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Gastgeber zeigen sich heimatverbunden

Männergesangsverein Gastgeber zeigen sich heimatverbunden

Der verbindende Charakter der Musik und des Männergesangvereins Allendorf / Hohenfels wurde während des zweitägigem Freundschaftssingen deutlich.

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14 Gruppen aus örtlichen Vereinen zogen am Pfingstmontag mit durch Allendorf.

Quelle: Sascha Valentin

Allendorf. Anlässlich der Feier zum 120-jährigen Bestehen des Männergesangvereins (MGV) Allendorf/Hohenfels waren elf befreundete Chöre eingeladen, mit ihren Beiträgen im Festzelt klangvoll für den Chorgesang zu werben. Der Gastgeber aus Allendorf präsentierte sich dabei betont heimatverbunden und stimmte die beiden Titel „Mein Dorf“ und „Heimat“ an - und das mit solcher Kraft und Erhabenheit, dass Kreisausschussmitglied Helmut Wege gar von einer „menschlichen Orgel“ sprach.

Dabei hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht miterlebt, dass die Sänger durchaus in der Lage sind, noch eine Schippe draufzupacken. Am zweiten Tag schlossen sich die Allendorfer und Friedensdorfer mit den Sangesbrüdern des MGV Breidenstein zusammen, die ebenfalls von Matthias Nassauer geleitet werden, und boten ihrem Publikum mit stolzen 71 Sängern unter anderem ein stimmgewaltiges „Bier“ an. Wie facettenreich der Chorgesang ist, zeigten aber auch die anderen Gastchöre. Eine beeindruckende Vorstellung lieferte etwa der MGV Roth ab, der „Tage wie diese“ von den Toten Hosen und das humorvolle und selbstironische Stück „Wir sind die alten Säcke“ zum Besten gab.

Der MGV Dautphe wiederum gab sich mit „Die Nacht“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“ betont traditionsbewusst, während andere Chöre wie die MGV aus Cappel und Langenstein oder auch der Gesangverein Buchenau modernes Liedgut wie „Ich wollte nie erwachsen sein“, „Mann im Mond“ oder „Major Tom“ anstimmten. Auch die Concordia Chöre Mornshausen, der Frauenchor und MGV Hommertshausen sowie die Chorgemeinschaft MGV Sterzhausen/Michelbach nahmen am Freundschaftssingen teil.

Festzug schlängelt sich durch Allendorf

Am letzten Tag des großen Sängerfestes am Hohenfels haben auch die örtlichen Vereine gezeigt, dass sie hinter dem Chor stehen. In einem großen Festzug mit 14 Gruppen zogen sie durch den Ort und stellten dabei ihre Kreativität unter Beweis. Denn nicht alle Teilnehmer hatten sich auf Wagen niedergelassen, um von dort aus die Umstehenden mit einem süßen Bonbonregen zu versorgen oder, wie im Falle der Feuerwehr, mit einer kalten Dusche aus der Kübelspritze. Einige marschierten auch zu Fuß und hatten sich auch dem Anlass entsprechend in Schale geworfen.

Die DLRG-Frauen etwa ließen die ZDF-Hitparade mitsamt Stars wie Wolle Petry, Heino und Roberto Blanco wieder aufleben und die gut aufgelegte Schwesterschaft von „Sister Act“ sorgte für den nötigen göttlichen Beistand auf dem Jubiläumsfest.

Die Jubilare, der MGV Allendorf/Hohenfels, fuhren dem Festzug voraus – natürlich laut singend, wie es sich für einen Gesangverein gehört. Eher nicht viel von dem Zug mitbekommen haben dürfte der kleine Jonne, der von Mama Lena getragen wurde. Mit gerade einmal vier Tagen war er der jüngste Teilnehmer an dem Festzug.

Mit der Größte im Sängerkreis

Der Männergesangverein Allendorf/Hohenfels stellte das Festwochenende zu seinem 120-jährigen Bestehen unter das Motto „Musik kennt keine Grenzen“. Am Samstag fand der Festkommers statt.

Allendorf. Auf den Männergesangverein (MGV) Allendorf/Hohenfels trifft der verbindende Charakter in mehrfacher Hinsicht zu. Das wurde im Verlauf des Festkommers deutlich. Wie kein anderer Chor im Sängerkreis sei es ihm in den vergangenen Jahren gelungen, eine Brücke zwischen Jung und Alt zu schlagen, betonte Vorsitzender Armin Kaiser.

Stand 2009 noch die Zukunft des Chores auf wackeligen Beinen, da die Sängerzahl auf 15 geschrumpft war, ist der Chor heute mit 49 Aktiven einer der größten Chöre des Sängerkreises, wie dessen Vorsitzender Manfred Wagner bestätigte. Zu verdanken ist das einerseits dem Zusammenschluss mit den Nachbarn des MGV Friedensdorf, andererseits aber auch Matthias Nassauer, der die Chorgemeinschaft 2013 als Chorleiter übernahm.

Weil er schon seit Jahren mit den Burschen in Allendorf Ständchen gesungen hat, gelang es ihm, diese zu motivieren, sich dem MGV anzuschließen. Dadurch hat der Chor die Zahl seiner Sänger innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt, wodurch er in seinem Jubiläumsjahr wieder genau dieselbe Sängerzahl habe wie vor 30 Jahren, stellte Ortsvorsteher Tim Vollmerhausen fest. Bemerkenswert ist dabei auch die Altersspannbreite: Das jüngste Mitglied ist unter 20, das älteste über 80 Jahre.

Trotzdem harmonierten sie perfekt miteinander und sie empfinde Bewunderung für einen Verein, dem es in diesem Maße gelinge, den verbindenden Charakter der Musik so sehr hervorzuheben, sagte SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Löber.

Schirmherr Jürgen Mangner würdigte den MGV als feste Größe im Dorfleben und verwies darauf, dass es nur durch die Einsatzbereitschaft vieler Ehrenamtlicher möglich sei, so lange durchzuhalten und ein solch stolzes Jubiläum zu feiern. Dass der MGV Allendorf mit seinem verbindenden Charakter eine Vorbildfunktion auch über die Ortsgrenzen hinaus erfüllt, darauf verwies Bürgermeister Bernd Schmidt (FW).

Kreisausschussmitglied Helmut Wege (CDU) hob hervor, dass der Chor mit seinem Gesang einen Schlüssel zur menschlichen Seele habe. Denn er spende den Menschen Freude, Trost und Erbauung.

von Sascha Valentin

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