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Buchenau kann 2020 kaum erwarten

Bilanz Grenzgang Buchenau 2013 Buchenau kann 2020 kaum erwarten

Fünf tolle Tage liegenhinter den Buchenauer Bürgerinnen und Bürgern. OP-Mitarbeiter Benedikt Bernshausen erlebte zum ersten Mal das Grenzgangsfest und zieht Bilanz.

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Fünf Tage Grenzgang gingen am Montag im Festzelt zu Ende. Bürgeroberst Dieter Veit animierte die Menge zum Feiern. Unser „Mann“ beim Grenzgang: OP-Mitarbeiter Benedikt Bernshausen (Mitte) zusammen mit den Wettläufern Christian Platt (links), Stefan Landschneider und Mohr Jens Wege. Fotos: Jule Baar, Benedikt Bernshausen

Quelle: Jule Baar / Benedikt Bernshausen

Buchenau. Als Wettläufer und Mohr am Montagabend in der Zeltmitte ein Loch in die Erde graben, in dem der Grenzstein „beerdigt“ werden soll, kommt Wehmut auf und fließen zuerst bei Burschenoberst Florian Kamm Tränen. Dann liegen sich auch die Mitglieder des Komitees - alle mit geröteten Augen - in den Armen. Und als die Weifenbacher Musikanten den letzten Ton spielen, endet das Fest.

Für fünf Tage befand sich Buchenau im Ausnahmezustand, feierte die Bevölkerung mit Tausenden Gästen ein rauschendes Grenzgangsfest, das am vergangenen Donnerstag mit den Böllerschüssen auf dem Burgberg begann.

Am Freitag und Samstag zogen die Gesellschaften mit insgesamt mehr als 7000 Besuchern aus nah und fern über die Grenze, rasteten für Stunden auf den Frühstücksplätzen „Ebenheit“ und „Dorn-ochsenberg“ und feierten abends im Festzelt auf dem Sportplatz.

Ein Höhepunkt war der große Festzug am Sonntag, bei dem 50 Fußgruppen und Motivwagen durch den Ort zogen. An allen drei Tagen leisteten die Wettläufer Christian Platt, Stefan Landschneider mit Mohr Jens Wege Schwerstarbeit: Tausende Besucher wollten vom Wettläufer-Duo auf dem Stein „gehuppcht“ und vom Mohren geschwärzt werden.

Planungen dauerten zwei Jahre an

Am Montag, dem „Tag des Blödsinns“, bereitete sich die große Grenzgangfamilie mit viel Spaß und guter Laune auf das nahende Ende des Festes vor. Vor etwa zwei Jahren hatten in Buchenau die Planungen für den Grenzgang begonnen. Damals wählten die Bürgerinnen und Bürger die Repräsentanten, formten ein Komitee und Ausschüsse.

Ich begleitete seit April die Vorbereitungen im Dorf und erlebte dort, was viele oft beschrieben haben. Grenzgang könne man nicht erklären, denn Grenzgang sei ein Gefühl, das man spüre oder nicht, hatte Bür-geroberst Dieter Veit im Vorfeld gesagt.

Wie groß die Vorfreude im Dorf auf das besondere Heimatfest war, zeigten die beiden Vorgrenzgänge, bei denen schon Hunderte durch die noch matschigen Wälder zogen oder die Sitzungen des erweiterten Komitees, bei denen allein schon das laut gesungene Grenzgangslied immer wieder Gänsehaut auslöste.

Während der letzten Sitzung des Komitees betonte Bür-geroberst Veit: „Wenn das Wetter mitspielt, dann werden wir einen Grenzgang erleben, wie wir ihn in Buchenau noch nicht hatten!“Tatsächlich spielte das Wetter an allen Tagen mit: Angenehme Temperaturen während der beiden Wanderungen sowie beim Festzug und beim Frühschoppen waren ein Garant dafür, dass wahrscheinlich mehr Menschen nach Buchenau kamen als beim Grenzgang 2006. Das veranlasste Veit dazu, den Aufenthalt auf dem „Dornochsenberg“ um eine ganze Stunde zu verlängern. Dort - wie schon am Vortag auf der „Ebenheit“ - stellten sich die feiernden Besucher unter die Fahnen der sechzehn Gesellschaften und bekamen als Zeichen der Zugehörigkeit ein kleines Geschenk, wie die Elmshäuser Plüschesel.

Von Vanessa (kleines Foto rechts) und Laura von der Mädchenschaft Muth habe auch ich ein Andenken bekommen: Einen kleinen Glaskrug, der als Erinnerung an den Grenzgang einen Ehrenplatz erhalten wird.

Der Grenzgang 2013: Für mich trotz aller Anstrengungen ein wunderschönes Fest, bei dem ich das Gefühl spürte, von dem Veit sprach. Buchenau hat sich als eine gute Gemeinschaft präsentiert und ein Fest auf die Beine gestellt, das seinesgleichen im Hinterland sucht. Mir bleibt am Ende mich nur den Worten des Bürgerobersten anzuschließen, der sich sichtlich erschöpft, aber glücklich am Montag zu mir auf die Bühnentreppe hockte und mit strahlenden Augen sagte, was jede andere Beschreibung überflüssig macht: „Was für´n geiler Grenzgang!“

von Benedikt Bernshausen

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