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Christiane Becker macht jetzt Ernst

CDU-Bürgermeister-Kandidatin Christiane Becker macht jetzt Ernst

Die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes folgten gestern Abend der Empfehlung des Vorstandes und wählten Christiane Becker mit 25 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

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Blumen und Glückwünsche für die CDU-Bürgermeisterkandidatin, das Bild zeigt (von links) Rainer Faber (stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender), Dr. Thomas Schäfer, Peter Müller (Stadtverbands-Schriftführer), Christiane Becker, Stadtverordnetenvorsteher Hans-Hermann Ullrich, den CDU-Fraktionsvorsitzenden Gunthard Koch und Johannes Pfizenmayer. Foto: Hartmut Berge

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Damit steht fest: Am 25. Mai stellt sie sich zur Bürgermeisterwahl. Sie will Nachfolgerin von Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim werden, der Ende Januar überraschend seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt hatte.Vor der Wahl gab‘s jede Menge Lob. Der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck erinnerte: Bei Bürgermeister­kandidaten habe man oft das Problem, dass die Verwurzelung in der Gemeinde oder die Verwaltungskompetenz fehlten. Gladenbachs CDU habe aber nun ein Eigengewächs, das beides hervorragend miteinander verbinde. Die CDU wolle sich künftig verstärkt darum kümmern, dass sie im Kreis wieder mehr Bürgermeister stelle, kündigte er an. Das betonte auch der CDU-Kreisvorsitzende und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. In Gladen­bach müsse die Union alles daran setzen, das Rathaus zu verteidigen, betonte er.

Selbstbewusste Kandidatin

Der neue Vorstand, der seit November letzten Jahres im Amt sei, habe nie Probleme mit dem amtierenden Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim gehabt, sagte Stadtverbandsvorsitzender Johannes Pfizen­mayer. Auseinandersetzungen habe es im Magistrat und anderen Gremien gegeben. Der Vorstand hätte gerne vermittelt, wenn ihm diese Probleme gekannt gewesen wären, versicherte er. Die völlig unerwartete Absage von Klaus-Dieter Knierim habe der Vorstand sehr bedauert und Ende Januar einstimmig Christiane Becker vorgeschlagen. Sie werde frischen Wind ins Rathaus bringen.
Starken Applaus erntete Christiane Becker für ihre umfassende Rede, in der sie ihre Ziele darstellte. Sie wolle bei ihrer Arbeit auf eine breite Basis setzen, indem sie die Bürger aktiv mitnehme, sagte sie. Ein Bürgermeister müsse heute gut vernetzt sein, „er muss wissen, was politisch gedacht wird, was andere Behörden fordern und fördern“. Er oder sie wisse, was die Menschen beschäftige, und sollte ein guter Beobachter, aufmerksamer Zuhörer und aktiver Ideen-Entwickler sein. „Diese Voraussetzungen bringe ich durch meine langjährige kommunalpolitische Tätigkeit, meine Verwaltungserfahrung und mein aufgeschlossenes Wesen mit“, sagte sie selbstbewusst.

"Hier können wir noch viel verbessern"

Sie ging auf Vorschläge aus der Klausurtagung der Gladen­bacher CDU ein, die sie als Rathauschefin gerne umsetzen möchte. Wie etwa die Benennung eines Stadtteilbeauftragten in der Verwaltung, der zukünftig als kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner für die Ortsbeiräte und auch für die Bürger der Stadtteile operieren sollte. Dort könnten alle Anregungen, Beschwerden und Belange der Stadtteile zusammenlaufen und gebündelt bearbeitet werden. Der Stadtteilbeauftragte leite die jeweiligen Aspekte an den zuständigen Fachdienst weiter, überwache die Erledigung und gebe Rückmeldungen und Sachstandsmeldungen an die Stadtteile zeitnah weiter. „Die teils etwas schleppende Kommunikation ist nämlich immer wieder in meinen Gesprächen mit anderen Ortsvorstehern oder auch Bürgern
unserer Stadtteile als große Baustelle aufgetaucht“, berichtete Becker. Aus eigener Erfahrung könne sie bestätigen: „Hier können wir noch viel verbessern.“
Als großes Ärgernis bezeichnete sie den Zustand vieler Stadt- und Stadtteilstraßen. Es gebe einen immensen Investitionsstau. „Unser Antrag in meiner letzten Haushaltsrede, den Ansatz für das Produkt Stadtstraßen um 50 000 Euro zu erhöhen, ist ein erster Tropfen auf den heißen Stein“, erinnerte sie.

Lob an freiwillige Helfer

„Um den wichtigen Schulstandort Gladenbach zu sichern und weiterhin unsere hervorragende Versorgung durch Kindergärten und Betreuungsangebote auszulasten, ist es wichtig, jungen Familien Anreize zu schaffen, ihren Lebensmittelpunkt in Gladenbach aufzubauen“, betonte die Erdhäuserin.Gladenbach sei lebenswert – und so soll es auch bleiben. Dabei spiele die ausgeprägte Vereinslandschaft eine wesentliche Rolle. „Ohne die ganzen frei­willigen und ehrenamtlichen Helfer sähe es düster aus um unsere kulturelle Landschaft“, sagte Becker.
Durch ihre Lehre und Tätigkeit bei der Stadt Gladenbach und ihre derzeitige Beschäftigung bei der Gemeinde Bad Endbach wisse sie, wie eine Verwaltung funktioniere. „Das ist sehr wichtig, um Abläufe zu verstehen, in Gang zu setzen und beurteilen zu können, was machbar ist und was nicht“, betonte die Bürgermeisterkandidatin.
Verwaltung müsse unbürokratisch, hilfsbereit und freundlich sein. Die Mitarbeiter müssten durch eigene Verantwortung schneller Entscheidungen treffen können.

von Hartmut Berge

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