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"Bulldogs" sind die große Leidenschaft

Treffen der Traktorfreunde "Bulldogs" sind die große Leidenschaft

Alte und moderne Maschinen, stolze Besitzer, viele Fachgespräche: Das gab es beim 5. Treffen der Traktorfreunde Steinperf. Etwa 300 Besucher bestaunten 75 Traktoren - ein neuer Rekord.

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Steffen Spiegelberg (von links), Stephanie Kleimenhagen und Nicola Schneider betrachten den Mini-Hanomag. Der „Große Bruder“ des Hanomags steht direkt daneben. – Horst Wachholz vor seinem Hanomag Brillant, Baujahr 1969.Fotos: Björn-Uwe Klein

Steinperf. Sein richtiger Name ist Kurt Glöckner. Besser bekannt ist er als „Holder Kurt“. Der Engelbacher zählt zu den Leuten, die das Steinperfer Traktortreffen zu dem machen, was es ist: Ein Ort, an dem Trecker-Liebhabern das Herz aufgeht, an dem man sich Geschichten erzählt und staunt.

Kurt Glöckner hat seinen Spitznamen einer zwölf PS starken Holder-Zugmaschine, Baujahr 1959, zu verdanken. Mit dieser Zugmaschine bewegt er einen wohnzimmerartig eingerichteten Schafhüte-Anhänger über weite Strecken: In der Vergangenheit unter anderem bis Paderborn und Thüringen. In dem Schafhüte-Anhänger hat er mit seiner Frau schon Kurzurlaube verbracht. Die Fortbewegung mit Holder-Zugmaschine und Schafhüte-Anhänger bedeutet für ihn kein gewöhnliches Fahren, sondern Erleben.

Technik und Wohnzimmer-Atmosphäre verbindet auch Horst Wachholz aus dem Gießener Stadtteil Wieseck in seinem Wohnzimmer-Anhänger. Gezogen wird dieser von einem Hanomag Brillant, Baujahr 1969.

Den Traktor hat er in weitgehend restauriertem Zustand vor zweieinhalb Jahren gekauft. Das ein oder andere Detail habe er noch ausgebessert, sagt Horst Wachholz. Rund 3000 Kilometer hat er mit dem Fahrzeug bereits zurückgelegt. „Es macht Riesenspaß“, betont der 68-Jährige. Sein nächstes größeres Ziel hat er schon vor Augen: „Nächstes Jahr will ich mit einem Kumpel an die polnische Ostseeküste fahren.“

Der „Bulldog-Szene“ gehört Horst Wachholz seit vier Jahren an. In dieser Zeit, so sagt er, habe er so manche Freundschaft geschlossen.

Einen alten Hanomag stellte auch der Steinperfer Dieter Theis aus. Und wie die anderen Traktorbesitzer, misst auch er seinem Fahrzeug einen hohen ideellen Wert bei. „Damit wurde im Betrieb meiner Familie 28 Jahre lang Holz transportiert.“ Sein Großvater habe den Traktor irgendwann verkauft. Jahrzehnte später machte sich Dieter Theis auf die Suche nach dem Fahrzeug - und fand ihn vor etwa zehn Jahren tatsächlich wieder.

Er kaufte ihn zurück, brachte ihn auf Vordermann und ließ sogar eine vollfunktionsfähige Miniatur des Hanomags anfertigen, an dem seine Enkelin Tabea ihren Spaß hat. Bis zum Rückkauf sei der Traktor durch mehrere Hände gegangen. Station habe er unter anderem in den Niederlanden gemacht.

Mit der Zahl von mehr als 75 ausgestellten Traktoren waren die Veranstalter sehr zufrieden. „Wahnsinn“, so das Fazit von Steffen Spiegelberg von den Traktorfreunden Steinperf. Das Treffen sei „eins der größten, die wir je gefeiert haben“ - und ein toller fünfter Geburtstag der Traktorfreunde.

Der Wanderpokal für die meisten ausgestellten Traktoren und Maschinen ging in diesem Jahr an Torsten Schmidt. Er zeigte unter anderem einen Einzylinder-Standmotor, der jahrelang als Stromerzeuger in einer Schreinerei diente. Bei den Geschicklichkeitsübungen (Traktorgalgen, „Kantholz of Moaß fohrn“) sicherte sich der sechsjährige Alexander Theis den Siegerpokal, gefolgt von Sven Hofmann und Michel Hofmann.

Das Fünf-Tonnen-Traktorziehen auf 16 Metern entschied Andreas Theis für sich. Den zweiten Platz belegte das Team Hofmann, den Dritten das Team Sauerwald. Zu den weiteren Programmpunkten in dem zweitägigen Programm zählte unter anderem ein Frühschoppen mit den „Egerperfer Musikanten“.

von Björn-Uwe Klein

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