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Der Gedanke an Max beflügelt

Triathlon Der Gedanke an Max beflügelt

Triathletin Tamara Reitz ging beim „Ostseeman“ in Glücksburg an den Start und widmete ihre Teilnahme dem 14-jährigen schwerstbehinderten Max Happel.

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Die Triathleten Bodo Karg und Tamara Reitz setzen sich mit ihrem Sport für den 14-jährigen Max Happel ein. Privatfoto

Lohra. Max hat gestrahlt. Eine halbe Stunde früher als erwartet, genau um 11.25.59 Uhr, lief ich mit Max im Rollstuhl, seinem Bruder Sebastian und mit Bodo Krag, dem Initiator der Aktion „Triathlon für Max“, an der Strandpromenade in Glücksburg ins Ziel. Wir jubelten – den letzten halben Kilometer. Die Schmerzen, die ich seit einigen Stunden in meinen Beinen spürte, waren vergessen.

Am Tag danach konnte ich gar nicht sagen, wo es am meisten weh tat. Der Neoprenanzug hat meinen Nacken aufgescheuert, das Trikot und die Radhose haben ihre Spuren auf der Haut hinterlassen, der Magen-Darm-Trakt hat sich noch nicht wieder auf feste Nahrung eingestellt, Treppenstufen kann ich nur rückwärts bewältigen. „Schmerz vergeht, Erfolg bleibt“ war einer der vielen Sprüche, mit denen uns die Zuschauer auf ihren Transparenten anfeuerten. Bei den Ironman-Rennen in Roth und in Frankfurt habe ich schon gute Stimmung bei den Zuschauern erlebt, doch der „Ostseeman“ ist etwas anderes.

Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, die den Reiz der Veranstaltung ausmacht. Für die Glücksburger ist es der Höhepunkt der Saison – inklusive Staffelstartern sind rund 1.200 Menschen und deren Familien und Fans an den nördlichsten Zipfel Deutschlands angereist. Während des Rennens stehen die Leute in jedem noch so kleinen Ort entlang der Strecke auf der Straße und schlagen mit Kochlöffeln auf Eimer und Töpfe.

Seit Oktober 2008 habe ich mich auf den „Ostseeman“ vorbereitet. Die Vorbereitung lief gut, auch die ersten Rennen mit meiner Mannschaft, dem Damenteam des Triflow Bad Endbach, liefen gut. Am Tag vor dem Rennen gab es dann nur noch zwei Dinge, die mir zu Denken gaben: Der Wetterdienst kündigte heftige Regenschauer und Sturmböen an und ich bekam den Kommentar eines anderen Triathleten mit, der sagte: „Die Schmerzen, die dir die Feuerquallen zufügen, lenken dich wenigstens von den Schmerzen in den Beinen ab.“

von Tamara Reitz

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP.

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