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Blitzer-Einnahmen erfüllen die Planzahlen

Verkehrsüberwachung Blitzer-Einnahmen erfüllen die Planzahlen

Seit Anfang Dezember werden im Gladenbacher Stadtgebiet Geschwindigkeitsüberschreitungen von festinstallierten Messanlagen festgehalten. Nun liegen die ersten Daten vor. Den vom damaligen Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim betonten erzieherischen Wert scheinen die vier festinstallierten Geschwindigkeitsmessanlagen im Gladenbacher Stadtgebiet schon erfüllt zu haben.

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In Höhe der sogenannten „Blauen Lagune“, der Bushaltestelle beim Baugebiet „Würtenberg“, steht eine der vier im vergangenen Jahr im Gladenbacher Stadtgebiet aufgestellten Geschwindigkeitsmessanlagen.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Mit nur 2300 Geschwindigkeitsüberschreitungen innerhalb von rund anderthalb Monaten liegt die Zahl der ertappten Autofahrer weit unter dem Wert, der bei den Probemessungen erreicht wurde, nämlich rund 15 300 in sechseinhalb Tagen.

Und: Der „Spitzenreiter“ bewegt sich nur in der Spange von 41 bis 50 Stundenkilometern (km/h), die er zu schnell war. Bei den Probemessungen erreichten einige Raser in der Marburger Straße Werte von mehr als 100 km/h: 487 Fahrzeuge waren mit „100“ unterwegs, 189 fuhren schneller als 110 km/h, 48 rasten mit 120 die Straße entlang, und zwei Verkehrsteilnehmer waren innerorts gar mit 150 Kilometern in der Stunde unterwegs.

Seit den Probemessungen wurden aus den vorgesehenen drei Geschwindigkeitsmessanlagen vier, zwei davon gingen am 3. Dezember in der Marburger Straße und in Weidenhausen-Petersburg in Betrieb, die anderen beiden am Westring in Weidenhausen und an der Busbucht „Blaue Lagune“ am Neubaugebiet „Am Würtenberg“, folgten Anfang Februar.

Die ersten Zahlen fielen auch höher aus, als die für den jetzigen Zeitraum ermittelten. Vom 3. Dezember bis 20. Januar registrierten die beiden Säulen in der Marburger Straße und auf der Petersburg mehr als 3600 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Vom 19. Januar bis 4. März waren es 2300 an allen vier Säulen. Im Gegensatz zum ersten kann das Ordnungsamt der Stadt dank nun vorhandener Software für den zweiten Zeitraum die Daten auch aufschlüsseln (siehe Tabelle unten).

Grobe Rechnung zeigt: Kalkulation ginge auf

Daraus lassen sich die zu erwartenden Einnahmen für die Stadt, die diese Auswertung nicht vornimmt, annäherungsweise errechnen. Dabei gilt es zu beachten, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 55 km/h zur Bearbeitung direkt ans Regierungspräsidium (RP) in Gießen weitergeleitet werden und die Einnahmen dort auch verbleiben. Eine prozentuale Aufteilung sieht vor, dass 60 Prozent der Bußgeldeinnahmen an das Land Hessen und 40 Prozent an die Kassen der Kommunen gehen.

Ebenso verhält es sich mit den darunter als Ordnungswidrigkeiten eingestuften Fälle, die von der Stadt aus verschiedenen Gründen nicht eingezogen werden können. Im Jahr 2014 waren das hessenweit rund 37 Prozent. Die gehen zum Einzug ans RP, allerdings erhält die Stadt dafür eine Verwaltungsentschädigung in Höhe von 40 Prozent.

Ferner erhält der Betreiber der „Blitzer“ von der Stadt je verwertbares Foto eine Pauschale. Wie hoch diese ist, verrät Bürgermeister Peter Kremer nicht, weil darüber mit dem Betreiber Stillschweigen vereinbart worden ist. Nach Informationen der OP beträgt diese Pauschale in anderen Gemeinden des Landkreises, die das gleiche Verfahren wie Gladenbach anwenden, rund 5 Euro pro Fall.

Nimmt man diese Zahlen für eine überschlägige Rechnung, so könnte die Stadt in diesem Jahr rund 202.600 Euro an Einnahmen aus den stationären Blitzern erhalten. Für den Haushalt 2015 der Stadt wurde mit Einnahmen in Höhe von 200.000 Euro bei rund 50.000 Euro als Ausgaben kalkuliert.

von Gianfranco Fain

 
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