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„Das Einzige, was der Ort hat!“

Dorfgemeinschaftshaus Willershausen „Das Einzige, was der Ort hat!“

Zu Gegenwart und 
Zukunft der 10 Dorfgemeinschaftshäuser in der Gemeinde Lohra 
befragt die OP die 
Ortsvorsteher. Herrmann Gerhard sagt: Zum Haus 
in  Willershausen gibt es keine Alternative.

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Willershausen wurde von den Dorfbewohnern 1965 erbaut und 1971 sowie 1988 erweitert. Infolgedessen weist es einigen Sanierungsbedarf auf.

Quelle: Gianfranco Fain

Willershausen.  „Die geringe Auslastung unseres Dorfgemeinschaftshauses ist keine Überraschung, wir haben uns auch im Ortsbeirat schon damit befasst“, sagt Ortsvorsteher Herrmann Gerhard. Herausgekommen ist dabei nichts Greifbares, außer der Erkenntnis: „Es gibt keine Alternative.“

Dennoch werde es von den rund 280 Einwohnern des Lohraer Ortsteils an der Bundesstraße 255 so gut wie gar nicht in Anspruch genommen. So würden die Räume zum Beispiel nicht mehr für Geburtstagsfeiern gemietet, weil die Ausrichter lieber gleich in ein Lokal gingen. „Das ist der Wandel der Zeit“, sagt Gerhard dazu. Und die Zeit hat auch an dem Gebäude genagt. Als „unattraktiv“ bezeichnet der Ortsvorsteher es. Das Gemeinschaftshaus sei in einem schlechten Zustand. Es müsste „was reingesteckt werden“.

Die Gemeinde listet als notwendige Sanierungsarbeiten auf: Wärmedämmung des Dachs, Sanierung der Fassade, Austausch weiterer Fenster, Innenrenovierung, Erneuerung der Beleuchtung im Saal sowie der Tische und Stühle.

Die daraus entstehenden Kosten beziffert die Gemeinde nicht. Deren Ermittlung geschehe erst, wenn die Arbeiten erfolgen sollen, erklärt dazu Bürgermeister Georg Gaul.

Man habe sich im Ortsbeirat über das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) schon Gedanken gemacht, sagt Gerhard – aber keine Lösung gefunden. Er glaubt, dass selbst für einen Euro kein Trägerverein das Haus übernehmen würde, weil viel zu investieren sei. Und an Vereinen gebe es im Ort auch nur die 80 Mitglieder zählende Feuerwehr.

Diese sei es auch, die das DGH einmal im Jahr für ihre Jahreshauptversammlungen nutze. Hinzu kommen die regelmäßigen Ortsbeiratssitzungen und ein bis zwei Trauerfeiern im Jahr.

Vom Konzept, das Haus für die Totenfeiern zu sperren, hält der Ortsvorsteher wenig, weil es in Willershausen auch keine Friedhofskapelle gibt. Fest steht für Ortsvorsteher Herrmann Gerhard nur: „Wir wollen an dem Ding festhalten und die Auslastungsquote intelligent hinterfragen.“

Denn: Das Haus wurde von den Willershäusern noch vor der Gebietsreform selbst gebaut und: „Es ist das einzige, was der Ort hat!“

von Gianfranco Fain

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