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Ziel: viele Kindergärten, viele Träger

Zukunft in Dautphetal, Teil 1: Kinderbetreuung Ziel: viele Kindergärten, viele Träger

Eine Arbeitsgruppe 
befasst sich damit, 
wie es künftig mit 
der Kinderbetreuung 
in den Dautphetaler 
Tagesstätten weitergeht.

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In diesem Jahr soll ein Weg gefunden werden, wie es mit der Kinderbetreuung in der Gemeinde Dautphetal weitergeht. Das Ziel ist, die dezentrale Struktur, also möglichst viele Standorte, und die derzeitige Trägervielfalt zu erhalten.

Quelle: Kathrin Drinkuth

Dautphetal. In ihren Reden zum Haushalt 2017 der Gemeinde Dautphetal gingen die Fraktionsvorsitzenden mehr oder weniger darauf ein, was mittelfristig in der Gemeinde geschehen soll. Einzig der CDU-Vorsitzende Dr. Horst Falk trug eine regelrechte To-do-Liste vor, die von den Kindertagesstätten über die Feuerwehr, die Dorferneuerung, und die medizinische Grundversorgung bis zur digitalen Welt reicht.

Die OP sprach über diese Punkte mit Bürgermeister Bernd Schmidt von den Freien Wählern, um den Stand und die beabsichtigte Marschrichtung zu erfahren. Der erste Teil der kleinen Serie beschäftigt sich mit der Kinderbetreuung in den Tagesstätten der Gemeinde.

Derzeit sind noch die drei in Allendorf, Dautphe und Friedensdorf in kommunaler Trägerschaft, eine, die in Hommertshausen, betreibt der Verein „Weißer Stein“ und vier sind unter kirchlicher Trägerschaft – Buchenau, Dautphe, Mornshausen und eine bereits fusionierte Kindertagesstätte mit zwei Standorten in Herz- und Holzhausen.

Getreu dem alten CDU-Slogan „kurze Beine, kurze Wege“ wirbt Dr. Falk für den Erhalt ­aller Kindergarten-Standorte – entgegen aller Konzentrationstendenzen. In dieser Hinsicht gibt es zum Beispiel das Angebot des Dekanats Biedenkopf-Gladenbach, von den Kirchengemeinden die Trägerschaft ihrer Kindertagesstätten zu übernehmen.

Ziel: Dezentrale Struktur und „Träger-Mix“ erhalten

So hätten die Kirchenvorstände Dautphe und Buchenau erklärt, ihre Trägerschaft abgeben zu wollen, sagte Dr. Falk. Ebenfalls aufgrund von Organisations- und Kostenfragen bietet sich eine Bündelung im Zuge des Kinderförderungsgesetzes (Kifög) an. Dieses mache deutlich, so Dr. Falk, dass es „wirtschaftlicher ist, kleine Einrichtungen zusammenzufassen“. Dies sei schon erfolgreich an den Standorten Holzhausen und Herzhausen geschehen. Dennoch möchte die CDU die Pluralität der Trägerlandschaft in der Gemeinde erhalten.

Diesen „Mix“ und auch die dezentrale Struktur beizubehalten, ist auch das Ziel des Gemeindevorstands, erklärt Bürgermeister Schmidt als deren Sprecher. Derzeit beschäftige sich eine ­Arbeitsgruppe mit dem Thema, will ausarbeiten, welche Trägermodelle möglich sind. Ziel: Man will mit den derzeitigen Trägern – die Kommune, die Kirchengemeinden und der Verein Weißer Stein – Lösungen finden und im Laufe dieses Jahres zur Entscheidungsreife bringen.

Dennoch gibt es dabei auch Entwicklungen zu beachten. Das Kifög führe dazu, dass es einfacher und kostengünstiger ist, ein qualitativ hochwertiges Angebot in großen Einheiten zu erreichen. Die Gemeinde lasse­ sich die Kinderbetreuung in ­diesem Jahr 3,2 Millionen Euro Kosten. Das sei der einmütige­ 
politische Wille, um die ­Gemeinde für Familien mit niedrigen Kindergartengebühren attraktiv zu erhalten.

Aber mit dieser Summe sei auch eine Schmerzgrenze erreicht.Denn die Gemeinde müsse die Kosten tragen, die durch die Auflagen des Landes in der Kinderbetreuung entstehen. Forderungen nach einer höheren Kostenbeteiligung des Landes werden deshalb immer lauter.

von Gianfranco Fain

 Positionen von FW und SPD

Joachim Ciliox (SPD): Die von allen gewollte Kinderbetreuung kostet die Gemeinde mehr als 3,2 Millionen Euro. Bei allen Absichten, die Kindertagesstätten in andere Trägerschaften zu übertragen, möchte die SPD bei der Kita-Arbeit als kommunaler Träger im Boot bleiben. Die SPD freut sich über die Zustimmung der Freien Wähler zur Forderung nach Übernahme der Kosten durch das Land.

Michael Honndorf (Freie Wähler): Die Gemeinde habe die Kinderbetreuung sicherzustellen und benötige auch das Geld für eine ordentliche Unterbringung und einen betreuungsgerechten Personalschlüssel. In der Kinderbetreuung seien und würden zusammen richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Mit einem jährlichen Defizit von mehr als drei Millionen Euro im Produktbereich Kindertageseinrichtungen sei die Gemeinde nun aber an ihrer Schmerzgrenze angekommen.

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