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Leerstand droht in Wolfgruben

Dorfgemeinschaftshaus Leerstand droht in Wolfgruben

In Dautphetal wird über die künftige Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser diskutiert – auch in Wolfgruben. Hier wird die Debatte dadurch befeuert, dass demnächst Räume von „Kita3K“ leer stehen werden.

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Was wird aus dem Dorfgemeinschaftshaus in Wolfgruben? Am Mittwoch gibt es dazu ein Treffen mit Vereinen und Dorfgemeinschaft.

Quelle: Christian Röder

Wolfgruben. Durch den Auszug der kommunalen Arbeitsgemeinschaft Kinderbetreuung in kirchlich-kommunaler Kooperation („Kita3K“) bis Mitte­ kommenden Jahres wird die Frage nach einem neuen, zeitgemäßen Nutzungskonzept akut. Denn nicht nur die Büroräume in einem Teil des Wolfgrubener Dorfgemeinschaftshauses (DGH) stehen dann leer.

Laut Ortsvorsteher Harald Fett fallen auch rund 40 Nutzungen pro Jahr wegWährend mehrerer Ortstermine der Projektgruppen des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek) wurden bereits Analysen über das DGH Wolfgruben vorgenommen, führte Fett während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates aus. „Zum Teil wurden schlechte ­
Zustände festgestellt“, sagte er.

Auch Abbrüche bestimmter Bereiche des Gebäudes seien im Gespräch gewesen. „Das hat für mich keinen Sinn, weil wir dadurch nichts sparen“, sagte er. „Die nicht genutzten Räume machen keine Kosten und könnten als Lager genutzt werden.“ Nichtsdestotrotz müsse man nun verstärkt über ein neues Konzept zur Nutzung nachdenken, sagte Fett. „Und dazu müssen wir alle Vereine sowie die Dorfgemeinschaft mit ins Boot holen. Jeder ist nun gefragt, sich Gedanken zu machen.“

Ortsvorsteher: Nachmietersuche ist „dringlich“

Klar ist – das wurde auch durch Beiträge der Besucher der Ortsbeiratssitzung deutlich – dass das DGH weit weniger genutzt wird als noch vor zehn Jahren. „Leider nimmt in Wolfgruben das Vereinsleben ab, somit werden auch weniger Veranstaltungen stattfinden“, erklärte Fett. Er empfahl auch, auf „externe Gruppen und Vereine“ zuzugehen. Als Beispiel nannte er etwa die Volkshochschule.

Als „dringlich“ bezeichnete Ortsvorsteher Fett die Vermietung der ehemaligen Kindergarten- und jetzigen „Kita3K“-Räume. „Diese könnten beispielsweise als Büro oder Ähnliches an externe Mieter wie Firmen und Unternehmen vergeben werden“, sagte Fett. Allerdings müssten dazu Anzeigen geschaltet werden, ansonsten werde es schwer, einen Mieter zu finden. „Von selbst wird sich sicher nichts tun, man muss es anbieten“, sagte er.

Fett hob hervor, dass nach ­einer Grundreinigung – unter anderem im Saal – auch ein besserer Zustand eingetreten sei. „Man kann hier durchaus gut feiern“, sagte er und verwies auch auf den Dautphetaler Seniorentag, der noch am Nachmittag der Sitzung in den Räumen abgehalten wurde.

Bürgermeister hofft auf Impulse durch Bürger

Von der Gemeindeseite ist aktuell eine Erneuerung des Sanitärbereichs angedacht, bestätigte Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) am Tag nach der Versammlung. Im Zuge dessen sei auch ein behindertengerechter Zugang zum Haus und eine barrierefreie WC-Anlage geplant. Insbesondere­ der Zugangs sei relativ problemlos möglich, da man von der Rückseite des Gebäudes bereits ebenerdig in das DGH gelangen kann.

Auch Schmidt hofft nun, dass vonseiten der Ortsgemeinschaft Impulse und Ideen kommen, die Versammlungsstätte zukunftsfähig zu machen. Wie Ortsvorsteher Fett erklärte, existiere bereits ein älteres Konzept vom ehemaligen Ortsbeirat. Dieses könne man auf den neuesten Stand bringen.

Der Ortsbeirat bietet allen Wolfgrubener Vereinen, Gruppen und Organisationen an, gemeinsam Pläne für ein Nutzungskonzept des DGH auszuarbeiten. Zudem ist die komplette Dorfgemeinschaft eingeladen, Impulse zu dem Thema zu geben. Dafür trifft sich der Ortsbeirat mit Interessierten am Mittwoch, 28. Juni, um 19 Uhr im DGH, In Wolfgruben 23.

Nachfolge von 
„Kita3K“ noch offen

Die kommunale Arbeitsgemeinschaft „Kinderbetreuung in kirchlich-kommunaler Kooperation“, kurz „Kita3K“, soll bis zum 31. Juli kommenden Jahres aufgelöst werden – das sind exakt zehn Jahre nach der Gründung des Zusammenschlusses. Koordiniert wurde in der Arbeitsgemeinschaft die Zusammenarbeit der Kommunen Angelburg, Biedenkopf, Breidenbach und Dautphetal im Bereich der Kinderbetreuung. Das Büro der Agentur befindet sich im DGH in Wolfgruben. Die ­Beratungstätigkeit der AG wird, so der aktuelle Plan, bis zum Schluss angeboten werden. Die Fortbildungsangebote werden wahrscheinlich bereits zum 31. März 2018 eingestellt.

Noch unklar ist, ob es eine interkommunale Nachfolge-­organisation der „Kita3K“ geben wird. Denn: Viele der Tätigkeiten und Aufgaben, die vor zehn Jahren zur „Kita3K“-Gründung geführt hatten – der Neubau zahlreicher Kinderkrippen und die Umsetzung der neuen Regelungen nach dem hessischen Kinderförderungsgesetz – sind mittlerweile abgeschlossen.

von Christian Röder

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