Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Brautpaar hat keinen Bock auf 08/15-Ehe

Kurioses Hochzeitsdatum Brautpaar hat keinen Bock auf 08/15-Ehe

Für viele Paare soll es der schönste Tag des Lebens werden, andere wollen etwas Besonderes oder einfach nur eine Gedankenstütze haben, und da bietet sich für das einander „Ja sagen“ ein Datum wie der 08.08.2015 an.

Voriger Artikel
„Postraub“ steht hoch im Kurs
Nächster Artikel
„Wir müssen das Ding weiterschieben“

Kevin Mike Siegel und Natascha Zuber gehen am 08.08.2015 in Dautphe den Bund der Ehe ein.

Quelle: Thorsten Richter

Dautphe. Eine Gedankenstütze benötigt Kevin Mike Siegel sicherlich nicht. Ohne Nachdenken zu müssen, nennt er den 16. September 2011 als den Tag, an dem er Natascha Zuber in Wallau auf der Kirmes kennen und auch lieben lernte. Mit der 22-Jährigen – ihre Geburtstage liegen im selben Jahr nur wenige Tage auseinander – geht der Zerspanungsmechaniker eines heimischen Betriebes diesen Samstag vor Standesbeamtin Jutta Spänhoff den Bund der Ehe ein.

Die Wahl des Tages kam auch nicht spontan wegen der Zahlenkombination zustande, sie erfolgte schon vor einiger Zeit. Voriges Jahr verlobten sie sich während eines Urlaubs in der Türkei, zurück in der Heimat fragten die Eltern schon, wann geheiratet werde.

Die Wahl fiel auf den August dieses Jahres. Als im Januar an den Arbeitsplätzen – die aus Allendorf/Hohenfels stammende medizinische Fachangestellte arbeitet in einer Marburger Arztpraxis – die Urlaube einzutragen waren, lag der 8. August mittendrin. „Und es war auch noch eine Schnapszahl“, berichtet der Bräutigam, der in Wallau aufwuchs. „Passt“, habe er gedacht.

Kirchliche Hochzeit erst im nächsten Jahr

Erst später wurde ihnen bewusst, was für ein Datum sie sich ausgesucht hatten. Im März sprachen sie Bekannte erstmals darauf an, seitdem geschehe dies immer öfter. Ärgern tun sie sich deshalb nicht, finden das Ganze eher „witzig“. Eines ist sicher: Sie haben beide „keinen Bock auf eine 08/15-Ehe“, betont Natascha Zuber. Obwohl sich die Vorstellungen schon so anhören, weswegen liebende Paare im Allgemeinen heiraten: lange und glücklich zusammenleben, eine Familie gründen, ein Haus bauen . . .

Den ersten Schritt haben sie schon gewagt. Seit April 2012 wohnen sie zusammen, im Oktober 2014 erfolgte der Umzug nach Dautphe. In ihrer Wohnung leisten ihnen „Hazel“ und „Blanche“ Gesellschaft, die Kaninchen gehören somit zu den ersten Familienmitgliedern. Aus dem Kreis ihrer jetzigen Familien kommen die Trauzeugen. Für Natascha, sie hat drei jüngere Geschwister, wird diese Aufgabe eine Schwester übernehmen, für ihren Ehemann wird der Gatte seiner älteren der beiden Schwestern aufpassen, was im Trauzimmer des Dautphetaler Rathauses versichert wird.

Danach wird es ein wenig spannend. Das Brautpaar Siegel, wie es dann offiziell heißt, weiß nämlich nicht, was sie vor dem Standesamt erwartet. Festgelegt haben sie jedoch, dass die Trauung mit Familie und Freunden in Niederlaasphe gefeiert wird. Vor den Altar der Biedenkopfer St. Josef Kirche wollen sie erst im nächsten Jahr treten, um danach mit Freunden, Kollegen und Bekannten im Bad Laaspher Schloss zu feiern.

Bis dahin werden sich die Siegels in ihr neues Leben eingewöhnen. Städtereisen zu Musicalbesuchen oder ins Fußballstadion, vorzugsweise nach Dortmund, stehen an. Für diese, seine Leidenschaft, hat er sie schon gewonnen.

von Gianfranco Fain

 
08/15

„Nullachtfünfzehn“ oder „Nullachtfuffzehn“, wie 08/15 ausgesprochen wird, ist laut dem Online-Lexikon Wikipedia eine gebräuchliche Redewendung für etwas ganz Gewöhnliches oder nichts Besonderes, Durchschnitt, Mittelmaß, ohne Sorgfalt bereitet oder nichts Erwähnenswertes. Die in Deutschland, Österreich und Südtirol gebräuchliche Redewendung kann wertfrei oder abwertend gemeint beziehungsweise verstanden werden. Sie geht vermutlich auf das Maschinengewehr mit der Typenbezeichnung MG 08/15 zurück, wozu es zwei Erklärungsansätze gibt:

- Deutsche Soldaten hatten im Ersten Weltkrieg täglich mit diesem Maschinengewehr ein langwieriges und eintöniges Training zu absolvieren, wodurch die Bezeichnung 08/15 für langweilige Routinen entstand.

- Die Materialqualität der Waffen ließ ab dem Zeitpunkt der Einführung der Weiterentwicklung als MG 08/15 ab, die Fehlerhäufigkeit nahm zu. Die Soldaten prägten mit dem Ausdruck „Die Waffe ist 08/15!“ die Redewendung „Nichts Besonderes, nur normal“.

 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr