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„Sind keine Konkurrenz zum Handel“

Repair-Café „Sind keine Konkurrenz zum Handel“

Diesen Samstag, 11. Februar, ist es wieder so weit: Das nächste Repair-Café findet in Dautphe an der Mittelpunktschule statt.

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Andreas Krug und Harald Achenbach haben sich eines Standmixers angenommen und überprüfen nun, warum der von einem Tag auf den anderen den Geist aufgegeben hat.

Quelle: Sascha Valentin

Dautphe. Im Interview ­äußert sich der Koordinator des Repair-Cafés, Roland Hartmann (66) aus Holzhausen, zu dem Projekt.

Herr Hartmann, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Repair-Café in Dautphe zu veranstalten?
Roland Hartmann: Die Grundidee für Repair-Cafés stammt aus Holland. Aber wir kamen durch eine TV-Sendung darauf: Darin hat der Generaldirektor des Deutschen Museums in München, Professor Wolfgang Heckl, das Konzept vorgestellt. Dann haben wir Leute zusammengesucht, die sich angesprochen fühlten. Es ist ein Projekt für Freiwillige. Toll passt es, dass die Schule auch mittendrin ist und die Räume gleich zur Verfügung gestellt hat.

Was wird genau gemacht, wenn ich mein kaputtes Gerät zum Repair-Café mitbringe?
Hartmann: Erst einmal findet eine Anmeldung für Sie und Ihr Gerät statt. Die Wartezeit können Sie mit einem Stückchen Kuchen und einem Kaffee überbrücken. Dann schauen sich die jeweiligen Fachleute das Gerät an und begeben sich auf Fehlersuche. Wir schauen, was man noch machen kann, und geben unser Bestes, um das jeweilige Gerät zu reparieren.

Wer gehört denn zu den Helfern?
Hartmann: Am Anfang haben wir überlegt, wen wir kennen und wer mitmachen könnte. Von Beginn an waren wir dann ungefähr 20 Personen, inklusive Freiwilligen, die für Kaffee und Kuchen gesorgt haben. Es helfen sogar Schüler mit, die unter Anleitung der Fachleute auch Geräte reparieren. Mittlerweile sind es bei jedem Treffen so um die 28 bis 30 Helfer.

Wie wird die Aktion finanziert?
Hartmann: Die Aktion trägt sich eigentlich selbst, wir sammeln Spenden ein; das Material wird davon bestritten, und jeder bringt auch immer selbst ein paar spezielle Werkzeuge oder auch Material mit. Das Repair-Café findet unter dem Dach der Aktion „Freiwillig aktiv in Dautphetal“ statt. Unterstützung erfahren wir aber natürlich auch von Gemeindeseite; hier seien insbesondere Bürgermeister Bernd Schmidt und Udo Kamm erwähnt.

Gab es von Beginn an Unterstützung?
Hartmann: Ja, unsere Aktion wurde direkt unterstützt, und es gab keine Gegner. Die Idee kam gut an. Unser Repair-Café soll ja auch keine Konkurrenz für andere Händler oder den Markt sein.

Können Sie und Ihre Mitstreiter jedem helfen, der mit seinem Problem zu Ihnen kommt?
Hartmann: Es gab auch schon Fälle, bei denen wir den Leuten leider nicht helfen konnten. Irgendwann stoßen auch wir an unsere Grenzen. Grundsätzlich geben wir aber alle unser Bestes und versuchen, so gut es geht zu helfen. Und wenn sich ein Gerät partout nicht mehr reparieren lässt, kann man es bei uns auch der Endverwertung zuführen. Wir haben auch eine Zusammenarbeit mit Integral, ­einer kreiseigenen Firma, die beispielsweise Ersatzteile liefert und auch nicht zu Reparierendes mitnimmt.

Wie viele Leute wenden sich ungefähr pro Treffen an das Team?
Hartmann: Meistens so zwischen 30 und 35 Leuten. Einmal waren es sogar 50.

Wie lange machen Sie das schon?
Hartmann: So in etwa seit zwei Jahren.

Was ist das am meisten mitgebrachte Gerät?
Hartmann: Das ist von der Jahreszeit abhängig. Während vor Weihnachten eher Beleuchtungen hergebracht werden, werden im Frühjahr wohl eher beispielsweise Fahrräder mitgebracht. Was auch immer häufig dabei ist: Nähmaschinen.

Wann findet das nächste Treffen statt?
Hartmann: Am 11. Februar von 10 bis 14 Uhr in der Mittelpunktschule Dautphetal. Es ist immer ein fröhliches Miteinander, und jeder ist herzlich eingeladen. Hier im Umkreis haben wir in Cölbe und auch in Cappel zwei weitere Repair-Cafés.

von Jonathan Heuser

Hintergrund
Das Repair-Café in Dautphe ist ein Treffen, das mehrmals im Jahr stattfindet. Dort können Leute, die Probleme mit einem Haushaltsgerät haben, dieses vorbeibringen. Die Bandbreite reicht vom Staubsauger über Mixer, Nähmaschinen, Waffeleisen und Bügeleisen. Vor Ort schauen sich freiwillige Helfer das Gerät an und reparieren es im besten Falle. Das Repair-Café 
Dautphe wird seit zwei Jahren in der Mittelpunktschule Dautphe (MPS) veranstaltet. Es stehen verschiedene Fachleute zur Verfügung: Elektriker, Näherinnen und ein Fahrradmechaniker helfen kostenlos bei allen möglichen Reparaturen.
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Experten helfen Elektroschrott vermeiden
Am Samstag nutzten zahlreiche Besucher das kostenlose Reparatur-Angebot in der MPS Dautphetal. Foto: Sascha Valentin

Das Repair-Café der Leitstelle „Freiwillig aktiv“ und der Dautphetalschule erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Bei der ersten Aktion des Jahres verzeichneten die Verantwortlichen einen Teilnehmerrekord.

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