Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Schöheitskur für Waldschwimmbad Dautphetal

Investitionen Schöheitskur für Waldschwimmbad Dautphetal

Neben der Realisierung ­eines Bürgerbusses steht das Waldschwimmbad Holzhausen ganz oben auf Dautphetals Investitionsliste: 300 000 Euro sind
im Haushalt eingeplant.

Voriger Artikel
Landwirte fürchten Einschränkung
Nächster Artikel
Ziel: viele Kindergärten, viele Träger

Das Waldschwimmbad in Holzhausen wird derzeit grundlegend saniert. Insgesamt sind dafür 35 000 Euro vom ­Förderverein und 300 000 Euro aus dem Ikek-Programm vor-­gesehen.

Quelle: Thorsten Richter

Holzhausen. Das Freibad am Waldrand ist beliebt, stellt Thomas Klingelhöfer, Vorstandsmitglied des Fördervereins Waldschwimmbad Holzhausen, klar. 1 225 Mitglieder habe der Verein. Zur Erklärung: Mitglied wird, wer eine Jahreskarte, inklusive Dauerauftrag zur jährlichen Verlängerung der Mitgliedschaft erwirbt.

„Mehr als 40 Prozent unserer Mitglieder kommen nicht aus der Gemeinde Dautphetal, manche gar aus Gießen“, erklärt der Beisitzer und weist auf die „überregionale Bedeutung“ des Waldschwimmbads hin. „Die meisten Jahreskarteninhaber kommen aus dem Raum Marburg; junge Familien mit mehreren Kindern stellen den größten Anteil.“ Das Waldschwimmbad sei in den Sommermonaten ein „wesentlicher Anlaufpunkt des Tourismus“ in Dautphetal.
Eben dieses Renommee sei mit ein Grund dafür gewesen, dass das Freibad mit in das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (Ikek) gekommen sei, sagt Klingelhöfer. Die Gemeindevertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung dem Haushalt zugestimmt und damit den Weg für Investitionen in Höhe von 300 000 Euro im Waldschwimmbad freigemacht.

Für dieses Geld soll das große Becken saniert werden. Und dieses ist aufgrund seiner Ausmaße eine Besonderheit im gesamten Hinterland: 50 mal 25 Meter ist es groß und bis zu 3,85 Meter tief. 3 500 Kubikmeter Wasser fasst es. „Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Klingelhöfer. „Zumal es bei uns umrahmt wird durch die Liegefläche, ein kleines Becken und ein Planschbecken sowie das Beachvolleyballfeld.“
Förderverein ist schon aktiv

Für das geplante Ikek-Projekt habe es mittlerweile auch schon einen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde und einem Planungsbüro gegeben. Die bisherigen Planungen sehen vor, dass es im September, nach Abschluss der diesjährigen Saison, mit der Sanierung losgeht.

„Wir haben schon seit Längerem einen Wasserverlust beim großen Becken“, sagt Klingelhöfer. „Die Wände sind zudem renovierungsbedürftig.“ Neben der Erneuerung der Wände soll auch die sogenannte Schwallrinne unterhalb der Beckenränder erneuert werden. Zuletzt wird eine Folie aufgebracht.

„Wenn alles so klappt, wie es derzeit geplant ist, sollen die Ikek-Arbeiten über Herbst, Winter und Frühling laufen, sodass wir nächstes Jahr wieder eine Schwimmbad-Saison in einem runderneuerten Freibad haben“, sagt Klingelhöfer. Denn nicht nur das große Becken, das durch das Ikek saniert wird, ist dann neu: Der Förderverein ist dabei, die Technik auf den aktuellen Stand zu bringen. „Wir hatten zum Start der Badesaison 2016 ein technisches Problem, welches kurzfristig behoben werden musste, um den Betrieb sicherzustellen“, erinnert sich Klingelhöfer. Ein großes Leck in einem Druckrohr, das das große Becken befüllt, war der Übeltäter. Es musste mit einer ­Behelfsmanschette geschlossen werden.
„Dies war aber nur eine Übergangslösung“, erklärt Klingelhöfer. Für rund 35 000 Euro aus ­eigenen Mitteln wird deshalb derzeit die komplette Verrohrung ausgetauscht. Im Zuge dessen wurde auch an den Pumpen gewerkelt. In ein bis zwei Wochen werde man damit aber wahrscheinlich fertig sein.

Doch auch dann warten noch viele Arbeiten auf den Förderverein. Wie in den Jahren zuvor müssen die Bäume und die große Liegewiese in Ordnung gebracht werden. Dann folgt die Komplettreinigung und das Streichen der Schwimmbecken, an denen der Winter seine Spuren hinterlassen hat. „Unser Ziel ist, dass wir Anfang Mai mit allem fertig sind und in die Saison starten können“, hofft Klingelhöfer.

von Christian Röder

 
Hintergrund
Das Waldschwimmbad wurde in den 1930er-Jahren gebaut und 1950/60 grundlegend saniert. Im Jahr 2003 übernahm der Förderverein das Bad von der Gemeinde Dautphetal. Diese zahlt jährlich einen Zuschuss in Höhe von 11 000 Euro. Die gut 100 ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins kümmern sich um den Badebetrieb. Seit 2003 investierte der Verein rund 250 000 Euro in das Bad – ohne die Kosten der jährlichen Ausbesserungs- und Malerarbeiten zum Saisonstart. Mit dem Großteil des Geldes wurde das mittlere Becken renoviert, alle Druckleitungen ausgetauscht und die sanitären Anlagen erneuert.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr