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Das Unscheinbare fasziniert Jan Luke

Kunst als Hobby Das Unscheinbare fasziniert Jan Luke

Von der Keramik zur Fotografie, von der Fotografie zur Malerei - der Lohraer Künstler Jan Luke hat sich in seiner Laufbahn immer wieder neuen Schwerpunkten gewidmet.

Lohra. Jan Luke hat ein klares Ziel: Er will den Blick für die Formensprache der Umgebung schärfen. Luke ist Künstler, genauer gesagt: Maler, Fotograf und Keramiker. „Umgebung” kann für ihn alles mögliche sein, Natur zum Beispiel, aber auch Architektur. Abhängig sei dies stets davon, wo man sich gerade aufhalte, sagt der 33-Jährige. Ihm gehe es im Besonderen darum, „das zu verarbeiten, was vor der eigenen Haustür ist”. Dort gebe es nämlich mehr zu entdecken als manch einer glaubt.

Der gebürtige Sachsenhäuser lebt mit seiner jungen Familie im Lohraer Ortsteil Seelbach, wo er sich nach eigenen Angaben sehr wohl fühlt. Durch die familiäre Situation - er und seine aus Mittenaar stammende Frau erwarten ihr drittes Kind - sei er momentan stark gebunden, sein Radius begrenzt. An größere Reisen etwa sei zurzeit nicht zu denken.

Und so sind es derzeit weniger die städtischen, sondern eher die ländlichen Motive, die Luke formensprachlich verarbeitet. Motive, wie er sie auch in Lohra vorfindet.

„Hier auf dem Land macht die Natur viel aus”, sagt der Künstler, der vor einigen Jahren auch eine fotografische Formensprach-Serie mit städtischen Motiven entwarf.

Um eine Formensprache zu entwickeln, bedürfe es einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Für Luke steht fest: „Der Kern, das Mysterium der Schöpfung, ist überall zu entdecken.”

Momentan verortet sich Luke in einem „Übergang von der Fotografie zur Malerei“. Noch diene die Fotografie vielen seiner Werke als Grundlage, doch die Malerei gewinne immer mehr an Eigenständigkeit.

Seinen bisherigen Werdegang teilt Luke in verschiedene Phasen ein. Am Anfang - damals sei er 22 Jahre alt gewesen - habe die Keramik gestanden. Später sei die Fotografie hinzugekommen. Von der Fotografie aus bewege er sich nun in Richtung Malerei.

„Bei der Fotografie kommt was von außen, bei der Malerei von innen”, verdeutlicht er und fügt aber hinzu, dass die Grenzen mitunter fließend seien.

Oft druckt er Schwarzweiß-Fotos auf Papier aus und versieht sie anschließend mit verschiedenen Farbtönen. Mal auf die improvisatorische Art, mal zielgenau. Mal mit Stiften, mal mit dem Pinsel. Häufig sind es landschaftliche Motive, denen er auf diese Weise eine Formensprache gibt - Panorama Ansichten ebenso wie kleinen Details der Natur. Und auch das Zusammenwirken von Natur und künstlich Geschaffenem fasziniert Luke. So etwa eine unscheinbare Pfütze, in der sich verschiedene Elemente widerspiegeln. Eine von vielen Erscheinungen, die ihn inspiriert haben.

Als Künstler arbeitet er stets an mehreren Werken gleichzeitig. Aktuell, so erklärt er, machten Fotografie und Malerei gegenüber dem Töpfern den größeren Anteil seines Schaffens aus. Was er gerade mache, sei auch auftragsabhängig. Ein Porträt könne ebenso in sein Arbeitsspektrum fallen wie eine Keramikarbeit.

Luke hofft, dass Kunst in der Öffentlichkeit, speziell in ihrer sichtbaren Form, mehr Raum gewinnt.

Im Blickpunkt

Künstler bezieht Atelier in Lohra

Jan Luke, geboren 1980, stammt aus dem Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen und lebt seit zehn Jahren in der Gemeinde Lohra. Er studierte von 2004 bis 2007 Kunst an der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung in Linz/Österreich. 2007 wechselte er an die Kunsthochschule Kassel, wo er sein Studium in Bildender Kunst 2011 abschloss.

In Salzburg nahm Luke 2005 als Keramiker zum ersten Mal an einer Ausstellung teil. 20 weitere Einzel- und Gruppenausstellungen folgten bislang, unter anderem in Kassel, im „Roten Stern” in Marburg und bei der Gemeindeausstellung in Lohra. Vor kurzem hat sich Luke ein Atelier im Lohraer Gewerbegebiet „In der Pitz“ eingerichtet.

von Björn-Uwe Klein

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