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Der Bürgerbus hält nicht am Dorfladen

Serie Ikek in Dautphetal, Teil 3 Der Bürgerbus hält nicht am Dorfladen

Wenn es ein Projekt ­
aus den Ikek-Handlungsfeldern der Gemeinde Dautphetal gibt, 
das realisiert wird, 
dann ist es der 
Bürgerbus.

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Ein Bürgerbus wie in der Gemeinde Lahntal, ohne Werbung und von ehrenamtlichen Fahrern wie Hans Ruppersberg gelenkt, könnte demnächst auch durch die Gemeinde Dautphetal rollen.

Quelle: Gianfranco Fain

Dautphetal. Es ist ein Rückschlag für die Herzhäuser, die sich ehrenamtlich für einen Dorfladen in ihrem Ort einsetzen. Zuletzt ruhten die Hoffnungen darauf, dieses Projekt im Zuge des Dorferneuerungsprogramms zu realisieren. Doch daraus wird nichts.

Die Idee bestand darin, einen Dorfladen im Herzhäuser Dorfgemeinschaftshaus einzurichten, erklärt Bürgermeister Bernd Schmidt. Um die Machbarkeit und die Rentabilität dieses „tollen Vorzeigeobjekts“ zu überprüfen, beauftragte die Gemeindeverwaltung einen Fachmann. Doch dessen Ergebnis bedeutete das Aus: Um ein solches Geschäft wirtschaftlich zu betreiben, wäre eine bestimmte Größe des Sortiments erforderlich und eine dementsprechende Räumlichkeit.

Ehrenamt soll nicht vergebens sein

„Das wäre im Dorfgemeinschaftshaus nur mit Umbauten in großem Umfang oder durch ein neues Gebäude zu realisieren“, fasst Schmidt die Auffassung des Gemeindevorstands zusammen, „und ist somit nicht darstellbar, weil es eine große Summe der Ikek-Mittel und auch viel Geld der Gemeinde gebunden hätte.“ Doch das ehrenamtliche Engagement soll nicht vergebens sein, der Bürgermeister will nicht locker lassen: Man müsse überlegen, ob und wie das Dorfladen-Projekt anders umzusetzen sei.

Ganz anders sieht es bei ­
einem weiteren Vorschlag der Gruppe aus, die sich mit dem Handlungsfeld Innenentwicklung, Versorgung und Mobilität befasste. „Richtig stolz“ sei die Gruppe, das Bürgerbus-­Projekt auf die Beine gestellt zu haben, berichtete Sprecherin Beate Ronzheimer.

Die Rückmeldungen auf einen in Dautphetal verteilten Fragebogen seien durchweg positiv, berichtet Ronzheimer. Ebenso wichtig: Es fanden sich elf Bürger, die ehrenamtlich einen Bürgerbus fahren würden. Die hätten sich schon getroffen, und es seien auch schon Angebote für einen Bus eingeholt worden, verrät die Herzhäuserin.

„Wir planen, den Kauf eines Bürgerbusses größtenteils mit Ikek-Fördergeld zu finanzieren“, erklärte der Bürgermeister schon im Oktober. Die Dautphetaler Steuerungsgruppe des ­
Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek) hat Kenntnis vom Ergebnis der ­Befragung und über das Projekt erhalten und es empfohlen.

Leerstandsmanagement 
auf kleiner Flamme

Nun liegt es am Gemeindevorstand, ob er bei den Beratungen über den Haushalt 2017 die monetäre Voraussetzung für die Verwirklichung herstellt. Etwas weniger auffällig als ein Bürgerbus oder ein Dorfladen ist das dritte Projekt, das die Handlungsfeld-Gruppe auf den Weg gebracht hat. Es gehört zur ­Kategorie Leerstandsmanagement, also der Wiederbelegung von ungenutzten Gebäuden in der Gemeinde.

„Das Leerstandskataster wird aktualisiert“, sagt Ronzheimer­ und soll zukünftig als „Management auf kleiner Flamme“ als Immobilien-Börse auf der Homepage der Gemeinde­ „gepflegt und aktualisiert“ fortgeführt werden. Denn: Einen Manager dafür anzustellen, „rechnet sich nicht“. Das hätten Anfragen bei anderen Gemeinden hervorgebracht, berichtet Ronzheimer.

Sie gibt in Sachen Dorfladen nicht auf, setzt auf ein neues Konzept. Vielleicht ist etwas im Zusammenhang mit einer anderweitigen Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses möglich, wo zum Beispiel ein Dorfcafé oder ein „Haus der Vereine“ entstehen könnte.

von Gianfranco Fain

Ikek

Der Nachfolger des bisherigen Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen nennt sich Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (Ikek). Mit dem Fördergeld soll die dörfliche Entwicklung, aber darüber hinaus auch das soziale Miteinander der Menschen unterstützt werden.

Neu gegenüber der alten Dorferneuerung ist vor allem, dass nicht nur ein Ort, sondern die gesamte Kommune gefördert wird. Dazu sollen Arbeitsgruppen zu sogenannten Handlungsfeldern Vorschläge­ entwerfen. Ziel ist, den typischen Charakter der Dörfer zu erhalten und gleichzeitig deren Stärken zu entwickeln. In Aussicht gestellt ist dazu die Übernahme von 75 Prozent der Gesamtkosten, zum Beispiel der Sanierung von Bürgerhäusern, Dorfläden, Jugendräumen und anderen öffentlichen Objekten.

 
 
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Dautphetal in Waben erwandern

Die Pläne zur Dorferneuerung in Dautphetal nehmen Gestalt an. In einer Serie stellt die OP die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vor. Diesmal geht es um Naherholung und Freizeit.

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Gemeinde Dautphetal investiert
Drei große Investitionsprojekte der Gemeinde Dautphetal: Parallel zum Feldweg soll im Irrlachenfeld eine Fahrradweg entstehen (großes Bild), für die Buchenauer Feuerwehrleute wird die Umkleide von der Fahrzeughalle (oben links) getrennt und die energetische Sanierung des Bürgerhauses Holzhausen (oben rechts) wird fortgesetzt. Fotos: Gianfranco Fain

Obwohl die Gemeinde schon 645.000 Euro 
ausgibt, um die Zuschüsse des Dorferneuerungsprogramms zu nutzen, 
investiert sie auch in 
andere große Vorhaben.

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