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Aus dem Amtsgericht

Dealer hat „die Kurve bekommen“

Mit einer Arbeitsauflage und einer Geldbuße ist ein 20-jähriger Gladenbacher vor dem Amtsgericht ­davongekommen. Trotz Drogenhandels in 23 Fällen hielt das Gericht eine Jugendstrafe für unnötig.
Wegen des Verkaufs von Cannabis stand ein junger Gladenbacher vor dem Marburger Amtsgericht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Wegen des Verkaufs von Cannabis stand ein junger Gladenbacher vor dem Marburger Amtsgericht.

© Karl-Josef Hildenbrand

Marburg. Die Staatsanwaltschaft warf dem jungen Mann vor, 2012 und 2013 zusammen mit einem inzwischen in Haft sitzenden anderen Täter unter anderem auf dem Gladenbacher Marktplatz und im Hainpark 20 Mal jeweils ein Gramm Cannabis verkauft zu haben. In zwei Fällen soll er 50 Gramm Marihuana veräußert haben, einmal Ende 2013 gar 100 Gramm.

Der Angeklagte zeigte sich geständig. Über seinen Verteidiger Peter Thiel ließ er erklären, dass alles wie verlesen im Großen und Ganzen richtig sei. Im letzten Fall sei es jedoch eine erheblich geringere Menge gewesen. Und das bestätigte der betroffene Zeuge, der angab, dreimal lediglich etwa zehn Gramm gekauft zu haben.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Rohner folgte letztlich mit seinem Urteil dem Antrag von Staatsanwalt Sebastian Brieden, dem sich auch Thiel angeschlossen hatte. Demnach muss der Gladenbacher 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und 400 Euro an das Diakonische Werk Oberhessen zahlen.

Das reiche aus, sagte der Staatsanwalt, eine Jugendstrafe sei wegen der „Stabilisierung in seinem Leben“ nicht mehr nötig. „Der Angeklagte hat offensichtlich die Kurve bekommen, es ist auch kein weiteres Verfahren anhängig.“

Der 20-Jährige hatte berichtet, seit den Vorfällen drogenfrei zu leben. Vorher habe er selbst Cannabis in größeren Mengen konsumiert, inzwischen aber nach einem Entzug mehrere Beratungsgespräche geführt und sein Leben grundlegend geändert. Nach einer Ausbildung strebe er Fachabitur und Studium an. Das werde er durch Drogen nicht gefährden, versprach er.

Weil alle Beteiligten Rechtsmittelverzicht erklärten, ist das Urteil rechtskräftig.

von Heiko Krause


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