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Seibel übergibt Glocke an Beckmann

Gemeindeparlament Breidenbach Seibel übergibt Glocke an Beckmann

Standing Ovations, Lobreden aller drei Fraktionen und ein sichtlich ­gerührter Ulrich Seibel. Als Nachfolger des Sozialdemokraten wählten die Gemeindevertreter Martin Beckmann zu ihrem Vorsitzenden.

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Der neue Breidenbacher Parlamentsvorsitzende (von links) Martin Beckmann verabschiedete seinen Vorgänger Ulrich Seibel gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Felkl (alle SPD) offiziell aus dem Dienst in der Gemeindevertretung.

Quelle: Edgar Meistrell

Breidenbach. Zum 31. Juli hatte Ulrich Seibel bereits sein Mandat zurück- und damit auch den Vorsitz der Breidenbacher Gemeindevertretung aus der Hand gegeben. In der ersten Sitzung nach der Sommerpause wählten die Kommunalpolitiker nun einen Nachfolger. Und das ist Martin Beckmann. Der Sozialdemokrat stand als Einziger zur Wahl. In offener Abstimmung gab es nur Zustimmung, bei der Enthaltung des Betroffenen.

Ebenso einmütig fiel dann ein paar Tagesordnungspunkte später die offizielle Verabschiedung von Seibel aus. Der hatte seit Juni 1977, mit einer achtjährigen Unterbrechung in den 1990er Jahren, aktiv Politik in seiner Heimatgemeinde gemacht. Die Gemeindevertretung leitete er die vergangenen 16 Jahre. Und für diese Arbeit wurde er von ­allen Seiten gelobt.

Beckmann, der bisher Fraktionschef der SPD war und dieses Amt nun an Nicole Pfeifer übergeben hat, hob Seibels Einsatz für „Kita3K“ hervor, unterstrich aber noch mehr die Art der Amtsführung. Seibel sei ­Garant dafür gewesen, dass es in Breidenbach eine „sehr disziplinierte Streitkultur“ gebe. Er habe die Gabe, die Menschen zusammenzuführen.

Fraktionsvorsitzende loben Seibels Amtsführung

Axel Fuchs (CDU) betonte, dass Seibel sein Amt mit großer Neutralität ausgeübt habe. Auch sein hoher Sachverstand und sein Wissen hätten seine Amtsführung ausgezeichnet. Peter Künkel (Bürgerliste) verglich Seibel mit dem scheidenden Bundestagspräsi­denten Norbert Lammert und zitierte zunächst aus einer Dankesrede an den Bundespolitiker. Ganz Breidenbach könne stolz sein, so einen Vorsitzenden der Gemeindevertretung gehabt zu haben. Obwohl er als leidenschaftlicher Sozialdemokrat bekannt sei, habe er mit Ruhe und fast „stoischer Gelassenheit“ sein Amt als Parlamentsvor­sitzender ausgeübt. Er habe ­Geduld mit allen Gemeinde­ver­tretern gehabt.

Und Künkel ­endete mit dem Dank und Hinweis, dass er persönlich viel von Seibel habe lernen dürfen.

Seibel selber erinnerte in seiner Rede an die Hessische Gemeindeordnung und dessen Paragrafen 1, der die Gemeinde als Grundlage des demokratischen Staates betont. Und für diese repräsentative Demokratie lohne es, zu kämpfen und sie den Menschen immer wieder nahezubringen. Der Abschied sei ihm letztendlich schwergefallen, aber im Laufe der letzten Zeit sei die „Lust zur Last“ geworden, sagte Seibel.

Für den ehemaligen Parlamentschef gab es einige Geschenke. Bürgermeister Christoph Felkl (SPD) ­überreichte ­eine Karikatur, die Seibel am Rednerpult zeigt, die Glocke des Vorsitzenden schwenkend.

von Edgar Meistrell

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