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Dautphetal macht jetzt auch selbst in Wind

Gemeindevertretung Dautphetal macht jetzt auch selbst in Wind

Die Gemeindeverwaltung will hinsichtlich der Windkraftnutzung die Fäden in der Hand behalten. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes soll die Planungshoheit sichern, der Beitritt zu Energiegenossenschaften eine Mitsprache sichern.

Dautphe. Ausführlich ließen sich die Dautphetaler Gemeindevertreter am Montagabend von Mathias Wolf, Vertreter des Planungsbüros Fischer, vor fast 50 Zuhörern über die Vorteile der Änderung des Flächennutzungsplanes informieren. Herzhausens Ortsvorsteher äußerte sich jedoch enttäuscht. Er habe sich genaue Auskünfte darüber erhofft, inwieweit mit einer Veränderungssperre ein rechtssicheres Festlegen einer Anzahl von Windrädern möglich sei und wie hoch diese Maximalzahl sei, sagte Klaus Runzheimer (FW).

Wolf erläuterte, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes die Voraussetzung dafür sei, um den Bebauungsplan anzupassen. In diesem könnten dann Orte und Anzahl festgelegt werden. Auf Bitte von Dr. Horst Falk (CDU) nach einer Einschätzung, sagte Wolf: 3 bis 6 Windräder seien bei Herzhausen möglich.

Wolf beantwortete weitere Fragen: Die Gemeinde wolle das Vorranggebiet bei Herzhausen erweitern, um mehr Spielraum zu haben, damit in einem größeren Gebiet die Windräder optimal verteilt und aufgestellt werden können. Mit dem Flächennutzungsplan und der Bauleitplanung habe die Gemeinde definitiv die Fäden in der Hand, könne allerdings keine Verhinderungsplanung betreiben, da die Gemeinde der Windkraftnutzung „substanziellen Raum“ gewähren müsse.

Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) warb für den Antrag, um „Wildwuchs zu verhindern“. Er sprach jedem das Recht zu, sich zum Thema Windkraft zu äußern, forderte jedoch in Anspielung auf ein Schreiben der IG Franzosendrusch, dass dies auf sachlicher Ebene erfolgen müsse. Anschließend wurde die Änderung des Flächenutzungsplanes bei zwei Enthaltungen einstimmig auf den Weg gebracht. Später stimmten die Gemeindevertreter noch den Beitritten zu zwei Energiegenossenschaften sowie der Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH zu.

von Gianfranco Fain

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