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Dautphetal ist rund 76 Millionen Wert

Eröffnungsbilanz Dautphetal ist rund 76 Millionen Wert

Wenn die Gemeindevertreter der Eröffnungsbilanz zustimmen, steht der Ausgangswert Dautphetals unwiderruflich fest.

Dautphe. Lang hat es gedauert, wie in vielen anderen Gemeinden des Landkreises länger als vorgesehen, doch nun liegt die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Dautphetal zum Stichtag 1. Januar 2009 vor. Die Gründe der Verzögerungen bei der Umstellung von der kameralen auf die doppische Buchführung sind vielfältig: Die Umstellung band viele Kräfte in den Amtsstuben, musste oft zum täglichen Arbeitsanfall „nebenher“ erledigt werden und zudem machten Änderungen, zum Beispiel in den Bewertungsrichtlinien, die geleistete Arbeit zum Teil zunichte, sodass quasi von Neuem zu beginnen war.

Manche Gemeinden bedienten sich ob der Schwierigkeiten, die die Materie in sich barg, auch eines externen Experten zur Erstellung der Eröffnungsbilanz. Für Dautphetal liegt diese nun seit Monaten vor, hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Revision des Landkreises erhalten, muss nur noch die formale Zustimmung der Gemeindevertretung bekommen.

Wozu die Gemeindevertreter ihren Segen geben sollen, dazu erhalten sie am Dienstag, 7. Oktober, während einer gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit den Vertretern des Sozialausschuss die nötigen Informationen. Zu dieser öffentlichen Sitzung können neben weiteren interessierten Gemeindevertretern auch Bürger der Kommune kommen.

Über den Inhalt der Bilanz sprach die OP vorab mit Hermann Henkel, dem Leiter des Fachbereichs II der Gemeindeverwaltung, in dessen Zuständigkeit auch das Finanzwesen fällt. Der auffälligste Posten an der Darstellung der Vermögens- und Schuldenlage, die in einer Summe von rund 76 Millionen Euro ausgeglichen ist, dürfte manchen Kämmerer die Tränen in die Augen treiben: Unter „Flüssige Mittel“ steht eine Summe von rund 10,5 Millionen Euro.

Rücklagen aufgebraucht

„Dieses Geld aus der ehemaligen Rücklage ist aber längst nicht mehr da“, sagt Henkel. Heute verfüge die Gemeinde über 300000 bis eine Million Euro, was sie dazu befähigt, keine Kassenkredite in Anspruch nehmen zu müssen. Die Summe wurde bewusst zurückgefahren, um Investitionen der Gemeinde zu finanzieren. Entstanden sind damit zum Beispiel die gemeindlichen Straßen auf den Högern oder die Pützwiese, die Ortsdurchfahrt Hommertshausen, Straßen in Elmshausen, Ludwigshütte und Friedensdorf oder auch der sanierte Kanal in Buchenau.

Zwar würden sich dadurch die Abschreibungen erhöhen, aber positiv sei, dass sich das Verhältnis von Eigenkapital, rund 51,7 Millionen Euro, zu Fremdkapital, rund 3,98 Millionen Euro, kaum verändert habe.

Ein weiterer Posten der Bilanz, der aufgrund seiner Höhe ins Auge sticht, ist das Anlagevermögen: rund 61,76 Millionen stehen für die Gemeinde Dautphetal zu Buche. Diese Summe setzt sich zusammen aus dem Sachanlage- und dem Finanzanlagevermögen rund 58,6 und 3,16 Millionen Euro. Unter die Sachanlagen fallen die rund 50 Hochbauten der Gemeinde: Dorfgemeinschaftshäuser, Friedhofskappellen, Gemeindestraßen und die Kanäle, ein paar Brücken und die 1470 Hektar Gemeindewald.

Die Aktivseite vervollständigt das rund 14,2 Millionen hohe Umlaufvermögen, das sich hauptsächlich aus den bereits genannten 10,5 Millionen Flüssige Mittel und 3,7 Millionen an Forderungen zusammensetzt. Aufgewogen wird die Summe auf der Aktivseite durch das Eigenkaptial (51,7 Millionen), 8,7 Millionen Sonderposten - zum Beispiel Zuschüsse - Rückstellungen in Höhe von rund 10,9 Millionen Euro - zum Beispiel für Pensionen und den Finanzausgleich - und die Verbindlichkeiten in Höhe von rund 3,98 Millionen.

Doch im Prinzip sind diese Werte schon überholt. Aussagekräftiger wäre die aktuelle Bilanz, doch die lässt noch einige Zeit auf sich warten: Die Bilanz für das Jahr 2010 ist fast fertig, die für 2011, 2012 und 2013 sollen es bis Anfang 2015 sein.

von Gianfranco Fain

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