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Der Bürgermeister bekommt Gänsehaut

Seniorennachmittag Der Bürgermeister bekommt Gänsehaut

Nach mehr als zwei Stunden neigte sich der vorweihnachtliche Seniorennachmittag der Stadt Gladenbach dem Ende entgegen, die Premiere des Bürgermeisters Peter Kremer als Moderator war geglückt..

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Karl Reinhardt begeisterte als „Schütz von Glorrebach“ das Publikum des Gladenbacher Seniorennachmittags.

Quelle: Ingrid Lang

Gladenbach. Den heiteren, aber auch besinnlichen Samstagnachmittag richtete in diesem Jahr der Männergesangverein (MGV) Gladenbach um seinen Vorsitzenden Ralf Lütte­brand aus. Bürgermeister Peter Kremer begrüßte die rund 250 Gäste und sagte: „Der Seniorennachmittag in diesem festlich geschmückten Saal ist für mich eine Premiere.“ Der Bürgermeister lobte die ehrenamtlichen Helfer, die in diesem Jahr aus Weitershausen und Sinkershausen sowie der Kernstadt kommen, den Fachbereich III der Stadt Gladenbach, der die Organisation übernahm, und die DRK Bereitschaft Gladenbach.

Die Seniorenfeiern soll es auch im kommenden Jahr trotz aller Sparaktionen geben, betonte Kremer. So seien auch für das Jahr 2015 wieder 26000 Euro im Haushalt für die Seniorenveranstaltungen vorgesehen. Erfreut über die vielen Gäste betonte Ralf Lüttebrand, dass es selbstverständlich sei, dass der MGV diesen Tag ausrichten werde.

Kremer und Lüttebrand wünschten den Senioren einen besinnlichen Nachmittag, an dem alle mal für kurze Zeit zur Ruhe kommen können. Danach ließen die Sänger unter der Leitung von Hans-Joachim Scholz feierlich „Ich bete an die Macht der Liebe“ erklingen, bevor sie „Die Rose“ anstimmten. „Ich habe so richtig Gänsehaut bei dem ersten Lied bekommen“, sagte Kremer, der auch die Moderation übernahm. Nach dem „Bajazzo“ des MGV folgte das gemeinsame Kaffeetrinken, das von Pianistin Anastasia Simon am Klavier mit Werken von Strauß untermalt wurde.

Unglaubliche Geschichten des „Schütz von Glorrebach“

Für Lacher sorgte anschließend Karl Reinhardt, der als der „Schütz“ von Gladenbach auftrat und die Geschichte eines Feuerwehrkommandanten zum Besten gab. Im Dialekt erzählte der in eine alte Feuerwehruniform gekleidete Sänger, dass die Wehr eines Tages zu einem Brand in Kehlnbach ausrücken musste, dabei aber den Schlüssel fürs Spritzenhaus vergaß. Als dieser endlich geholt war, musste noch eine Haarnadel herbei, um das Schlüsselloch zu säubern, das Kinder mit Dreck zugestopft hatten.

„Der Waa wurd gegreffe, und luus gings“ (der Wagen wurde gepackt, und los ging es), bis sie unterwegs merkten, dass es nicht der Spritzenwagen, sondern der Dreschwagen war. Es ging zurück, und die Wagen wurden getauscht, sodass sie zu spät in Kehlnbach ankamen, denn der Brand war bereits gelöscht.

Bei einem Treffen erklärte der Kommandant, dass so etwas nie wieder vorkommen dürfe. Doch als das Feuerwehrhorn ertönte, weil es in Gladenbach brannte, kam es noch schlimmer. Denn als das Spritzenhaus aufgeschlossen wurde, wurde klar, dass sie den Wagen in Kehlnbach vergessen hatten. Dort angekommen stellten sie fest, dass ein Rad fehlte, dieses hatte sich ein Bauer abmontiert, weshalb die Wehr wieder zu spät zum Löschen kam.

Karl Reinhardt beendete die Geschichte des Feuerwehrkommandanten mit dem Satz, „doas iss keen Witz, ich sei voo Glorrebach der Schütz.“ Mit starkem Beifall bedankte sich das Publikum für den Beitrag.

Danach kündigte Lüttebrand eine Welturaufführung an. Dazu fungierten acht Sänger als Doppelquartett, die das Lied vom kleinen Teddybären einstudiert hatten. Sie besangen den kleinen, knuddeligen Schmusebären, wobei Lüttebrand als Solist seine Sehnsucht mit den Worten „Ach, wenn ich nur so wär wie ein kleiner Teddybär“ zum Ausdruck brachte. Mit viel Applaus bedankten sich die Besucher für die gelungene Premiere.

Anschließend erfreute Anastasia Simon an Klavier und Geige mit ihrer siebenjährigen Tochter Maria, ebenfalls an Geige oder auch mit der Flöte, die Gäste mit Weihnachtsliedern wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und ernteten dafür starken Beifall.

Mit den Besuchern stimmte Scholz am Klavier einige Lieder wie „Süßer die Glocken nie klingen“ und zum Abschluss noch „O du fröhliche“ an. Der MGV begeisterte zudem das Publikum mit den Liedern „Wenn ich ein Glöcklein wär, schön wollt ich läuten“, „Heute ist Weihnacht“ und dem Trommellied. Einen Glanzpunkt setzte Scholz, als er spontan Simon aufforderte, die Sänger bei dem bekannten Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ mit der Geige zu begleiten. Mit tosendem Beifall bedankte sich das Publikum.

Für Begeisterung sorgte auch der Bürgermeister, der eine Anekdote aus dem Buch von Schöni „Die Sprache der Oberhessischen Hinterländer“ vortrug.

von Ingrid Lang

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