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„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“

Gebietsreform „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“

Als „gelungenes Beispiel der Gebietsreform“ bezeichneten die Gastredner die Entwicklung der Gemeinde Dautphetal nach einem durchaus mühevollem Start.

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„Volles Haus“ bei der Feierstunde zu „40 Jahre Dautphetal“ im Bürgerhaus in Friedensdorf.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Dautphetal. Am besten auf den Punkt brachte es Eberhard Flammer, als er seinen Dank an Hans Hauswirth, Gerd-Jürgen Raach und Bernd Schmidt richtete und sagte: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Der Präsident der IHK Lahn-Dill sprach vor rund 130 geladenen Gästen von der Erfolgsgeschichte, die „Dautphetal zu einem wunderbaren Wirtschaftsstandort“ werden ließ, auch weil die Gemeinde von Anfang an - im guten Sinne - wie ein Unternehmen geführt wurde .

Zuvor schlug die Stunde der Männer der ersten Stunde, die derart viel zu erzählen hatten, dass die Feierstunde im Bürgerhaus Friedensdorf am Vorabend des Inkrafttretens der Gebietsreform gute 135 Minuten dauerte. Im Rampenlicht stand der erste Bürgermeister der neuen Gemeinde, der es auch fast 30 Jahre lang blieb. Hans Hauswirth berichtete von den Startproblemen der „Retortengemeinde“ zu einem blühenden Gemeinwesen, der hartes Arbeiten und sparsames Wirtschaften zugrundelag. Als Probleme bezeichnete Hauswirt die Ablehnung der Gebietsreform durch die Bürger, die sich aus der Kommunalwahl 1974 ergebenden politischen Verwerfungen, die Strukturkrise - 1000 Arbeitsplätze gingen verloren - im neuen Gebilde, die daraus folgende Finanzkrise bei gleichzeitiger Zunahme der Ausgaben durch Großprojekte, die „Überstrukturen“ an Bürgerhäusern und Bädern, bis hin zur kurzfristigen Zahlungsunfähigkeit der Gemeinde - die allerdings einmalig blieb.

Der Aufgaben gab es viele, vor allem die Steuer-, Gebühren- und Beitragssätze zu vereinheitlichen, und da es keinen gewachsenen Ortskern gab, ein Zentrum zu entwickeln. Dieses gebe es jetzt als „Neue Mitte“, sei den Verantwortlichen aber nicht in den Schoß gefallen, sondern ist das Ergebnis einer Vision mit folgender Konzeption.

Die großen Aufgaben - Wasserversorgung, Abwasser, Gemeindezentrum und Verwaltungsgebäude - seien erledigt, Schulden und Arbeitslosigkeit gering. 1975 habe er festgestellt: „Dautphetal ist ein Kind, das wir laufen lernen müssen“, heute könne Hauswirth feststellen: „Das Kind kann schon lange laufen, ist erwachsen geworden und hat gute Zukunftsaussichten.“

Gerd-Jürgen Raach lobte die starken Kämmerer: Hauswirth habe der Gemeinde seinen Stempel aufgedrückt, Bernd Schmidt gehe seinen eigenen Weg und habe Erfolg damit. „Aus zwölf Gemeinden eine werden zu lassen, war nicht einfach“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, der einen Grundstein des Erfolgs aber auch darin sieht, dass das parteipolitische Gezänk einer politischen Streitkultur gewichen ist, bei der das Gemeindewohl im Vordergrund steht. „Wir sind stolz auf die Entwicklung der Gemeinde und aller, die daran mitgewirkt haben“, schloss Raach seine Ansprache.

Vom Stolz auf die Heimatgemeinde, die für die Zukunft gerüstet sei, sprach auch Bürgermeister Bernd Schmidt bei der Begrüßung der Gäste. Schmidt lobte das gute Miteinander von Politik, Verwaltung und Wirtschaft, zählte die Stärken Dautphetals - wie zum Beispiel die Kinderbetreuung auf -, das ein bedeutender und wachsender Standort sei.

Grußworte sprachen Dr. Marton Ferencz, Bürgermeister der ungarischen Partnergemeinde Cikó, und Landrätin Kirsten Fründt. Die musikalische Begleitung übernahmen Karl-Wilhelm Müller am Klavier sowie das Hinterländer Männerensemble.

von Gianfranco Fain

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