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Diakonisches Werk

„Der Laden“ ist Reparatur-Treff

„Ganzmachen statt Wegwerfen“ lautet das Motto des neuen Angebots 
eines Reparatur-Treffs im Gladenbacher Gebrauchtkleidergeschäft „Der Laden“.
Leni Ronzheimer schaut zu, während Rudolf Lehmkuhl ihre Nähmaschine im Gebrauchtkleidergeschäft „Der Laden“ des Diakonischen Werkes in Gladenbach repariert. Privatfoto

Leni Ronzheimer schaut zu, während Rudolf Lehmkuhl ihre Nähmaschine im Gebrauchtkleidergeschäft „Der Laden“ des Diakonischen Werkes in Gladenbach repariert.

© privat

Gladenbach. Rudolf Lehmkuhl hatte die Idee, einen Reparatur-Treff im Laden des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf in Gladenbach zu etablieren. Er bietet den Reparatur-Service ehrenamtlich an und hat mit Reinhard Miehe einen versierten Reparatur-Partner gefunden.

„Die Idee passt gut zum Konzept des Ladens“, erklärt Agnes Protz, Diplom-Sozialpädagogin. Denn auch beim Verkauf gut erhaltener Kleidung stehen soziale Beweggründe und Umweltschutzgedanken dicht nebeneinander.

Kennengelernt haben sich Lehmkuhl und Miehe während des Umzugs des Ladens in die Marktstraße 7, bei dem sie freiwillig geholfen haben. Einmal im Monat rücken sie nun mit 
 ihren Werkzeugkoffern im Laden an und kümmern sich um defekte Haushaltsgeräte, Spielsachen, Kinderwagen, Reisekoffer und andere Artikel, die in den Laden gebracht werden.

Nähunterricht dauerte nur veir Stunden

Egal ob Bügeleisen oder Heißwasserkocher: „Wir kriegen alles auseinander – und auch wieder zusammen“, versichert Miehe. Der gelernte Elektriker, der sich im Laufe seines Berufslebens zum Ingenieur im Bereich Oberflächentechnik weitergebildet hat, ist fünfzehn Jahre als Schiffselektriker zur See gefahren. Einfach etwas wegwerfen und neu kaufen geht dort nicht, vielmehr zählen Erfindergeist und Improvisationstalent.

„Auf See musste alles repariert werden“, sagt er. Technisch versiert ist auch der gelernte Elektromechaniker Rudolf Lehmkuhl, der ebenfalls auf berufliche Erfahrungen und Weiterqualifikationen zurückblicken kann.

Im vorigen Jahr ließ er sich dann noch von seinem 85-jährigen Vater in die Kunst der Nähmaschinen-Reparatur einweisen. „Einen besseren Lehrmeister konnte ich nicht haben“, ist Lehmkuhl überzeugt. Vier Stunden dauerte die Einweisung in die komplexen Geheimnisse von Spule und Fadengreifer.

Nur Ersatzteile müssen bezahlt werden

„Die Zeit braucht man auch, sonst traut man sich da nicht dran“, sagt er. Um die Maschinen wieder perfekt zu justieren, hat er sich – ganz nach der Vorlage seines Vaters – zwei Lehren selbst gebaut. Im besten Fall können die „Kunden“ auf ihre Stücke warten, bei der Reparatur zuschauen oder mal im Laden stöbern, sich unterhalten und eine Tasse Kaffee genießen. Auch Ersatzteile werden nach Möglichkeit am gleichen Tag besorgt.

Nur in Ausnahmefällen verzögert sich die Reparatur auf den nächsten Einsatztag des Reparatur-Treffs. Der Service ist kostenfrei, lediglich Ersatzteile müssen bezahlt werden. Über Spenden für dieses Angebot freue sich das Diakonische Werk, sagt Protz. Nicht angenommen werden Geräte der Unterhaltungselektronik, wie Computer, Fernseher, Handy und dergleichen.

Die nächsten Termine für den Reparatur-Treff stehen bereits fest: am 12. Oktober, am 9. November und am 14. Dezember, jeweils von 10 bis 13 Uhr im Gebrauchtkleidergeschäft „Der Laden“ in der Marktstraße 7 in Gladenbach. In diesen Zeiten können defekte Geräte, Spielsachen und andere reparaturbedürftige Artikel gebracht werden.


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