Sonne entgegen

Die Gemeinde Dautphetal leistet sich in ihren zwölf Ortsteilen insgesamt 29 Spielplätze - 17 davon sind öffentlich, elf gehören zu Kindertageseinrichtungen und einer ist ein Mehrgenerationenspielplatz.

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Auf dem Spielplatz "Grüne Mitte" in Dautphe ist das Highlight eine Seil-Kletterpyramide.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Dautphe. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau, kein Wölkchen ist zu sehen. Aber auch keine Kinder. Der große, neu angelegte Spielplatz in Dautphes „Grüner Mitte“ ist verwaist. Dabei ist eigentlich ideales Spielplatz-Wetter. 23 Grad, Sonne, kaum Wind, kein Regen. Aber wo sind die Kinder an diesem Dienstagnachmittag? Auf jeden Fall nicht auf dem Spielplatz. Nach ein paar Minuten wird langsam klar, warum. Auch wenn es nur 23 Grad warm ist, die Sonne hat auch im Spätsommer noch Kraft und brennt gewaltig vom wolkenlosen Himmel. Ein schattiges Plätzchen gibt es auf dem Spielplatz „Grüne Mitte“ nicht - abgesehen von einem Holz-Pavillon in einer Ecke, der Platz für den Verzehr des mitgebrachten Picknicks bietet. Aber welches Kind will sich auf einem Spielplatz schon in einen Pavillon setzen, solange es nicht gerade in Strömen regnet?

Förderprogramm machte Spielplatzneubau möglich

Keines. Klettern, schaukeln, rutschen und durch den Sand toben ist angesagt. Und das kann man in der „Grünen Mitte“ ganz wunderbar. Eine große Kletterpyramide, von der man über eine Seilbrücke auf den Rutschturm gelangt, ist das zentrale Spielgerät auf dem im Jahr 2012 eingerichteten Spielplatz. Es gibt Wipptiere, eine Vogelnestschaukel, ein Vogelnestkarussell, einen Gurtsteg, ein Balancierseil, zwei Balancierbalken und einiges mehr. Rund 300.000 Euro hat die Anlage des rund 1500 Quadratmeter großen Geländes gekostet, was zu 66 Prozent aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ finanziert werden konnte (die OP berichtete).

Besonders gelungen ist auch die Trennung der großen Fläche in zwei Teil-Bereiche: einen für die Kleinkinder (3 bis 6 Jahre), einen für die großen (6 bis 14 Jahren). Was allerdings nicht heißt, dass Vierjährige nicht auch auf der Seilpyramide klettern können, ganz im Gegenteil: Sie ist für die Kleinen eine große Herausforderung und ein ganz neues Erlebnis. Zwischen den beiden Teil-Bereichen verläuft ein Weg quer über den Platz vorbei am Pavillon zum zweiten Ein-/Ausgang. Von dort gelangt man auch zu den zwölf extra für Spielplatzbesucher angelegten Parkplätze. Diese gibt es aus gutem Grund: Der Abenteuerspielplatz an der Bahnstrecke in Friedensdorf, der früher bei Familien aus dem gesamten Landkreis bekannt und beliebt war, wurde vor einigen Jahren aufgegeben. Der neu angelegte Spielplatz in der „Grünen Mitte“ dient auch als Ersatz für diesen. Der Name „Grüne Mitte“ kommt übrigens daher, dass die Fläche zwischen den beiden Orten Dautphe und Friedensdorf liegt und sie miteinander verbinden soll.

Große Bäume spenden in Buchenau Schatten

Ortswechsel. In Buchenau gibt es ebenfalls einen großen Spielplatz mitten im Ort - in der Johannesstraße. Zwölf Spielgeräte stehen dort. Mittelpunkt ist eine Kletter-Kombination mit großer Röhrenrutsche (rechtes Foto unten). Es gibt zudem eine Hangrutsche, zwei Schaukeln und drei Pirouetten. Für Kleinkinder hält der Spielplatz eine extra Spiel-Anlage bereit. Große Nadelbäume spenden dort Schatten, Bänke und eine Sitzgruppe laden zum Verweilen ein.

