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Medizinische Unterversorgung wird akut

Zukunft in Dautphetal, Teil 3: Ärztemangel Medizinische Unterversorgung wird akut

Seit Jahren sind die 
ausbleibenden Nachrücker für freiwerdende 
 Arztpraxen ein Thema 
in den gemeindlichen 
Gremien, nun wird das Problem drängender.

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Eine Hausärztin untersucht in ihrer Praxis einen Patienten. Nicht nur in der Gemeinde Dautphetal droht eine Ausdünnung der medizinischen Grundversorgung. Die Belegung von Arztpraxen auf dem Lande ist ein kreisweites Problem.

Quelle: Benjamin Ulmer

Dautphetal. In ihren Reden zum Haushalt 2017 der Gemeinde Dautphetal gingen die Fraktionsvorsitzenden mehr oder weniger darauf ein, was mittelfristig in der Gemeinde geschehen soll. Einzig der CDU-Vorsitzende Dr. Horst Falk trug ei-ne regelrechte To-do-Liste vor, die von den Kindertagesstätten über die Feuerwehr, die Dorferneuerung und die medizinische Grundversorgung bis zur digitalen Welt reicht.

Die OP sprach über diese Punkte mit Bürgermeister Bernd Schmidt von den Freien Wählern, um den Stand und die beabsichtigte Marschrichtung zu erfahren. Der dritte Teil der kleinen Serie beschäftigt sich mit der medizinischen Grundversorgung.

Diese macht den Verantwortlichen vieler ländlicher Gemeinden schon seit einigen Jahren Sorgen, weil der zunehmenden Zahl an alten Menschen eine kleiner werdende Menge an medizinischen Dienstleistern gegenübersteht. Denn während die ansässigen Ärzte das Rentenalter erreichen, rücken keine jungen Mediziner in die Praxen nach.

Das war in den Dautphetaler Gremien schon mehrfach ein Thema, Dr. Falk griff es aber in seiner Haushaltsrede erneut auf. „Wir müssen die medizinische Grundversorgung durch vorausschauendes Handeln, aktive Ansprache und Anreizsysteme sicherstellen“, schlug der CDU-Fraktionschef vor, wobei er unter dem Stichwort Grundversorgung Haus- und Fachärzte sowie Apotheken zusammenfasste.

Bürgermeister sieht KV in der Pflicht

Als kreisweites Thema, für das es noch kein Patentrezept gibt, bezeichnet Bürgermeister Bernd Schmidt von den Freien Wählern die Problematik. Zum Zeitpunkt des Gesprächs zählte er noch zwei Praxen in Dautphe, und je eine in Buchenau, Friedensdorf und Holzhausen auf, mit deren Ärzten er in Kontakt stehe. Mittlerweile droht aber für das nächste Jahr der Verlust von zwei Arztsitzen.

Die Ursache für die ausbleibende Wiederansiedlung von Ärzten sieht Schmidt weniger in der mangelnden Attraktivität von Arztsitzen auf dem Lande als vielmehr im Formalismus der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Deren Zahlen sagen nämlich aus, dass der Landkreis mit Ärzten überversorgt ist. Das liege aber am Universitäts- und Klinikstandort Marburg, weiß nicht nur Schmidt. Dort gebe es viele Ärzte, während die Versorgung auf dem Lande zusammenbricht. „Die Menschen brauchen vor Ort Hilfe“, ist Schmidts Überzeugung. Denn der Bedarf steige, während die Mobilität nachlasse.

Deshalb müsse versucht werden, jungen Ärzten das Ansiedeln auf dem Lande zu vereinfachen. Ein möglicher Ansatz dazu seien Gespräche mit der Kreisspitze und KV-Vertretern. „Interessant“ findet Schmidt auch den Weg des DRK-Krankenhauses in Biedenkopf, Ärzten durch Praktika das Hinterland schmackhaft zu machen.

Weitere Lösungswege sucht der Dautphetaler Bürgermeister nicht nur in Zusammenarbeit mit den in der Gemeinde niedergelassenen Ärzten.

(Bericht folgt.)

von Gianfranco Fain

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