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Bis 2017 ist noch Zeit zum Proben

Theater Biedenkopfer Stadtbrand Bis 2017 ist noch Zeit zum Proben

In zwei Jahren soll das von Laien gespielte Theaterstück über den großen Biedenkopfer Stadtbrand über die Bühne gehen.

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Der Macher zeigt, wo es langgeht: Christoph Kaiser entwickelte die Idee zum Stück, schreibt das Stück und probt ab sofort immer donnerstags im Biedenkopfer evangelischen Gemeindehaus.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Das Ziel liegt noch in der Ferne: Erst im Jahr 2017 möchte Christoph Kaiser sein Theaterstück zur Erinnerung an den großen Biedenkopfer Stadtbrand von 1717 im Landgrafenschloss aufführen. Alle, die daran mitwirken möchten, hat der Oberstädter bereits vergangene Woche zur erste Probe in das evangelische Gemeindehaus eingeladen.

Grundlagen im Schauspielen werden vermittelt

Im Halbkreis sitzen die interessierten Mitspieler – ein Dutzend Frauen und zwei Männer sind es diesmal – vor der kleinen Bühne im großen Saal. Initiator Christoph Kaiser spricht einige Worte zur Begrüßung, über das Stück, das schon in groben Zügen fertig sei und über das, was die Teilnehmer während der Proben in nächster Zeit erwarte. Noch geht es nicht um das Stück als solches. „Konkret wird es erst im nächsten Jahr“, sagt Kaiser. Vielmehr stünden zunächst wichtige Grundlagen des Theaterspiels im Fokus, etwa sich an die ungewohnte Situation auf der Bühne zu gewöhnen.  „Hemmungen abbauen und die eigene Wirkung hinterfragen“, benennt Kaiser schließlich das erste Etappenziel.
Die Gruppe ist bunt gemischt: Blutige Anfänger sitzen neben erfahreneren Theaterspielern, Kinder zwischen Erwachsenen. Die Teilnehmer kommen aus Biedenkopf und Dautphetal, sogar aus Gladenbach und Marburg. Nur wenige kennen sich und deshalb beginnt dieser erste Abend mit einer Vorstellungsrunde – rauf auf die Bühne, ein paar spontane Worte zur Person und Motivation.

Der Reiz in andere Rollen zu schlüpfen

Viele hatten in Kinderjahren den ersten Kontakt zum Theater, in der Schule, im Krippenspiel oder im Verein. Und während manche auch im Erwachsenenalter noch aktive Spieler blieben, haben andere seit Jahrzehnten nicht mehr auf der Bühne gestanden. Eines verbindet alle: Nämlich der Reiz, in andere Rollen zu schlüpfen. Kaiser lächelt: „Perfekt! Das ist die beste Voraussetzung!“
Danach beginnt die erste Übung. Christoph Kaiser stellt Stühle auf die Bühne, benennt die knappe Aufgabenstellung: „Ihr kommt in ein Wartezimmer und da sitzt schon jemand!“ Wichtig für jede Rolle sei zuvor die Klärung dreier wichtiger Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Und was will ich da, wo ich gerade bin?

Marianna Gluth (links) und Uschi Lucic improvisieren eine spontane Wartezimmer-Szene bei der ersten Probe zum Theaterstück.

Marianna Gluth (links) und Uschi Lucic improvisieren eine spontane Wartezimmer-Szene bei der ersten Probe zum Theaterstück. Foto: Bernshausen

Quelle: Benedikt Bernshausen

Improvisationstheater als Übung

Jeweils zwei Personen spielen gemeinsam, betreten nach kurzer Absprache die Bühne und präsentieren unerwartet spannend improvisierte Szenen: mal wortlos, mal aufdringlich, mal angewidert, aber immer lebensnah und humorvoll. Christoph Kaiser ist begeistert – und wechselt alsbald zur nächsten Übung.
Diesmal betreten die Teilnehmer allein die Bühne. Und plötzlich klingelt ein fiktives Telefon. Nur am Minenspiel der Akteure und an den wenigen gesprochenen Worten sollen die übrigen Personen im Saal den Inhalt des Gespräches erkennen.

Obwohl unter Anfängern ­eine der schwierigsten Übungen, wachsen die Hobby-Schauspieler über sich hinaus. Wut folgt auf Freude, folgt auf Trauer, oft so eindrucksvoll und mit­reißend dargestellt, dass auf
der Bühne beinahe echte Tränen fließen. Gänsehautatmosphäre.
Zufrieden blickt Kaiser in die Runde, in fröhliche Gesichter. Der erste Probeabend neigt sich dem Ende. „Ich hoffe, wir sehen uns nächste Woche wieder“, sagt der Initiator und erinnert zum Abschluss nochmal an den einzigen Makel: „Uns fehlen Männer!“ Ein Problem – irgendwie typisch, aber sicher lösbar.

von Benedikt Bernshausen

Termine / Kontakt
Die Treffen finden donnerstags ab 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Biedenkopf statt; Zugang über Oberstadt und Kottenbach. Es fallen keine Kosten an, es ergeben sich keine Verpflichtungen zur regelmäßigen Teilnahme: „Wer mitmachen möchte, kommt wann er kann und Lust hat“, sagt Christoph Kaiser. Der Einstieg ist im ersten Jahr jederzeit möglich. Weitere Informationen gibt es unter 0 64 61 / 8 86 60 oder mail@kaiser-kalligraphie.de.
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