Insgesamt gibt es in der Gemeinde Dautphetal 29 Spielplätze verteilt auf die zwölf Ortsteile. 17 sind öffentliche Spielflächen, elf gehören zu Kindertagesstätten. Und in der Parkanlage von Dautphe gibt es darüber hinaus einen Mehrgenerationenspielplatz mit Bauchtrainer, Power Push und Rudergerät, der vor allem von Senioren in Anspruch genommen wird. Zwei Spielplätze in Hommertshausen befinden sich in anderer Trägerschaft: Der Spielplatz des Kindergartens wird vom Kinderzentrum Weißer Stein in Wehrda unterhalten, Träger des Spielplatzes am Bürgerhaus Hommertshausen ist der Landkreis.

Wie Bürgermeister Bernd Schmidt gegenüber der OP berichtet, werden alle Spielplätze der Gemeinde gut angenommen, allen voran natürlich die Spielplätze in den Kitas, die täglich genutzt würden.

Wünsche der Eltern werden so weit möglich beachtet

Dazu zählt unter anderem auch der Spielplatz des Waldkindergartens in Mornshausen. Dieser kommt - bis auf einen Sandkasten - ganz ohne Geräte aus und ist naturbelassen. Dennoch können die Kinder dort ausgiebig toben, neugierig die Umgebung erkunden und erste eigene Erfahrungen in der Natur sammeln: von Stöcken über Steine bis zu Schnecken.

Regelmäßig prüft nach Angaben der Gemeinde der Bauhof den Zustand der Spielplätze, einmal im Jahr finde zudem eine Hauptuntersuchung (TÜV) von einer Beratungsgesellschaft für Arbeitssicherheit statt. Vor Ort festgestellte Mängel würden sofort behoben. „Im Bedarfsfall werden ganze Spielgeräte oder Spielanlagen ausgetauscht“, so Bürgermeister Schmidt. Dabei würden die Wünsche der Kindergärten, Ortsbeiräte und Eltern so weit wie möglich berücksichtigt.

Wunsch nach Schatten ist der Gemeinde neu

Vielleicht auch der nach etwas Schatten. Es kommt dann nämlich doch noch eine Familie mit zwei Kindern in die „Grüne Mitte“. Das ältere Kind stürmt direkt zum Sandkasten und der dortigen Rutsche. Das Jüngere hält die Mutter auf dem Arm, während sie auf dem Gurtsteg wippt. „Puuuuh, ganz schön heiß hier“, sagt sie nach kurzer Zeit: „Und nirgendwo ein Fleckchen mit Schatten.“ Ihr Mann nickt zustimmend und wischt sich die ersten Schweißtropfen von der Stirn: „Ein Sonnen­segel wäre hier irgendwie nicht schlecht.“

Nachgefragt bei der Gemeinde Dautphetal, ob der Aufbau eines Sonnensegels in der „Grünen Mitte“ für die Zukunft geplant sei, antwortet Hermann Henkel, Leiter des Fachbereichs II: „Bei uns hat bisher noch niemand den Wunsch nach einem Sonnensegel oder ähnlichen Verschattungselementen geäußert. Deshalb haben wir das bisher auch nicht in Planung.“ Der Spielplatz sei von einem Experten entworfen worden, der das so nicht vorgesehen habe. „Aber wenn es von Eltern wirklich gewünscht werden sollte, dann spricht sicherlich nichts dagegen, dem entgegenzukommen“, ergänzt Hermann Henkel. Sinnvoll sei es aber wohl auch nur für den Kleinkindbereich, „und da müssen wir dann auch erst mal schauen, ob und wie wir das dort dann umsetzen können“.

Aus der Statistik

Zahl der Spielplätze: insgesamt 29 Spielplätze in zwölf Ortsteilen: zehn Spielplätze in Kindertageseinrichtungen mit Ü3- und U3-Nutzung, ein Spielplatz im Waldkindergarten (naturbelassen ohne Spielgeräte), ein Mehrgenerationenspielplatz, 17 Spielplätze im öffentlichen Bereich

Größe: variiert je nach Ort

Spielgeräte: zwischen vier und 16 Spielgeräten, darunter auf fast allen Spielplätzen auch Spielmöglichkeiten für Kleinkinder

Empfehlungen: Der größte Spielplatz ist der Spielplatz „Grüne Mitte“ in Dautphe. Dort gibt es insgesamt 16 Spielgeräte: von der Hangrutsche über die Seilbahn bis zur Sandförderanlage mit Rutsche und einem Vogelnestkarussell.

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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