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Pfarrerin überzeugt mit ihrer Stimme

Musical über Katharina Luther Pfarrerin überzeugt mit ihrer Stimme

Das Leben Luthers und den Verlauf der Reformation aus einer ungewöhnlichen Perspektive haben die Zuschauer eines Musicals in der Christuskirche kennengelernt.

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Wandelbare Hauptdarstellerin: Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt macht unter anderem als Nonne eine gute Figur.

Quelle: Sascha Valentin

Friedensdorf. „Wenn Engel ­lachen ...“ erzählt die Geschichte aus der Sicht von Martin Luthers Ehefrau, Katharina von Bora. Miriam Küllmer-Vogt in der Rolle der Katharina war die einzige Darstellerin, die in dem Stück agierte. Unterstützt wurde die Pfarrerin lediglich von Peter Krausch, der die Lieder am Klavier einspielte und dabei bisweilen auch die zweite Stimme übernahm.

„Ein Musical, gespielt nur von einer Person – wie soll das funktionieren?“, mochte sich mancher Zuschauer gefragt haben. Geradezu brillant füllte­ 
 Küllmer-Vogt nicht nur ihre Rolle, sondern mit ihrer Präsenz auch den gesamten Bühnenraum rund um den Altar aus. Obwohl einen Großteil der Inszenierung Monologe ausmachten, in denen sie das Publikum an ihrem Seelenleben und Denken teilhaben ließ, wurde es nicht langweilig. Das war dem ebenso ausdrucksstarken, wie temperament- und humorvollen Spiel der Darstellerin zu verdanken.

Auf diese Weise erfuhren die Zuschauer etwa, welche Erleichterung es für die Nonnen war, aufgrund der Lehre Luthers die gefängnisgleichen Mauern der Klöster verlassen zu können, oder dass körperliches Begehren für sie ein Fremdwort war. Ebenso erfuhr das Publikum, dass anfangs weder Katharina noch Martin Luther sonderlich viel voneinander wissen wollten und eigentlich schon vergeben waren.

Kurzweilig, unterhaltsam und humorvoll

Aber auch die Zweifel, die Katharina angesichts der sich unkontrolliert auswachsenden Reformationsbewegung befielen, vermittelte Küllmer-Vogt – inklusive eines Blicks auf die Folgen wie Bildersturm und Bauernkriege. Daneben gab es auch die Szenen, in denen die Schauspielerin tatsächlich mit weiteren imaginären Personen auf der Bühne interagierte – darunter zum Beispiel Martin Luther.

Bravourös gelang es der Darstellerin, durch ihre eigene Reaktion darauf die nicht vorhandene Stimme Luthers für das Publikum „hörbar“ zu machen und den Reformator so in die Inszenierung zu integrieren.

Auch überzeugte die ausgebildete Pfarrerin mit ihrem ­Gesangstalent. Denn auch die 
ge­sungenen Einlagen zwischen den Spielszenen übernahm sie ganz alleine und brillierte dabei mit einer beachtlichen Stimme, die ebenso vielseitig war wie ihr munteres Spiel. Viele der Lieder bestanden dabei aus Zitaten Luthers und Bibeltexten – darunter etwa die Passage aus dem 
1. Korinther-Brief: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe – aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Am Ende stand dann bei allen Zuschauern ein einmütiges Fazit: Einen so kurzweiligen, unterhaltsamen und humorvollen Abend zum Thema Luther und Reformation, noch dazu gestaltet von nur einer Frau, hatten sie bisher noch nicht erlebt.

von Sascha Valentin

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