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Keine Hilfe für Projektierer durch Gemeinde

Windkraft-Investoren in Herzhausen Keine Hilfe für Projektierer durch Gemeinde

Erneut gehen in Herzhausen Investoren um, die Grundstücke für den Bau von Windkraftanlagen pachten wollen. Die Gemeinde Dautphetal habe damit nichts zu tun, sagt Bürgermeister Bernd Schmidt.

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Projektierer wollen Grundstücke pachten, um auf den Höhen­zügen bei Herzhausen Windräder zu errichten.

Quelle: Gianfranco Fain

Herzhausen. Schon einmal sollten auf den Höhenzügen bei Herzhausen Windkraftanlagen entstehen. Anfang 2013 wurde­ die Energiegenossenschaft Dautphetal-Gladenbach gegründete, zählte bald 111 Mitglieder und steckte recht schnell in der Flaute. Ein Windgutachten ergab, dass nur mit mittleren Windstärken von 5,75 bis 5,8 Metern pro Sekunde zu rechnen sei und damit erheblich weniger als den 6,25 aus den Prognosen.

Folglich sanken die zu erwartenden Erträge. Gernot Wege, Vorsitzender der Energie-Genossenschaft Dautphetal-Gladenbach, sagte damals der OP und später auch den Genossenschaftsmitgliedern: „Damit sind Windkraftanlagen nicht wirtschaftlich zu betreiben, wenn man ordentlich kalkuliert.“ Zwei Jahre nach ihrer Gründung löste sich die Genossenschaft wieder auf.

Zudem spalteten die Pläne der Genossenschaft das Dorf. Befürworter und Gegner hielten sich etwa die Waage. Windkraftgegner verweigerten der Genossenschaft, ihre Grundstücke zur Verfügung zu stellen. Doch nun gibt es wieder Wind um die „Vorrangzone 3123“. Investoren machen in Herzhausen die Runde,­ wollen Flächen pachten, um ­einen Windpark zu errichten.

Schmidt: „Wie soll sich das rechnen?“

Die Gemeinde hat damit nichts zu tun, erklärt Bürgermeister Bernd Schmidt. Diese habe sich zwar damals für die Aufnahme des Vorranggebietes in den Teilregionalplan Energie eingesetzt, dies aber nur, weil aus der Bevölkerung der Wunsch nach einer Unterstützung der Energiewende und der Beteiligung an den Erträgen aus regenerativer Energie geäußert wurde. Außerdem wollte die Gemeinde die möglichen Standorte eingrenzen, damit es keinen Wildwuchs von Windkraftanlagen geben kann. So beschloss es auch die Gemeindevertretung.

Schmidt wundert sich nun über die neuerlichen Versuche mehrerer Projektierer, denn die Konditionen nach dem EEG haben sich seitdem weiter verschlechtert. „Wie soll sich das rechnen?“, lautet da die Frage. Schmidts Befürchtung ist: Auswärtige Investoren würden ­Anlagen errichten, mit Gewinn verkaufen, und dann müssten die Menschen vor Ort zusehen, wie sie damit zurechtkommen. Die Gemeinde werde die Bestrebungen nicht unterstützen, weil das Hinterland schon einen großen Beitrag zur Energiewende geleistet hat.

Allerdings könne sie Windparks in den Vorranggebieten auch nicht verhindern, denn sie sei gesetzlich in der Pflicht, auf ihren Wegen im Wald einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewähren. Somit liege es an den Privatwaldbesitzern, die Errichtung von Windrädern zu verhindern, meint Schmidt. Diesen gehören die meisten kleinteiligen Grundstücke auf dem Streichen- und Teile des Dusen- und Kaltenbergs, wenige der Gemeinde und einige auch Hessen Forst.

von Gianfranco Fain

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