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Sie sind Blasmusiker aus Leidenschaft

Original Hinkelbächer Musikanten Sie sind Blasmusiker aus Leidenschaft

Posaunen- und Trompetenklänge erfüllen das Dorfgemeinschaftshaus Hommertshausen. Wir ­haben einer Dautphetaler Blaskapelle bei einer Übungsstunde über die Schultern geschaut und genau hingehört.

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Daniel Schneider (von links), Klaus Klingelhöfer und Dirk Becker stehen stellvertretend für den Spaß, der bei den Proben der Hinkelbächer Musikanten vorherrscht.

Quelle: Christian Röder

Dautphetal. Die Original Hinkelbächer Musikanten haben Spaß an der Musik – das merkt man, wenn man auch nur ­wenige Minuten einer der Proben der 18-köpfigen Blaskapelle beigewohnt hat. Da wird zwischen dem böhmischen Liedgut viel gelacht und viel geschäkert. Doch was hat die aktiven Mitglieder überhaupt dazu bewogen, mit einem Instrument anzufangen? Wir stellen drei Musiker und ihren Weg zu den „Hinkelbächern“ exemplarisch vor.

Da ist etwa der Dautpher ­Daniel Schneider mit seiner Posaune. Die musikalische Laufbahn des heute 31-Jährigen ist abwechslungsreich: Los ging‘s ganz klassisch in der Schule mit Blockflöte. „Das war Pflicht damals“, erinnert er sich. Der Vorteil: „Ich habe früh gelernt, ­Noten zu lesen.“

Richtig mit Leidenschaft dabei war Schneider dann aber im Posaunenchor, wo er die Trompete blies. Im Alter von zehn Jahren fing Schneider an. „Eigentlich schon ziemlich spät“, sagt er selbst und sein Musikerkollege Klaus Klingelhöfer ergänzt: „Nach unten gibt‘s da eigentlich keine Grenzen.“ Die bleibenden Zähne sollten kleine Nachwuchsmusiker allerdings schon drin haben, schiebt er nach.

Generell wichtig, da sind sich Dirk Becker, Schneider und Klingelhöfer einig: „Neben dem Interesse an einem Instrument muss auch der Wille zum Lernen da sein.“ Dazu gehört auch, dass man mal eine gewisse Durststrecke überwindet. Und natürlich gilt wie bei allem: „Übung macht den Meister!“

Umstellung von 
Choralmusik auf Ernst Mosch

Übung zahlte sich auch bei Schneider aus. Der hatte Blut geleckt und wollte ein anderes Instrument kennenlernen: das Parforcehorn bei den Jagdhornbläsern Mornshausen. Für die Hinkelbächer Musikanten lernt er nun schon wieder ein neues Instrument: die Posaune. „Das ist schon eine ganz schöne Umstellung“, erzählt Schneider. „Meine Noten stehen nun nicht mehr im Violinenschlüssel, sondern im Bassschlüssel. Aber ich fange ja nicht bei null an ...“

Im Posaunenchor hat auch Dirk Becker angefangen. Der 52-Jährige aus Mornshausen wurde von seinem Schwager Achim Vey gefragt, ob er nicht die Musiker unterstützen wolle. Becker wollte. Seine musikalische Laufbahn startete „mit 12, 13 Jahren“, wie er selbst sagt, mit Blechblasinstrumenten. „Ich habe dann aber wegen beruflicher Gründe aufgehört“, erinnert er sich. „Da muss ich so 22 Jahre alt gewesen sein.“ Doch die Liebe zum Musizieren war immer da. „Vor drei Jahren habe ich dann klein wieder angefangen und zum Beispiel beim Adventsfenster gespielt“, sagt Becker. Über Vey führte sein Weg dann zu den Hinkelbächern. „Ich habe meine alte Leidenschaft hier so richtig wiederentdeckt.“

Neben den wöchentlichen Proben schaut der Mornshäuser auch noch zwei Mal im Monat bei einem Lehrer vorbei. „Das ist eine gute Kombination, da wir auch viele gute Bläser bei den Hinkelbächer Musikanten haben und man sich da immer gute Tipps abholen kann.“ Zumal sich die Choralmusik, die er früher gespielt hat, deutlich von böhmischen Stücken von beispielsweise Ernst Mosch unterscheide.

„Es passt einfach alles“

Der Dritte im Musikerbunde ist Klaus Klingelhöfer. „Ich mache Musik seit 41 Jahren“, sagt der heute 47-Jährige aus Sterzhausen. Seine Instrumenten-Vita: Gitarre, Akkordeon, die „Pseudo-Posaune“ Bariton und Tuba, die er auch heute noch bei den Hinkelbächern spielt. Zu der Mornshäuser Blasmusik-Gruppe ist er über Umwege gekommen. „Ich wollte eigentlich nur mal aushelfen“, erinnert er sich. Es wurde dauerhaft.

Warum? „Es passt einfach alles. Bei den Proben geht es immer lustig zu, und wir freuen uns am Ende der Probe immer schon auf die nächste Übungsstunde“, sagt Klingelhöfer. „Das genial Gute ist auch, dass man immer noch ein kleines Schwätzchen hält – auch darüber, wie man noch besser spielen kann.“

Denn obwohl der Spaß im Vordergrund steht, möchten sich die Instrumentalisten immer auch musikalisch weiterentwickeln. Vor allem braucht das Ensemble dafür auch neue Musiker. Auch wenn die Hinkelbächer Musikanten bereits jetzt auf viele ehrgeizige und engagierte Instrumentalisten zurückgreifen können, „wenn mal einer krank wird, wird‘s schon eng“, sagt Klingelhöfer.

Deshalb sind die Mitglieder ständig auf der Suche nach neuen Musikern, die die eigenen Reihen verstärken können. Insbesondere möchte man auch junge Nachwuchsmusiker ansprechen.

  • Geübt wird immer dienstags von 20 bis 22 Uhr im Bürgerhaus Hommertshausen. Interessenten könnten einfach zu einer Schnupperprobe vorbeikommen, sagt der Vorsitzende Achim Vey, oder unter der Telefonnummer 0175/7953830 mit ihm Kontakt aufnehmen.

von Christian Röder

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