Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Denkmalschützer besuchen Altenverser Hufeisenkirche

Exkursion Denkmalschützer besuchen Altenverser Hufeisenkirche

Aus Anlass der Denkmalpfleger-Tagung in Marburg standen am Samstag auch Exkursionen auf dem Programm. Die Teilnehmer besuchten unter anderem die Hufeisenkirche in Altenvers.

Voriger Artikel
Wilde Sau rast durch den Ort
Nächster Artikel
Neue GmbH kauft alte Klinik-Gebäude

Dr. Heinrich-Justus Wagner, Vorsitzender des Fördervereins der Hufeisenkirche, gab den Teilnehmern der bundesweiten Denkmalpfleger-Tagung gestenreich Einblick in die Geschichte der alten Kirche in Altenvers.

Quelle: Adrianna Michel

Altenvers. „Die Kirche im Dorf lassen“ war das Thema einer Tagung, die in Marburg mit 200 Fachleuten und Praktikern von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz und der Vereinigung Landesdenkmalpflege organisiert wurde.

Zum Abschluss der Werkstatt-Tagung gingen die Teilnehmer am Samstag in mehreren Gruppen auf Exkursionen. Im Mittelpunkt der Exkursion standen die ländlichen Kirchen, die ein Beispiel für kirchliches, kommunales und bürgerschaftliches Engagement gaben.

Als hervorragendes Beispiel für ein solches Engagement diente die Hufeisenkirche in Altenvers. Ohne den „Verein für Geschichte und Volkskunde Lohra“, der 1978 gegründet wurde, gäbe es die Hufeisenkirche in Altenvers heute nicht mehr. Der Verein hat das Ziel, die alte Kirche zu erhalten. Deshalb wurde die Kirche durch umfangreiche Renovierungen vor dem Abriss und Verfall bewahrt.

Der Einsatz der Vereinsmitglieder, die die Kirchensanierung zum großen Teil in Eigenleistung umgesetzt haben, wurde durch die Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises im August 1995 gewürdigt. „Solche Gebäude liegen uns am Herzen, denn was wäre ein Ort ohne seine Kirche. Gäbe es die Hufeisenkirche in Altenvers nicht mehr, würde hier eine große Wunde klaffen“, sagte Karin Berkemann, Mitorganisatorin der bundesweiten Tagung des Landesamts für Denkmalpflege Hessen.

Einige Mitglieder des Fördervereins empfingen die Exkursionsgruppen. Allen voran der Vorsitzende Dr. Heinrich-Justus Wagner, der den Teilnehmern einen Einblick in die Geschichte der Hufeisenkirche gab. Wagner betonte, dass die Hufeisenkirche zu den ältesten Kirchen in der Region zähle. Zwar könne das Datum des Baus der alten Kirche nicht genau bestimmt werden, aber der Grundriss der Steinkirche stamme wohl aus dem 8./9. Jahrhundert.

„Soweit es uns bekannt ist, gibt es in ganz Deutschland nur noch die Kirche in Altenvers, die eine hufeisenförmige Apsis besitzt. Die älteste vorhandene Hufeisenkirche ist in Georgien zu finden“, berichtete Dr. Wagner. Der Vorsitzende erklärte, dass der Erhalt der Kirche viel Geld kostet. Allein in den vergangenen Jahren hätten die zahlreichen Erneuerungs- und Instandsetzungsarbeiten 140.000 Euro gekostet.

Wagner erzählte den Kircheninteressierten, dass die Altenverser alte Kirche am historischen Elisabethpfad liege und somit von vielen Pilgern besucht werde. Ferner sei es ein wichtiges Ziel des Vereins, die Kirche für Trauungen und besondere Gottesdienste zu erhalten.

In diesem Zusammenhang teilte Lohras Bürgermeister Georg Gaul mit, dass ab dem Frühsommer in der Hufeisenkirche auch standesamtliche Trauungen möglich sein sollen.

von Adrianna Michel

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr