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Brandstifterin steht erneut vor Gericht

Neuverhandlung Brandstifterin steht erneut vor Gericht

Zehn Jahre beunruhigten mehre Brände die Bewohner des Biedenkopfer Stadtteils Eckelshausen. Im Mai des vergangenen Jahres wurde eine jetzt 53-Jährige für das Feuerlegen an einem Imbisswagen und wegen Fahrens ohne Führerschein zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach dem Revisionserfolg vor dem Oberlandesgericht Frankfurt geht es für die 53-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht darum, ob sie bei den Brandstiftungen vermindert schuldfähig war und somit auch um das Strafmaß.

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Erneut wird der Fall einer Eckelshäuserin vor dem Marburger Landgericht verhandelt. Die 53-Jährige befindet sich wegen Brandstiftung in Haft.

Quelle: Nadine Weigel

Biedenkopf. Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilte das Amtsgericht im Mai des vergangenen Jahres die damals noch 52-jährige Frau aus Biedenkopf für mehrere Brandstiftungen im Stadtteil Eckels-hausen sowie für das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Nachdem die Frau im Oktober in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Marburg erfolglos blieb, erzielte sie vor dem Oberlandesgericht Frankfurt einen Teilerfolg.

Das Oberlandesgericht habe zwar im Wesentlichen das Urteil des Amtsgerichts bestätigt, sagt Richter Dr. Marcus Wilhelm, dennoch müssten Gesichtspunkte aufgearbeitet werden, die in den vorherigen Verhandlungen offenbar nicht ausreichend gewürdigt worden seien. Das Oberlandesgericht bestätigte die Feststellungen zum äußeren Tatgeschehen, spreche sich aber für eine Überprüfung der subjektiven Elemente aus, erklärt der Sprecher des Landgerichts.

Deshalb gehe es am Donnerstag nicht mehr darum, ob die 53-Jährige die Brände in Eckelshausen gelegt habe, sondern um die Frage, ob die Verurteilte bei der Ausübung der Taten schuldfähig oder eventuell vermindert schuldfähig, war erklären auch Vertreter der Staatsanwaltschaft. Somit werden beim erneuten Termin vermutlich hauptsächlich die Aussagen eines Sachverständigen auch hinsichtlich der Alkoholabhängigkeit der Brandstifterin von Gewicht sein. Somit könnte es auch um eine Unterbringung für einen Entzug gehen.

Komme die 5. Strafkammer des Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul zu einem anderen Ergebnis als in den vorherigen Verhandlungen, so werde das Urteil modifiziert eventuell bis zu einem Freispruch, erklärt Dr. Wilhelm.

Bleibt die Verurteilte weitere 17 Monate in Haft?

Komme die Strafkammer zum selben Ergebnis wie es bisher feststeht, dann bleibe auch das Strafmaß - eventuell leicht modifiziert - bestehen. Somit bliebe die 53-Jährige weitere 17 Monate in Haft. Dort befindet sie sich seit dem 12. September 2011, nachdem am Tag zuvor in Eckelshausen ein Imbisswagen in Flammen stand. Die vom Amtsgericht Mitte März verhängte Gesamtfreiheitsstrafe für die einschlägig vorbestrafte Frau betrug drei Jahre wegen Brandstiftung und Fahrens ohne Führerschein.

Die 53-Jährige wurde im September 2010 in der Hinterland­stadt bei einer Alkoholfahrt am Steuer eines VW Touran erwischt. Der Alkoholgehalt im Blut betrug damals 1,66 bis 1,92 Promille, ihr Führerschein war wegen eines ähnlichen Delikts bereits eingezogen. Sie gab die Tat nach anfänglichem Leugnen zu, bestritt jedoch vehement die Brandstiftung.

Damals verfolgten 5 Zuhörer die Berufungsverhandlung. Zwischen diesen und einem Zeugen gab es auf dem Flur einen lautstarken Disput. In dem Biedenkopfer Stadtteil ging die Angst um, weil eine Serie von zum Teil ungeklärten Brandstiftungen die Eckelshäuser seit mehr als zehn Jahren beunruhigte. Bereits im Jahr 2006 wurde die Frau verurteilt, weil sie angetrunken in ihrem Wohnhaus den Dachstuhl in Brand setzte. Es folgten Verurteilungen wegen Brandstiftung an einem Auto und zuletzt an dem Imbisswagen. Noch am selben Abend nahmen Polizisten die alkoholisierte Eckels­häuserin in ihrer Wohnung wegen des Tatverdachts fest, der sie in Untersuchungshaft führte.

nDie Verhandlung vor der 5. Strafkammer des Marburger Landgerichts beginnt am Donnerstag, 18. April, um 9 Uhr im Saal 101

von Gianfranco Fain

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