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Straßenbauliste liegt in Schublade bereit

Bauamt Dautphetal Straßenbauliste liegt in Schublade bereit

In der Prioritätenliste des gemeindlichen Bauamts sind 32 Straßen an oberster Stelle aufgeführt, die in den nächsten fünf Jahren zu erneuern wären.

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Dautphetals Bauamt legte Prioritäten für Gemeindestraßen fest. Investitionen gibt es vermutlich erst mit Zuschüssen aus der „Hessenkasse“.

Quelle: Uwe Zucchi / dpa

Dautphetal. Seit der Parlamentssitzung Anfang November halten die Gemeindevertreter die „Prioritätenliste Gemeindestraßen“ in ihren Händen. Angefordert hatten sie diese Ende April auf Antrag der SPD, den alle drei Fraktionen einstimmig befürworteten. Was die Rangliste für Auswirkungen hat, ist allerdings noch offen – die Fraktionen haben noch nicht darüber beraten und somit auch noch keine Schlüsse aus ihr gezogen.

Ein wenig mehr Transparenz in den Planungen für den Straßenbau, womit eigentlich vorwiegend die Sanierung und der Erhalt gemeint sind, wollten die Gemeindevertreter erlangen, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Horst Falk. Damit man besser einschätzen könne, was vordringlich gemacht werden müsse, oder welche dringenden Arbeiten vorgezogen werden können, wenn „mal Geld übrig ist“.

Große Auswirkungen auf den Haushalt 2018, den Entwurf wird Bürgermeister Bernd Schmidt am 18. Dezember den Gemeindevertretern vorstellen, erwartet Dr. Falk nicht, aber schon „für die darauf folgenden“. Vermutlich in den Beratungen um die Verwendung des Geldes aus der „Hessenkasse“ werde es darum gehen, ob die Gemeinde Dautphetal die Zuschüsse des Landes in die Straßensanierung investiert, meint der CDU-Fraktionschef.

Mevius: Prioritätenliste als Orientierungshilfe

In den Ortsbeiräten ist die Prioritätenliste dagegen schon Gesprächsthema. Das Dautpher Gremium hat zum Beispiel erfreut zur Kenntnis genommen, dass sich die als vordringlich eingestuften Straßen mit der Wahrnehmung des Beirates decken, berichtet Ortsbeiratsmitglied Frank Schmidt. Für Dautphe sind zum Beispiel 5 Straßen in der obersten Priorität aufgeführt. Dies bedeutet, sie sollten nach 
Einschätzung der Bauamtsmitarbeiter in den nächsten fünf Jahren ­erneuert werden.

Insgesamt sind in dieser Kategorie­ 32 Straßen aufgeführt, jeder Ort der Großgemeinde ist mit mindestens einer Straße dabei. Zwei weitere Einstufungen gibt es noch mit den Zeitrahmen 5 bis 15 Jahre, und über 15 Jahre hinaus. In mehrtägiger Arbeit erstellten Bauamtsleiter Ralf Mevius und Harald Becker, der in der Gemeindeverwaltung unter anderem für den Straßenbau zuständig ist, die Prioritätenliste, als Orientierungshilfe, wie Mevius betont.

Denn je nachdem wie die Straße beansprucht wird und wie die Winter ausfallen, könne die Liste in zwei, drei Jahren schon anders aussehen, ergänzt Becker. Dennoch hätten sich ein paar „Kandidaten“ herauskristallisiert, „für die es Zeit wird“, sagt Mevius und nennt als Beispiele die Hollergasse und Am Burgberg in Buchenau oder die Gartenstraße in Dautphe.

Unsere Grafik (Ricarda Schick) zeigt die ­Straßen in den Dautphetaler Ortsteilen, die vom Bauamt mit der Priorität 1 eingestuft sind, das heißt in den nächsten 5 Jahren zu erneuern wären. Die Auflistung stellt keine Rangfolge dar. Die Vollansicht / PDF zum Herunterladen hier:

 

 

Zur Bewertung griffen die beiden auf Kriterien wie das Straßenbild, das Baujahr, die Belastung und soweit möglich den Untergrund zurück. Obwohl er Straßen und Flickwerk wie kein Zweiter in der Gemeinde kennt, machte sich Becker in Einzelfällen auch noch ein aktuelles Bild des Straßenzustands. So entstand die fast sechs Seiten umfassende Liste.

Nun obliegt es den Gemeindevertretern, was daraus gemacht wird, welches finanzielles Budget sie für den Straßenbau und die -erneuerung zur Verfügung stellen. Dass etwas geschehen muss, verdeutlicht Becker anhand einer Faustregel. Die geht von durchschnittlich 50 Jahren Lebensdauer einer Straße aus. Laut Becker gibt es in der Gemeinde knapp 120 Kilometer, was bedeutete, dass jedes Jahr rund 2 Kilometer erneuert werden müssten, um nicht in einen ­Investitionsstau zu geraten.

Die Herstellungskosten für den „laufenden Meter“ einer Gemeindestraße mit Sammelfunktion, also mit rund 7 Metern Breite, beziffert Becker mit etwa 1000 Euro, wobei die Arbeiten für Kanal und Wasserleitungen – etwa 750 Euro pro Meter – noch nicht inbegriffen sind. In den vergangenen Jahren steckte die Gemeinde Dautphetal jeweils 200.000 bis 400.000 Euro in den Straßenbau. Im Haushaltsentwurf 2018 dürfte die Summe ähnlich hoch sein.

von Gianfranco Fain

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