Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Regen

Navigation:
„Das mindeste, um Danke zu sagen“

Erwin-Ney-Stiftung „Das mindeste, um Danke zu sagen“

Stiftung und Geehrte gestalteten einen Abend, an dem der Erfolg im Vordergrund stand - der des Einsatzes für die Mitmenschen.

Lohra. Nach zweijähri­ger, der Zinsflaute geschuldeter Pause bedachte die Erwin-Ney-Stiftung am Freitagabend wieder Vereine aus dem Raum Gladenbach und Lohra für ihr ehrenamtliches En­gagement zum Wohle der Allgemeinheit.

Das Stiftungsfest im Haus des Gastes hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient als die paar Eltern, die Festredner und die Vorstandsmitglieder der Stiftung sowie die vielen Kinder aus den bedachten Vereinen, die das Begleitprogramm gestalteten. Ihren lebendigen und mit Freude vorgetragenen musikalischen und sportlichen Darbietungen war es zu verdanken, dass die Veranstaltung nicht ausschließlich ein Abend der Hohelieder wurde.

Dazu trug - einmal ganz anders und ungewöhnlich für solche Feiern - das Liedgut der jungen Damen des Chors „Get2gether“ des CVJM Lohra ebenso bei wie die Ansprachen der Landrätin und des Festredners. „So ein Abend ist das Mindeste, was man tun kann, um Danke zu sagen“, betonte Kirstin Fründt. Es sei ein guter Tag für das Ehrenamt mit einem Abend, „an dem Sie geehrt werden“. Gemeint waren die Helfer, die sich in den dieses Jahr ausgewählten Vereinen ehren­amtlich fürs Gemeinwohl einsetzen.

Die Arbeit vieler Projekte und Vereine basiere auf ehrenamtlichem Engagement, sagte Stiftungsvorsitzender Werner Waßmuth. Ehrenamtliche leisteten einen unschätzbaren Beitrag für das Gemeinwesen und würden nicht mehr als „Vorgestrige“ oder „Deppen“ angesehen, denn: „Gott sei Dank hat die seit Jahren anhaltende öffentliche Diskussion das Ehrenamt aus dem Nischendasein in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt.“

Dr. Lars Wittek holte weiter aus, um den Dank des Staates für die Hilfe, den ländlichen Raum lebenswert zu erhalten, zu überbringen. Der Gießener Regierungspräsident berichtete als Festrednervom Stifterland Deutschland, das vor den beiden Weltkriegen mit rund 100000 das Land mit den meisten Stiftungen der Welt war. Kürzlich, so Wittek, sei die 20000er-Marke wieder durchbrochen worden, wobei Hessen mit rund 3000 die größte Stiftungsdichte aufweise, wovon das Regierungspräsidium Gießen wiederum rund 300 betreut. Wittek warb dafür, Stiftungen zu gründen, um Vermögen dauerhaft im Sinne der Stifter einzusetzen, oder auch Kapital in bestehende Stiftungen einzubringen.

Aufgelockert wurden die Reden durch die Einlagen der ausgezeichneten Vereine. Die Kinder der Turngruppe des SV Kirchvers trommelten auf Gymnastikbällen und rissen die Zuschauer zum Mitklatschen mit, die Turnerinnen des TV Gladenbach zeigten unter Applaus auf der Bühne ihr Können und der Musikzug der Weidenhäuser Wehr erfreute mit flotten Melodien.

Ausgezeichnet wurden der Musikzug für seine Jugendgruppe, in der unter der Leitung von Elisabeth Schorge-Krantz 20 Kinder an Instrumenten ausgebildet werden; der CVJM Lohra für die Betreuung von rund 120 Kindern und Jugendlichen in neun Gruppen; der SV Kirchvers, in dessen Jugendarbeit mehr als 100 Kinder im Kinderturnen, Girlydance oder Volleyball betreut sind; der TV Gladenbach, der mehr als 500 Kindern viele Bewegungsangebote gibt; der SC Gladenbach, der als einziger Verein im Altkreis Biedenkopf in jeder Altersklasse eine Jugendmannschaft stellt, für eine erfolgreiche Saison.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland