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Ortsbeirat will Rennstrecke ausbremsen

Nach tödlichem Unfall Ortsbeirat will Rennstrecke ausbremsen

Wie sich der tödliche 
Unfall am Morgen des 
27. Oktober ereignete, steht auch einen Monat danach noch nicht fest.

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Auf dem Gehweg der Schelde-Lahn-Straße zeugen Kerzen und Blumen noch vom tödlichen Verkehrsunfall, bei dem Ende Oktober eine 76-jährige Wolzhäuserin starb. Der Ortsbeirat fordert nun mit Nachdruck, mit geeigneten Mitteln die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge auf der Landesstraße im Ort zu mindern.

Quelle: Sascha Valentin

Wolzhausen. Der tödliche Verkehrsunfall, der sich Ende Oktober in den Morgenstunden in dem Breidenbacher Ortsteil ereignete, befeuert im Ortsbeirat die Diskussion um eine Verkehrsberuhigung der Landesstraße 3049.

Auf der Schelde-Lahn-Straße, so heißt die L 3049 in Wolzhausen, starb am 27. Oktober eine 76-jährige Zeitungsausträgerin, nachdem sie ein Auto erfasste­ 
an ihren vielfachen Verletzungen. Wie sich der Unfall genau ereignete, steht noch nicht fest, da das Ergebnis des von der Staatsanwaltschaft angeforderten unfallanalytischen Gutachtens noch nicht vorliegt. Dies erklärt Benjamin Wolf als Sprecher der Marburger Staatsanwaltschaft auf Anfrage der OP.

Verdächtiger gibt Führerschein freiwillig ab

Wie die OP berichtete, beging der mutmaßliche Unfallverursacher Fahrerflucht. Als verdächtiger nahmen Polizisten wenige Stunden später in Gießen einen 30-Jährigen fest, der in den Vernehmungen einräumte, sein Fahrzeug zur Unfallzeit gefahren zu sein. Die am Unfallort gefundenen Fahrzeugteile passen augenscheinlich zum Auto des Verdächtigen, hieß es damals. Neu ist laut Wolf, dass der Verdächtige den Behörden freiwillig seinen Führerschein übergab.

Schon seit Jahren ist dagegen die Landesstraße ein Thema, stellte Thomas Achenbach während der jüngsten Ortsbeiratssitzung fest. „Die Straße ist von Eisenhausen bis Breidenbach eine Rennstrecke“, betonte der Ortsvorsteher. Deshalb müsse unbedingt etwas unternommen werden, um die Autos zumindest in den Ortslagen zu bremsen. Denn es wäre schade, wenn erst noch etwas passieren müsse, bevor endlich reagiert werde.

Kremer schlägt Sensor in Ampel vor

Achenbach schlug das seitlich versetzte Aufstellen von Beton­kübeln am Fahrbahnrand vor, so wie es das bis vor einiger Zeit in Niederhörlen gegeben habe. Allerdings wurden sie auch da wieder von der Straße entfernt – unter anderem, weil damit auch ein erhöhtes Unfallrisiko verbunden war. Es kam zu Unfällen, bei denen Autos die Pflanzkübel gerammt hatten. Eine andere Möglichkeit sei das Anbringen von Geschwindigkeitsmesstafeln, um den Fahrern einmal bewusst zu machen, wie schnell sie durch den Ort fahren.

Eine andere Lösung schlug Fred Kremer vor. Er plädiere­ schon immer für einen Sensor in der Ampel, der bei überhöhter Geschwindigkeit der Fahrzeuge­ eine Rotphase auslöse. Andernorts sei eine solche Schaltung gang und gäbe, sagte Kremer, und sie würde die Autofahrer dazu zwingen, langsamer zu fahren, wenn sie nicht anhalten wollten. Alternativ regte­ Kremer sogar ein Blitzgerät in der Ampel an, das Temposünder zur Raison bringen soll.

Sollten Hessen Mobil die Argumente der Wolzhäuser nicht ausreichen, dann müsse als Konsequenz eine Unterschriftenaktion gestartet werden, damit die Verantwortlichen sehen, wie wichtig den Bürgern vor allem nach dem tragischen Unfall die Sicherheit auf der Straße ist, urteilte der Ortsbeirat.

von Gianfranco Fain
 und Sascha Valentin

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