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Rock ‘n‘ Roll unter Regenschirmen

„Rockin‘ Hinterland“ Rock ‘n‘ Roll unter Regenschirmen

Ein echter Rockfan lässt sich auch von miesem Wetter nicht den Spaß verderben. So wie am Wochenende in Dautphe, wo mehr als 100 Besucher vor dem Rathaus im strömenden Regen ausharrten.

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Ritterschlag für die belgische Tribute-Band: Status-Quo-Songschreiber Alan Crook (Zweiter von rechts) rockte zusammen mit ihnen auf der Bühne.

Quelle: Sascha Valentin

Dautphe. „Was willste machen? Wir haben trotzdem gute­ ­Stimmung“, sagte Organisatorin Martina Gerlach, zuckte­ lässig mit den Schultern und stimmte als Beweis dafür sofort wieder in den Gesang ein. Immerhin stand da auf der Bühne des Festivals „Rockin’ Hinterland“ nicht irgendwer, sondern ein Musiker, dessen Band mit mehr als 60 Hit-Singles als die zweit-erfolgreichste Großbritanniens gilt: Status-Quo-Bassist John „Rhino“ Edwards!

Gänzlich unbeeindruckt vom Dauerregen griff der mit seinem neuen Projekt „Rhino’s Revenge“ ordentlich in die Saiten und ließ das Publikum dabei auch zu den großen Status-Quo-Hits wie „In the army now“ oder „Rockin’ all over the world“ mitsingen. Selbst wer keinen Platz unter­ ­einem der großen Schirme fand, die Gerlach und ihr Team vor Beginn des Festivals aufgestellt hatten, hatte angesichts der Stimmung, die Edwards verbreitete, den Regen schnell vergessen und rockte ausgiebig mit dem Star auf der Bühne ab.

Damit bereitete „Rhino“ auch den Boden für die fünf Mädels mit dem bezeichnenden ­Namen „She’s got balls“, die im Anschluss die Bühne stürmten und vom Publikum bereits jubelnd empfangen wurden. Kein Wunder, denn die Ladys hatten bereits mit ihrem Auftritt beim Festival im Vorjahr bewiesen, dass harte Rock-Sounds keine Männerdomäne sind und sie in Kennerkreisen als eine der besten AC/DC-Tribute-Bands ­Europas gehandelt werden.

Durchgeschwitzt vom Luftgitarrespielen

Daran ließen die Mädels um Frontfrau Iris Boanta mit ihrer Rockröhre auch diesmal keinen Zweifel aufkommen und lieferten eine akustisch, wie optisch „heiße“ Show ab.

Der zweite Festivaltag stimmte dann sogar vom Wetter her etwas versöhnlich. Zwar nieselte vereinzelt noch ein Regenschauer auf die Feiernden nieder, doch war das weit entfernt von den durchnässten Klamotten des Vortages.

Die waren diesmal eher schweißgetränkt vom Mitrocken und Luftgitarrespielen der Fans zum Sound der „Belgian Quo Band“, die ebenfalls die Hits der britischen Rockcombo genial rüberbrachte und dabei sogar prominente Unterstützung unterhielt. Niemand geringeres als Status-Quo-Textschreiber Alan Crook, der auch schon die vorangegangenen Festivals besucht hat, ließ sich nicht zweimal bitten. Er lieh den Belgiern bei einigen Stücken seine Stimme – ordentlich gefeiert von den Hinterländer Fans, die den Briten mit dem Dundee-Hut längst ins Herz geschlossen haben.

Das Finale des diesjährigen Festivals „Rockin’ Hinterland“ bestritten die Lokalmatadore der „Meadowbrooks“, die nicht nur von Anfang an zu dem Festival dazugehören, sondern sich als „Hausband“ des Lokals „Chilis“ von Martina Gerlach längst eine treue Fangemeinde 
aufgebaut haben. Zusammen mit den Hinterländer Jungs ließen sie es zu den Hits aus vier Jahrzehnten Musikgeschichte­ noch einmal richtig krachen und bescherten dem vierten Musikfestival so trotz Regenauftakts einen versöhnlichen ­Abschluss.

von Sascha Valentin

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