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Mehr Komfort bei der Müllentsorgung

Müllabfuhrzweckverband Mehr Komfort bei der Müllentsorgung

In 13 Kommunen des Landkreises fährt ab 
Januar ein neues 
Unternehmen Bio-, 
Papier- und Restmüll ab.

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Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf hat eine neue Abfuhrfirma.

Quelle: Gianfranco Fain

Breidenbach. Rundum zufrieden sind die Verantwortlichen des Müllabfuhrzweckverbandes (MZV) Biedenkopf mit dem Ergebnis der Ausschreibung des Müllabfuhrvertrages. Nur mehrere zusammentreffende Faktoren bereiten dem Verbandsvorsitzenden Christoph Felkl und der MZV-Geschäftsstellenleiterin Anja Reichel etwas Kopfschmerzen: Die Ausschreibungsgewinnerin, die Firma Knettenbrech + Gurdulic aus Wiesbaden, nimmt ihre Arbeit Anfang Januar auf – mitten im Winter, mit zum Teil neuen Fahrern und einem aufgrund der Feiertage größeren Abfallaufkommen.

Eingefrorene Mülltonnen, „vergessene Abfuhrstellen“, längere Fahrzeiten wegen höherem Müllaufkommen – „da wird es womöglich am Anfang ein bisschen ruckeln“, befürchtet Felkl, und Reichel bittet jetzt schon um Verständnis für eventuelle Unannehmlichkeiten. Doch spätestens zum Ende des ersten Quartals sollte die Abfuhr in normalen Bahnen verlaufen und die Kunden in den 13 Mitgliedskommunen des MZV die Vorzüge der seit Jahren größten Umstellung genießen können.

MZV

Der Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf entsorgt im Verbandsgebiet Restmüll, Altpapier, Bioabfall und Sperrmüll von rund 96.000 Kunden aus den 13 Kommunen Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Cölbe, Dautphetal, Fronhausen, Gladenbach, Lahntal, Lohra, Steffenberg, Wetter und Wohratal.

Zum Beispiel die Handhabung der Mülltonnen . Diese sollen zwar immer noch auf einer Straßenseite zur Abholung bereitgestellt werden, doch in welche Himmelsrichtung die Kammleiste zeigt, ist künftig unerheblich. Knettenbrech + Gurdulic setzt Heckladerfahrzeuge ein, die mit mindestens zwei Müllwerkern bestückt sind. So entfällt das zeitaufwendige, weil präzise Anfahren mit den Seitenladern der Firma Suez, die mit nur einem Fahrer bestückt waren. Der Seitenlader beschädigte zudem oft die Kammleisten, und volle Biobehälter fielen gelegentlich in den Laderaum – ein Kostenfaktor.

Mehr Komfort gibt es für die Kunden auch beim Papiermüll . Ab Januar können überschüssige Mengen gebündelt neben die blauen Tonnen gestellt, um dann auch ohne Anmeldung mitgenommen zu werden.

Auch beim Sperrmüll wird es leichter und vor allem schneller gehen. Höchstens vier Wochen sollen laut Reichel künftig zwischen Abholung und Anmeldung vergehen. Für diese müssen die Kunden auch nicht mehr alle abzufahrenden Teile einzeln angeben, sondern nur eine Kubikmeterzahl – maximal zehn. Einen entsprechenden Sperrmüllrechner wird es auf der Homepage des MZV geben, wo die Kubikmeterzahl ermittelt und die Abfuhr auch online angemeldet werden kann. Ebenfalls neu: Kunden erhalten künftig schon einige Tage nach der Anmeldung des Sperrmülls eine Mitteilung über den Abfuhrtermin. Und kommt doch mehr zusammen als angegeben war, so bleiben diese Gegenstände künftig nicht stehen, sondern werden mitgenommen, versichert Reichel.

Bequemer können es auch diejenigen Kunden haben, deren Grundstücke für die Müllfahrzeuge nicht erreichbar sind. Wollen sie ihre Tonnen nicht selbst zu Sammelpunkten bringen, können sie über einen eigenen Vertrag mit dem Abfuhrunternehmen einen kostenpflichtigen „Full Service“ vereinbaren.

Unverändert bleibt die Situation bei der Abfuhr der gelben Tonnen und der Glascontainer. Die waren nicht Gegenstand des neuen Abfuhrvertrags und werden weiterhin von der Firma Suez bedient, erklärt Reichel. Der MZV habe somit keinen Einfluss auf die Touren, gebe aber Beschwerden weiter, zum Beispiel wenn die Container überquellen. Der Versuch, auch in Gemeinden wie Cölbe die gelben Säcke gegen gelbe Tonnen zu tauschen, sei am Widerstand des Dualen Systems Deutschland gescheitert, berichtet Reichel.

Gebühren bleiben auch 
im Jahr 2018 stabil

Wie ein besserer Service zum selben Preis für die Kunden zustande kommt, erklärt Felkl. Der MZV kaufte von Suez rund 120.000 Müllgefäße für Papier-, Bio- und Restmüll „zu einem guten Preis“, um einen echten Wettbewerb zu gleichen Bedingungen für alle Bewerber zu erlangen. Somit entfiel auch das kostenträchtige „Bechippen“ 
 neuer Tonnen. Die Ausschreibung endete mit einem Preis, der mit 14 Prozent über dem bisherigen Wert wesentlich niedriger als befürchtet liegt.

Bei einer Laufzeit von sieben Jahren komme dies einer jährlichen Preissteigerung auf Inflationsniveau von zwei Prozent gleich. Zudem verringert der MZV wie in den Vorjahren die unter der ehemaligen Geschäftsführerin entgegen der Satzung durch überhöhte Gebühren angehäuften Überschüsse. Die Rücklage beträgt zum Jahresende noch rund 1,4 Millionen Euro, 385.000 davon werden 2018 dazu verwandt, um die Gebühren stabil zu halten.

Das soll ebenfalls in den nächsten Jahren geschehen. Der MZV ist aber auch dazu verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Damit der Kostensprung für die Kunden bei Auflösung der Rücklage nicht zu groß wird, sollen die Gebühren in den nächsten Jahren moderat angeglichen werden. Dies auch, weil unbekannt ist, ob der MZV wie in diesem Jahr Spitzenpreise für das Altpapier erzielt.

Zur Kostensenkung beitragen sollen zudem einheitlich graue Tonnen, die beim Austausch für defekte Gefäße nur einen entsprechenden farbigen Deckel erhalten.

von Gianfranco Fain

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