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Ende gut, alles neu in Breidenbach

Müllabfuhrzweckverbands Biedenkopf Ende gut, alles neu in Breidenbach

Staub und Lärm, Stromausfall und kalte Heizkörper, Akten in Kartons und Arbeitsplätze im Exil – der Umbau der Geschäftsstelle hat den Mitarbeitern des Müllabfuhrzweckverbands Biedenkopf (MZV) einiges abverlangt.

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Viel Zeit am Telefon verbringt Theresa Dreyer. An den neuen Schreibtischen kann sie auch im ­Stehen arbeiten.

Quelle: Birgit Heimrich

Breidenbach. „Das war zeitweise für die Mitarbeiter schon grenzwertig“, sagt Geschäftsstellenleiterin Anja Reichel. Die Arbeiten fanden bei laufendem Betrieb statt.

Vor Reichel auf dem Tisch im neu renovierten Büro liegen die internen „Schichtpläne“ der Umbauwochen – welcher der Mitarbeiter wann, wo und in welchem Turnus sitzt und ­arbeitet. Die halbe Mannschaft wurde ins Bürgerhaus ausgelagert, die anderen Schreibtische blieben in der Geschäftsstelle und mit ihnen all das, was dort tagtäglich zu erledigen ist. Dazwischen arbeiteten die Männer vom Bauhof. Sie schlugen alte Kacheln ab, durchbrachen Wände, karrten Bauschutt weg und schlossen Löcher.

Handwerker nahmen die Türen raus, verlegten Böden, installierten Glasscheiben, hängten Decken ab, erneuerten Strom- und Datenkabel, bauten den Eingangsbereich um und eine neue Küche ein. Zeitweise war die Heizung abgeschaltet, immer wieder fiel der Strom aus – samt ­Telefonanlage, Server und Computertechnik. „Stellen Sie sich vor, Sie leben zu Hause auf einer Baustelle und müssen den gesamten Hausstand ständig von ­einem Zimmer ins andere räumen. Das ist ein Albtraum“, sagt Anja Reichel, „das Gleiche auf der Arbeit ist noch schlimmer.“

Weil gleichzeitig die Kunden betreut werden und die Geschäfte laufen müssen. Die „Geschäfte“ des MZV vertragen schließlich keinen Aufschub, die Müllabfuhr kann keine wochenlange Pause einlegen. Erschwerend dazu kam, dass die Renovierung ab Mitte Januar in die Frostperiode fiel, in der besonders viele­ Bürger anriefen und sich ­
 beschwerten – wegen festgefrorener Mülltonnen und dergleichen.

 Zweckverband selbst investierte 75.000 Euro

Deshalb kann Anja Reichel ­ihre Mitarbeiter nicht genug loben. Auch mit den Firmen hat sie „nur positive Erfahrungen“ gemacht. Alle waren aus der Region, alle hätten sich reingehängt – am Ende des eng getakteten Zeitplans war der Umbau zwei Tage früher fertig als gedacht. Das gesamte Projekt inklusive Ein- und Auszug war innerhalb von zweieinhalb Wochen erledigt.

Rund 40.000 Euro hat der MZV in die Renovierung der Räume gesteckt – inklusive des neuen Technik- und Sozialraums sowie der Küche und des Bürgerbüros, die es vorher nicht gab. Dazu kommen rund 35.000 Euro für die neue Einrichtung. So sind sämtliche Schreibtische höhenverstellbar, neue Leuchten dienen dem Arbeitsschutz, Aktenschränke der Effizienz und Sessel im Eingang den Kunden.

All diese Ausgaben trägt der MZV als Mieter der Räume im Bürgerhaus. Die Gemeinde als Vermieter hat ebenfalls in den Umbau ihrer Immobilie investiert: rund 4000 Euro für Leistungen von Fremdfirmen und 80 Lohnstunden des Bauhofs.

Die Renovierung der Geschäftsstelle war das letzte Puzzleteil der Modernisierung und Umstrukturierung des MZV – nach der Aufteilung der Arbeit in neue Kundenteams, der Einführung der neuen Dokumenten- und Ticketsysteme samt neuem Server sowie der neuen Telefonanlage und dem runderneuerten Internetauftritt, zählt Thomas Rösser (MZV-Öffentlichkeitsarbeit) auf.

Der MZV übernimmt die Müllentsorgung von rund 100.000 Menschen in 13 Kommunen des Verbands. In Breidenbach ­arbeiten elf Mitarbeiter auf neun Vollzeitstellen.

von Birgit Heimrich

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