Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Natur dient Kindern als Farbkasten

Schulbiologiezentrum Biedenkopf Natur dient Kindern als Farbkasten

Wenn es ums Ostereier-Färben geht, dann greifen viele Mitmenschen zur Chemie aus dem Supermarktregal. Dass man auch mit natürlichen Farben tolle Ergebnisse erzielt, zeigt das Schulbiologiezentrum Biedenkopf.

Voriger Artikel
Gesichteter Wolf ist ein Hund
Nächster Artikel
Verfolgungsjagd durchs Hinterland

Martina Walz zeigt den Kindern, wie man mithilfe von Gummiringen Muster auf die Eierschalen zaubern kann.

Quelle: Hartmut Berge

Oberdieten. Schon vor Tausenden von Jahren verschenkten Menschen im alten China, Persien oder Ägypten rot gefärbte Eier als Symbol des Lebens.
Auch hierzulande hat das Färben von Ostereiern eine recht lange Tradition. Der wesentliche Unterschied zum Färben zu Omas oder Uromas Zeiten:

Früher nutzte man Farben aus der Natur, heute sind die meisten Eierfarben industriell hergestellt. Über die Inhaltsstoffe kann man spekulieren. Die Packungsbeilagen verraten zwar die E-Nummer, aber nicht, wie gefährlich die Stoffe sind. Viele Fachleute warnen vor der bunten Chemie, weil sie nach ihrer Ansicht Allergien auslösen kann.

Das ist ein Grund dafür, warum das Schulbiologiezentrum in Biedenkopf Kindergarten- und Schulkinder im Umgang mit Farbstoffen aus der Natur schult. Denn auch mit denen lassen sich viele tolle Farbtöne erzielen. Die Maxime des Zentrums: Eierfarben müssen ungiftig und lebensmittelecht sein.

Kinder sammelten Pflanzen für die Farben selber

Deshalb beschränkt sich die Auswahl auf Holundersaft, Zwiebelschalen, Mate-Tee und im letzten Jahr gesammelte und getrocknete Pflanzen aus dem Schulgarten wie Mädchenauge und Färberkamille.

Die Pflanzenfarben werden durch den roten Farbstoff der Cochenille-Schildlaus ergänzt, der nach wie vor für Kosmetik, Getränke und Lebensmittel verwendet wird.

Die zum Färben geeigneten Pflanzen sammelte eine Gruppe der „Maxis“ aus dem evangelischen Kindergarten in Oberdieten. Betreut wurden sie von ihrer Erzieherin Liana Schwarz und beraten von Martina Walz vom Schulbiologiezentrum in Biedenkopf. Die Sozialpädagogin und Biologin ist pädagogische Mitarbeiterin im Zentrum und hat in den vergangenen Wochen mit so mancher Gruppe Eier gefärbt.

Schildläuse sorgen für pinke Färbung

Für den kleinen Grundkurs nutzten die „Maxis“ den Werkraum der angrenzenden Grundschule. Martina Walz bereitete vier Farbsude vor. In einen Topf gab sie Färberkamille, das ergibt ein leuchtendes Gelb, in einen weiteren Heidelbeeren, für ein dunkles Blau.

Mit einer Mischung aus Mädchenauge und Zwiebelschalen erreicht man ein Braun-Orange. Mithilfe der getrockneten Schildläuse erzielt man eine rosa bis pinke Färbung. 
Die natürlichen Stoffe kochte sie so lange, bis das Wasser die gewünschte Tönung hatte.

Die Kinder erfuhren, dass interessante pflanzliche Muster entstehen, wenn die Eier mit zierlichen Blättern oder Gräsern bedeckt und mit einem Nylonstrumpf oder Mull umspannt werden.

Die Blätter heben sich hell von der gefärbten Eierschale ab. Gummiringe oder Obst- und Gemüsenetze ergeben ebenso dekorative Muster.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr