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Blutspuren belasten Tatverdächtigen

Breidenbach Blutspuren belasten Tatverdächtigen

Bis zu 15 Jahre Haft drohen dem angeklagten 31-Jährigen, der nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft am 9. Februar seine Ehefrau in Breidenbach niederstach. Der Termin der Verhandlung steht noch nicht fest.

In diesem Haus in der Breidenbacher Bachstraße starb Anfang Februar eine 27-Jährige eines gewaltsamen Todes. Der tatverdächtige Ehemann muss sich nun vor Gericht wegen Totschlags verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Am 9. Februar verlor die 27-jährige Neslihan C. in Breidenbach ihr Leben. Nach einer europaweiten Fahndung und langwierigen Ermittlungen steht nun rund sechs Monate später die Anklageschrift. In dieser wird der Tathergang so beschrieben: Am Sonntagvormittag kam es in der gemeinsamen Wohnung wie schon Tage zuvor zum Streit zwischen der jungen Frau und ihrem Ehemann. Der zur Tatzeit 31-Jährige holte aus der Küche ein Messer ,„um sie zu töten“ und stach mit der 14 Zentimeter langen Klinge mehrmals auf den Körper der Frau ein. Dabei durchtrennten zwei tiefe Stiche in den Hals die Schlagadern und die Speiseröhre. Die Obduktion ergab, dass die junge Frau an ihrem eigenen Blut erstickte.

Da eine Mordabsicht nicht nachweisbar erscheint, lautet der Tatvorwurf auf Totschlag. Das Strafmaß dafür kann bis zu 15 Jahre Haft betragen, erklärt Annemarie Petri. Laut der Sprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft konnten zwar keine DNA-Spuren an der Tatwaffe festgestellt werden, da das Messer mit dem Griff nach unten in die Toilettenschüssel gesteckt wurde, jedoch seien blutbehaftete Fußabdrücke, die ins Badezimmer führten, gesichert und eindeutig dem Angeklagten zugeordnet worden.

Suche mit einem internationalen Haftbefehl

Ein Geständnis des Tatverdächtigen liege nicht vor, allerdings habe dieser sich gegenüber einem Gutachter zur Familiensituation und auch zum Tathergang geäußert. Der Gutachter untersuchte den Beschuldigten auf seine Schuldfähigkeit hin. Diese sieht die Staatsanwaltschaft derzeit als gegeben an. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Landgericht ist noch nicht festgelegt.

Anfang Februar rief die Tat Bestürzung und Aufsehen in der Hinterlandgemeinde hervor. Der Vater des Opfers fand seine getötete Tochter am Sonntagnachmittag in deren Wohnung in der Bachstraße. Diese war unter Aufsicht der Polizei geöffnet worden, nachdem die Angehörigen kein Lebenszeichen von Neslihan C. mehr erhalten hatten und das Schlimmste befürchteten. Der Tat verdächtigt wurde recht bald ihr Ehemann Muhittin C., der noch am Vormittag in der Nähe des Tatortes gesehen wurde, aber nicht aufzufinden war.

Nachdem die Suche nach dem 31-Jährigen mit einer Vielzahl an Polizisten und unter Beteiligung eines Hubschraubers erfolglos blieb, erging noch Sonntagnacht ein öffentlicher Fahndungsaufruf, der später auf Europa ausgeweitet wurde. Der Tatverdächtige war in einem gelben VW Beetle mit Wuppertaler Kennzeichen unterwegs, vermutete Fluchtrichtung war das Ruhrgebiet, eventuell Dortmund, wo der Gesuchte persönliche Kontakte haben sollte.

Am Dienstag wurde der gelbe Beetle in einem Pariser Vorort gesichtet, die Durchsuchung von mehreren Wohnungen blieb aber erfolglos. Falls er in Frankreich war, kehrte der Angeklagte wieder nach Deutschland zurück, wo er sich Mittwochmittag in Dortmund in einer Rechtsanwaltskanzlei den Ermittlungsbehörden stellte. Nach seiner Festnahme wurde der 31-Jährige noch am selben Tag nach Marburg gebracht und dem Haftrichter vorgeführt.

von Gianfranco Fain

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