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Bürger befürchten Einbuße bei Lebensqualität

Bürgerversammlung Bürger befürchten Einbuße bei Lebensqualität

Rodenhäuser Bürger fürchten, in der Frage um den Erhalt der Dorfgemeinschaftshäuser als 250-Seelen-Ort benachteiligt zu werden.

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Rodenhausen wurde 1973 erbaut und hat eine Auslastung von drei Prozent.Foto: Klaus Peter

Rodenhausen. Die Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Rodenhausen leitete Parlamentschef Hans-Wilhelm Kisch. Mit 27 Besuchern waren mehr als zehn Prozent der Dorfbewohner anwesend. Das Thema „Dorfgemeinschaftshaus“, das auf der Tagesordnung stand, hatte die Bewohner mobilisiert.

Lohras Bürgermeister Georg Gaul berichtete über die Finanzsituation der Gemeinde und betonte, dass es unter den gegebenen finanziellen Umständen sicher nicht möglich sei, auch in Zukunft zehn Dorfgemeinschaftshäuser in der Großgemeinde zu unterhalten. Trotz erheblicher Steuererhöhungen weise der Haushalt 2013 ein Defizit von 500000 Euro aus und dabei seien auch die Dorfgemeinschaftshäuser mit einem Gesamtdefizit von 370000 Euro erheblich beteiligt. Ziel der Bürgerversammlung sei es, Ideen zu sammeln, wie die Dorfgemeinschaftshäuser besser ausgelastet werden könnten, und man könne auch über Trägermodelle nachdenken. Im Sommer soll es dann eine zentrale Bürgerversammlung geben, bei der Ideen und Möglichkeiten in puncto Dorfgemeinschaftshäuser vorgestellt werden sollen.

Kisch berichtete, dass das Dorfgemeinschaftshaus in Rodenhausen im Jahre 2011 Einnahmen von 1119 Euro zu verzeichnen hatte, denen Aufwendungen von 16262 Euro gegenüber standen.

Ein Bürger fragte nach den realen Jahreskosten des Dorfgemeinschaftshauses, denn ein etwaiger Trägerverein müsse vor Übernahme des Objektes genau wissen, welche jährliche Kosten auf ihn zukommen und wer anstehende Investitionen bezahlt.

Eine Bürgerin wies darauf hin, dass Sanierungsarbeiten in der Küche und in den Toilettenanlagen anstehen und dass dies auch möglicherweise ein Grund für die eher geringe Auslastung sei. Eine andere Bürgerin wies darauf hin, dass Rodenhausen mit etwa 250 Einwohnern doch relativ klein sei und schon deshalb auch wenige Feiern anständen.

Gaul wies darauf hin, dass das komplette Zahlenwerk für das Dorfgemeinschaftshaus vorgelegt werde, wenn sich ein eventueller Trägerverein finde. Kisch vertrat die Meinung, dass auch deshalb die Auslastung des Dorfgemeinschaftshauses eher dürftig sei, weil bei Feiern Dienstleistungen eingekauft und deshalb Gaststätten bevorzugt würden.

Ein Bürger vertrat die Meinung, dass auch bei einer sanierten Küche des Dorfgemeinschaftshauses dieses Haus nicht mehr genutzt werde, da sich das Verhalten der Bürger geändert habe. Gleichwohl könne es nicht sein, dass die Dorfgemeinschaftshäuser in kleineren Ortsteilen der Großgemeinde geschlossen und große Dorfgemeinschaftshäuser (wie zum Beispiel in Lohra) mit einem deutlich größeren Defizit aufrecht erhalten würden.

Ein anderer Besucher warnte davor, die Bürger der kleineren Ortsteile als Bürger zweiter Klasse zu behandeln und vertrat die Auffassung, dass die Betreibung des Dorfgemeinschaftshauses im damaligen Übergabevertrag zu der Großgemeinde Lohra verankert worden sei.

Eine Fragestellerin wollte wissen, in welcher Reihenfolge gewichtet werde, wenn die Kommunalpolitik über die eventuelle Schließung von Dorfgemeinschaftshäusern befinde, denn, wenn in den kleinen Ortschaften, auch zum Teil ohne Gaststätte, ein solches Haus geschlossen werde, würde dies eine große Einbuße von Lebensqualität nach sich ziehen. Kisch bemerkte dazu, dass alle Bürgerversammlungen abgewartet und die Ideen und Vorschläge dann gewichtet würden, bevor die politischen Gremien eine Entscheidung treffen, dabei würden auch die Besonderheiten der Ortsteile einfließen. Moniert wurde seitens einer Bürgerin, dass in Lohra nur noch über Geld geredet werde und dies insgesamt sehr negativ rüber käme. Das sei auch eine schlechte Basis, die Bürger zu motivieren.

Gemeindevertreter Hermann Schorge schlug in der Sitzung vor, dass sich der Förderverein „Alte Schule“ überlegen solle, die Trägerschaft des Dorfgemeinschaftshauses zu übernehmen.

Eine Bürgerin zeigte sich darüber enttäuscht, dass seitens der Gemeindeverwaltung und des Ortsbeirates keine Vorschläge kämen, wie das Defizit der Bürgerhäuser deutlich vermindert werden könne.

„Ich finde es nicht für okay, wenn sich zum Beispiel in einigen Ortsteilen Träger finden und in anderen Ortsteilen, wo die Dorfgemeinschaftshäuser noch mit einem höheren Defizit belastet sind, die Gemeinde weiterhin als Träger auftritt.“

Die Teilnehmer der Bürgerversammlung sprachen sich fast einstimmig dafür aus, die Straßenbeleuchtung um Mitternacht abzuschalten und erst gegen 5.30 Uhr wieder zu aktivieren.

von Klaus Peter

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