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Bilder lassen viel Raum für Phantasien

Ausstellung: Werner Platt Bilder lassen viel Raum für Phantasien

Bilder in kräftigen Farben geben der zweiten Ausstellung mit Werken des Kombacher Künstlers Werner Platt im Niederdietener „Café Q“ eine besonders intensive Note.

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Arno Kraußmann (links) betrachtet gemeinsam mit Werner Platt dessen Arbeiten.

Quelle: Erich Frankenberg

Niederdieten. Arno Kraußmann vom Kulturverein Niederdieten ist begeistert von der künstlerischen Entwicklung des Kombachers. So seien die Formen klarer und die Farben kräftiger, mutiger einfach. Manche Bilder von Werner Platt springen einen geradezu an, sagt der Kunstexperte.

Dass mit der Ausstellung auch ein Wagnis einhergehe, ist Platt bewusst, denn damit öffnet er sich den Blicken der Öffentlichkeit. Sicherlich werde es kritische wie lobende Reaktionen der Betrachter geben, die für ihn auch Hinweise für die Weiterarbeit und Entwicklung sein sollen, erwartet der Künstler.

Einer Versuchung ist Platt bisher nicht erlegen: Nie habe er versucht, gegenständlich zu malen. Vielmehr wandte er sich der Welt der Farben zu. Dabei stellte sich die Fragen: Was macht ­eine gelungene Komposition­ aus? Was passt zueinander und in welchem Verhältnis? Wie kann der Blick gelenkt werden durch feine Linien? Wie erzeugt man Spannung durch das Setzen farbiger Schwerpunkte? Dass er dies alles beherrscht, zeigten die ausgestellten Werke, hebt Kraußmann hervor. Auf sinngebende Titel wurde vorerst weitestgehend verzichtet, um damit Raum für die Phantasien der Betrachter zu lassen.

Daneben hat sich der Künstler dem Umgang mit den Materialien Holz und Stein zugewandt. Platt verließe bei seinen ersten Arbeiten an alten Fachwerkresten die zweidimensionale Welt und betrete mutig die Arena des plastischen Gestaltens, sagt Kraußmann.

Ausstellung bis Ende Oktober zu sehen

Farbige Akzente werden dabei sehr sparsam eingesetzt, um die entstehende Plastik nicht zu erschlagen. Angedacht sind demnächst Arbeiten mit altem Schrotteisen. Insgesamt könne man laut Kraußmann die ausgestellten Arbeiten durchaus unter der Überschrift „dekorative Kunst“ einordnen.
Aus der Vita Platts ist zu ersehen, dass er sich nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben in seiner neugewonnenen Freizeit der Kunst zugewandt hat. Lange Zeit habe er gemalt, gezweifelt, verworfen, geändert, übermalt, verschiedene Techniken und Materialien ausprobiert und eine unglaubliche Anzahl von Bildern erzeugt, sagt der Künstler.

Dem Betrachter der Bilder dränge sich der Eindruck auf, dass dies nicht die ersten Ausstellungen des Künstlers seien, einen solchen künstlerischen Reifegrad habe Platt inzwischen erreicht, sagt Kraußmann. Der Künstler habe noch keine abgeschlossene Vorstellung vom Wert seiner Werke, aber unverkäuflich seien sie wohl nicht, sagt Kraußmann.

Die Ausstellung wird bis Ende Oktober im „Café Q“ zu sehen sein – jeweils am Donnerstag ab 19 Uhr sowie jeden zweiten und vierten Sonntag eines Monats ab 15 Uhr.

von Erich Frankenberg

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