Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Dem Osterhasen auf der Spur

Osterwanderung Dem Osterhasen auf der Spur

Wer bringt den Menschen an Ostern die Eier? Klar: der Osterhase. Doch in früheren Zeiten war er nicht der Einzige, der Eier verteilte. Der Kuckuck, der Storch und die Ziege halfen ihm. Dies und mehr erfuhren Teilnehmer der Osterwanderung.

Bad Laasphe. Vom Frühling fehlte jede Spur. Klirrende Kälte, knöcheltiefer Schnee und grauer Himmel ließen am Samstag in Bad Laasphe nicht erahnen, dass Ostern ist. Und so wurde die Osterwanderung der Tourismus, Kur- und Stadtentwicklung (TKS) Bad Laasphe zu einem winterlichen Vergnügen für Alt und Jung.

Treffpunkt war das Haus des Gastes, bei dem Wanderführer Frank Fischer die Teilnehmer begrüßte, die zum Teil auch aus dem Hinterland gekommen waren. Zwar hielt sich die Zahl der Wanderer in Grenzen - wohl nicht zuletzt aufgrund des Wetters - doch die Stimmung unter den Wanderern war bestens.

Vom Haus des Gastes führte die Strecke zunächst in den Kurpark. Oberhalb des Parks legten die Wanderer einen ersten Zwischenstopp ein. Fischer demonstrierte, wie früher Osternester gebaut wurden: Mit Zweigen, Moos und Blättern. Einige Wanderer machten es ihm nach. Besondere Freude hatten dran die Jüngsten.

Weiter ging es über die Hugo-Kracht-Hütte in Richtung Entenberg. Immer wieder kam Fischer auf alte, weitgehend in Vergessenheit geratene Osterbräuche zu sprechen.

„Wer kann sich so was vorstellen? Früher kam zu Ostern nicht nur der Osterhase, sondern auch der Kuckuck und der Storch. Ja, sogar die Ziege brachte Eier.”

Vor 100 Jahren, so der 41-Jährige, sei auch der „Osterfuchs” den Menschen noch bekannt gewesen. Man habe sich erzählt, dass rot-braune Ostereier ihre Färbung durch den Fuchs erhalten hätten.

Wie viele andere Bräuche habe auch das Eiersuchen seinen Ursprung in der vorchristlichen Zeit. Das Schenken von Eiern habe früher symbolisch für die Hoffnung auf Fruchtbarkeit gestanden. Ein altes Fruchtbarkeitssymbol sei auch der Hase.

Weit verbreitet sei in früheren Zeiten das morgendliche Schöpfen des Osterwassers gewesen. Meistens waren es junge Mädchen, die das Wasser für ihre Familien holen mussten. Dabei durften sie nicht reden und auch nicht erkannt werden. „Ansonsten war die Heilwirkung weg, die man dem Wasser zusprach”, sagte Fischer.

Für seine heilende Wirkung bekannt gewesen sei unter anderem das Wasser der Ilse, eines Zuflusses der Lahn. Der Name des kleinen Ortes, in dessen Nähe die Ilse entspringt, heißt bezeichnenderweise Heiligenborn und ist heute ein Stadtteil von Bad Laasphe.

Der Brauch des Osterwasserschöpfens ist Käthe Muth noch gut vertraut. Sie selbst habe als kleines Mädchen in aller Frühe Osterwasser geholt, erinnert sich die 78-Jährige, die die ersten zehn Jahre ihres Lebens als Kind einer deutschen Familie in Jugoslawien verbrachte. Heute lebt sie in Wolfgruben.

Muth ist Mitglied im Oberhessischen Gebirgsverein, kommt aber mit der Wolfgrubenerin Brigitte Grebe immer wieder auch nach Bad Laasphe zum Wandern. Von der Osterwanderung war sie begeistert: „Die Strecke gefällt mir gut.”

Nach knapp zwei Stunden erreichten die Wanderer wieder die Stelle, an der sie während des ersten Zwischenstopps ihre Nester gebaut hatten. Und siehe da: In der Zwischenzeit war der Osterhase da gewesen. Oder etwa der Osterfuchs?

Für Wiebke (7) und ihren Bruder Henning (9) war diese Frage nicht so wichtig. Die beiden jüngsten Teilnehmer freuten sich jedenfalls riesig über die bunten Eier und die Süßigkeiten, die sie in ihren Nestern vorfanden.

Gute Laune herrschte auch bei den älteren Teilnehmern, von denen einige ihre Freude beim Ostereier-Titschen hatten. Nach dieser kleinen Stärkung legten die Wanderer die letzte Etappe zurück. Ihr Ziel war der Ausgangspunkt der Wanderung: das Haus des Gastes.

von Björn-Uwe Klein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland