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Dautphetal wartet auf Biedenkopf

Windpark Weißenberg Dautphetal wartet auf Biedenkopf

Beteiligt sich die Stadt Biedenkopf am Windpark Weißenberg, der von der Gemeinde Dautphetal im Grenzgebiet geplant wird? Die Dautphetaler Bevölkerung wird am 27. Mai bei einer Bürgerversammlung über ds Projekt informiert.

Dautphe. „Bedauerlicherweise nach außen getragen.“ So ganz recht ist Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt das öffentliche Vorgehen der Stadt Biedenkopf nicht. Nicht weil die Gemeinde Dautphetal etwas zu verbergen hätte, sondern weil die in den Unterlagen für den Windpark Biedenkopf/Dautphetal aufgezeigten Standorte nur eine „grobe Einschätzung“ dessen sei, „was möglich ist“. Das könne zu Irritationen führen, befürchtet Schmidt Auswirkungen der weitgehenden Information durch die Stadt Biedenkopf.

Es geht um den Weißenberg, um Dautphetals Pläne in der eigenen und der Biedenkopfer Gemarkung Windkraftanlagen aufzustellen und um die Absicht, die Nachbarkommune Biedenkopf nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, ihr die Möglichkeit zu geben, sich an dem Projekt als Gesellschafter der noch zu gründenden „Windpark Dautphetal GmbH“ oder über die „Lahn-Dill-Bergland GmbH“ als auch durch ein „eigentümerorientiertes Pachtmodell“ zu beteiligen.

Wie die Biedenkopfer Stadtverordnetenversammlung am nächsten Donnerstag darüber entscheiden wird, ist offen. Die Beschlussempfehlung des Magistrats lautet, ein Grundstück im Stadtteil Eckelshausen für den Bau einer Windenergieanlage nicht zur Verfügung zu stellen. Eine Empfehlung des Haupt- sowie des Bauausschusses liegt trotz gemeinsamer Sitzung mit den Ortsbeiräten von Eckelshausen und Kombach, bei der ein Vertreter der Hermann-Hofmann-Gruppe das Projekt vorstellte, nicht vor (die OP berichtete). Am Dienstag sollen die beiden Gremien das Thema nochmals diskutieren und eine Empfehlung abgeben.

Die Ortsbeiräte äußerten allerdings schon ihre ablehnende Haltung. Argumente dafür waren die Schallbelastung Eckels­hausens und der Naturschutz - insbesondere der Wildkatzenbestände und des Vogelzugs.

So müssen die Planer und auch die Dautphetaler Gemeindespitze abwarten, was die Biedenkopfer Stadtverordneten entscheiden. Macht Biedenkopf mit, so wird der Standort der Windkraftanlage bei der Planung der Anlagen auf Dautphetaler Gebiet berücksichtigt, erklärt Schmidt. Lehnt Biedenkopf ab, so werde Dautphetal neu planen.

Während der Informationsveranstaltung für die Ausschüsse und die Ortsbeiräte hatte der Vertreter des Projektierers erklärt, dass in diesem Fall die übrigen Anlagen etwas näher zur Grenze nach Eckelshausen rücken könnten.

nDer Haupt- und Finanzausschuss der Biedenkopfer Stadtverordnetenversammlung tagt gemeinsam mit dem Ausschuss für Bauwesen, Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag, 13. Mai, ab 18.30 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

nDie Stadtverordneten kommen am Donnerstag, 15. Mai, um 18.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammen.

nWie auch die Biedenkopfer entscheiden, die Dautphetaler Bevölkerung wird bei einer Bürgerversammlung am 27. Mai im Bürgerhaus Dautphe über das weitere Vorgehen informiert werden.

WINDPARK

Die maximal 6 Windenergieanlagen auf dem Weißenberg hätten eine Nabenhöhe von 140 Meter sowie einen Rotordurchmesser von 117 Metern. Während es auf Biedenkopfer Seite am Kreisberg um ein städtisches Grundstücke geht, sind auf in Dautphetal 197 Flurstücke mit über 100 Grundstückseigentümern berührt. Derzeit läuft noch eine Nachkartierung zum tierökologischen Gutachten. Projektierer ist die Hermann-Hofmann-Gruppe. Eine Bürgerbeteiligung wird ermöglicht. Der Windpark soll im kommenden Jahr fertiggestellt werden.

von Gianfranco Fain

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