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Das Ziel der Reise fest im Blick

Tour der „Hinterländer Mountainbiker“ (Teil 3) Das Ziel der Reise fest im Blick

Am zweiten Tag ihrer Tour auf der „Autobahn des 8. Jahrhunderts“ erreichten die „Hinterländer Mountainbiker“ den höchsten Punkt ihrer Fahrt auf dem historischen „Ortesweg“.

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Auf dem Kreuzberg hatten die „Hinterländer Mountainbiker“ ihr Ziel ­Bischofsheim vor Augen.

Quelle: privat

Hinterland. In der Früh wagten sich die sechs Radfahrer Harald Becker, Jörg Krug, Siegfried Pitzer, Matthias Schmidt, Ulrich Weigel und Jan Meyer auf den Anstieg zum 928 Meter hohen Gipfel des Kreuzbergs. Der Lohn der Strapazen war ein Blick zurück auf die Wasserkuppe und zum Etappenziel Bischofsheim.

Vorbei an einer Skipiste gelangten die Mountainbiker zu einem anspruchsvollen Abschnitt der Tour. Dieser ließ das Herz der Downhill-Fahrer höher schlagen. Übermütig ging es bergab. „Unsere Bikes tanzten quasi auf und über die Basaltbrocken und Wurzeln, bevor wir auf eine kilometerlange Buchenallee mit schnurgeraden befestigten Waldwegen kamen“, sagt Ulrich Weigel.

Mit dem Rad gings weiter in Richtung Bad Neustadt, um sich dort der Geschichte zu widmen – das eigentliche Ziel der „Hinterländer Mountainbiker“, die seit mehr als 20 Jahren ausschließlich auf historischen Wegen und Straßen ihre Touren planen.

Hinterländer kennen Luftarchäologie

Die Hinterländer trafen sich am Waldspielplatz „Kalter Rasen“ bei Hohenroth mit Hobbyhistoriker Martin Buchta, um sich von ihm auf ihrer Tour die Ausgrabungsstätte der „Pfalz Salz“ erläutern zu lassen. Dort soll einst ein Königsgut gestanden haben. 1983 wurde durch Luftaufnahmen das historisch bedeutsame Gelände auf dem Veitsberg entdeckt.

Ein solches Verfahren ist den Hinterländern wohl bekannt. Vor 13 Jahren beschäftigten sie sich während ihres Projektes „Brabanter Straße“ ebenfalls mit der Methode der Luftarchäologie. Sie flogen mit einer offenen Propellermaschine von Breitscheid nach Schönstadt. So konnten sie durch Anomalien im Bewuchs die in Vergessenheit geratenen Wege und Gebäudegrundrisse gut erkennen.

Bei der Ausgrabungsstätte „Pfalz Salz“ stellten sie fest, dass sich die Natur ihren Teil zurückgeholt hat. Ohne Koordinaten und ohne­ ihren­ Begleiter hätten sie den Ort wohl nicht gefunden. Nach der Geschichtsstunde ging es mit dem Rad zu einer Pause ins Stadtzentrum von Bad Neustadt, um dann durch die Naturlandschaft, die sie während der Hitzeperiode an die Toskana erinnerte, die ehemalige Zisterzienser-Abtei Kloster Maria Bildhausen bei Münnerstadt anzufahren.

Letzter Anstieg führt zur Schwedenschanze

Dort tankten die Radfreunde neue Energie, befüllten ihre Radflaschen an Reinhard Balzers „Besenwegen“ (Versorgungswagen), weil der nächste Teil der Tour anstrengend zu werden drohte. Durch blumige Auen quälten sich die Hinterländer in der Mittagshitze entlang geschichtsträchtiger Orte­ bis nach Sulzbach im Grabfeld. Die Hitze quälte sie, sodass der Badesee gerade recht kam und die Radsportler ein kühlendes Bad bevorzugten – in voller Radmontur.

Nach der Abkühlung führte sie ihre Tour auf den historischen Rennweg bis Hallenstadt. Sie genossen die Strecke, fuhren vorbei an historischen Grenzsteinen, um nach dem letzten Anstieg des Tages auf dem Aussichtsturm der Schwedenschanze den Panoramablick zu genießen.

Noch bevor das Team die Tagesstrecke von 66 Kilometern absolviert hatte, passierte ein Malheur: Jörg Krug landete bei der letzten Abfahrt auf Abwegen: im weichen Gras. Doch der Schreck war schnell vergessen. Die Tagestour endet gegen 20 Uhr in Hofheim.

von Silke Pfeifer-Sternke

Im Zentrum von Bad Neustadt gab es für die Radsportler ein Küsschen. Privatfoto
 
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Auf ihrer ersten Etappe auf dem Ortesweg, der „Autobahn des 8. Jahrhunderts“, erreichten die „Hinterländer Mountainbiker“ erschöpft das Kloster Kreuzberg.

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