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Breitband vom schmalen Grat gebracht

Schnelles Internet Breitband vom schmalen Grat gebracht

Mehr Personal zur Antragsbearbeitung und aussortierte Trickverkäufer machen in Lohra den Weg zum schnellen Internet frei.

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Die Kabel, die den Zugang zum schnellen Internet auch in Lohra gewähren, sollen Mitte Februar alle angeschlossen sein.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Lohra. Am Tagesordnungspunkt Anfragen angelangt, war am Donnerstagabend plötzlich auch im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung Lohras die Breitbandverkabelung im Ort und damit die Telekom das Thema.

Groß war die Empörung, weil es zum einen um die Verkaufsmethoden einiger Außendienstmitarbeiter im Dienste der Telekom ging, zum anderen, weil sich ein Teil der Gemeindevertreter aus anderen Gründen aufregte. Die Altkunden sind sauer darüber, dass sie schon im Dezember einen Vertrag für den Zugang zum schnellen Internet bei der Telekom unterschrieben haben und nun erst im April zum Zuge kommen sollen. Die anderen, die im Gruppenraum des Bürgerhauses zufrieden dreinschauten, haben dagegen erst kürzlich einen Vertrag unterzeichnet und werden eher – im Februar – im Internet surfen können. „Unseriöse Methoden sind das!“, entfuhr es Altkunde Werner Waßmuth.

Mehr Personal für schnellere Bearbeitung

Ein Zustand, der Geschäftsführer Klaus Bernhardt nicht neu ist, auf den die Breitband GmbH allerdings schon reagiert hat, da sich die Bearbeitungszeit der Anträge durch die Telekom von ursprünglich vorgesehenen 10 bis 14 Tagen schon im November verlängerte. Zwar setzte die Telekom auf Drängen der Breitband GmbH mehr Personal ein, dennoch erhöhte sich die Wartezeit bis zum Ende des Jahres auf 12 Wochen. Bernhardt nennt auch einen Grund für die längeren Wartezeiten: „Insgesamt liegt die Nachfrage offenbar deutlich über der Erwartungshaltung der Deutschen ­Telekom AG.“

Nach einer kürzlich erfolgten weiteren „massiven Ressourcenaufstockung“ gebe es neue „Fenster für Einrichtungstermine“, die sich auf neue Buchungen auswirken, erklärt Bernhardt. Insofern können Kunden, die erst kürzlich einen Vertrag unterschrieben haben, einen früheren Termin für den Anschluss bestätigt bekommen, als Interessenten, die schon frühzeitiger einen Vertrag unterzeichneten.

Klaus Bernhardt geht jedoch davon aus, dass es in den nächsten Wochen zu einer Annäherung der Termine kommen wird. Dies, weil alle eingehenden Aufträge gleichbehandelt würden und auch das Prinzip gilt: Wer zuerst kommt, wird auch zuerst bedient. Es müsse auch niemand befürchten, nicht zum Zuge zu kommen, ergänzt der Geschäftsführer der Breitband GmbH: „Es sind grundsätzlich ausreichende Anschlüsse (Ports) vorhanden. Sollte in einem Gebiet die Nachfrage höher sein, kann innerhalb kurzer Zeit eine Nachrüstung erfolgen.“ Und: Alle Vertriebskanäle können mit gleichen Rechten ohne Priorisierung Buchungen vornehmen.

Drei Verkäufer nach Beschwerden abgezogen

Das entkräftet die Aussagen, mit denen Werber in den vergangenen Wochen versuchten, Interessenten an der Haustür zum Vertragsabschluss zu bewegen. Insgesamt „weniger als zehn“ Lohraer beschwerten sich nach Angaben Bernhardts direkt bei der Breitband GmbH über die unlauteren Methoden und Aussagen wie „es gebe nur noch wenige freie Ports“ oder „wenn Sie jetzt nicht unterzeichnen, müssen Sie lange warten, bis Sie einen Anschluss bekommen“. Damit versuchten einzelne Mitarbeiter einen Entscheidungsdruck aufzubauen, um direkt zu einem Vertragsabschluss zu kommen.

Eine Vorgehensweise, die weder die Breitband GmbH noch die Telekom toleriert. Wenn die Breitband GmbH Namen und Personalnummer der betreffenden Vertriebsmitarbeiter, die sich unkorrekt verhielten oder bewusst Falschaussagen machten, an die Telekom weitergab, wurden diese Mitarbeiter – drei waren es in Lohra – aus dem Vermarktungsgebiet abgezogen.

Die Telekom bedient sich eines Partners für den Direktvertrieb. Es handelt sich um die Firma „Ranger Marketing & Vertrieb“ aus Düsseldorf, die sich selbst als „eines der führenden europäischen Unternehmen für persönliche Kundenberatung“ bezeichnet und mit 2000 „hervorragend geschulten“ Beratern sowie einem hohen Qualitätsniveau wirbt. Nach Angaben der Telekom arbeiten diese Verkäufer „branchenüblich“ mit einem Grundgehalt plus Variable, womit wohl eine abschlussabhängige Provision gemeint sein dürfte.

Am Valentinstag ist Lohra am schnellen Netz dran

Am Montag wird es laut Bernhardt ein Gespräch mit Vertretern der Telekom und „Ranger“ geben. Der Geschäftsführer der Breitband GmbH verweist darauf, dass Interessenten nicht an der Haustür abschließen müssen. Weitere Möglichkeiten gibt es online bei der Telekom AG, über Call Center oder bei ­regionalen Vertriebspartnern (siehe Kasten).

Mit dem vorgesehenen Anschluss von Altenvers, Damm, Kirchvers, Reimershausen und Weipoltshausen am Samstag, 14. Februar, wird ganz Lohra ans schnelle Internet angeschlossen sein.

von Gianfranco Fain

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